Unbekannter klaut Kater vor laufender Kamera - Feli ist nicht die einzige Katze, die in Mühlhausen verschwunden ist

Der Mann mit der Katze unter dem Arm: Das Gesicht wurde unkenntlich gemacht, weil nur Ermittlungsbehörden Fahndungsfotos veröffentlichen dürfen. (Foto: privat)
 
Kater Feli ist seit 3. Dezember verschwunden. Bis vergangene Woche ist der Suchaufruf schon 30 000 Mal angeklickt worden. Foto: Gerhard Platzer

Mit den Bildern aus einer Überwachungskamera haben Gerhard Platzer und Karin Karsten aus Mühlhausen entdeckt, wieso ihr Kater Feli am 3. Dezember nicht mehr nach Hause kam: Sie zeigen, wie ein Mann ihn an jenem Samstag gegen 21 Uhr unter den Arm nimmt und mit ihm weggeht. Seither fehlt von dem Tier jede Spur. Allerdings hat eine Anzeige auf Ebay, in der auch eine Belohnung ausgelobt wird, dem Fall nun großes Interesse eingehandelt.

Die Videosequenz zeigt Folgendes: Ein Mann kommt in die Nähe des Hauses, verschwindet kurz aus dem Bild, dann läuft der Kater Richtung Haustür - möglicherweise von dem Mann weg. Er folgt dem Tier, wirft einen Blick durch ein Fenster am Eingang, tätschelt die Katze kurz, nimmt sie dann - obwohl sie nicht möchte - auf den Arm und geht weg. An dem Film gibt es scheinbar nichts zu deuteln: Ein Katzendieb war am Werk.

Karin Karsten und Gerhard Platzer können viele Angaben zum Täter machen, denn der Mann war etwa eine Stunde zuvor langsam an ihrem Haus "Am Birkenmoos" vorbeigefahren und hatte schließlich angehalten. "Er fragte meine Frau nach einer Straße in Bergen", erzählt Gerhard Platzer. Im Nachhinein scheint es ihm wenig plausibel, dass der Mann in einem Wohngebiet und dort in einer Ringstraße tatsächlich auf der Suche nach dieser Adresse in einem anderen Ortsteil gewesen ist. Jedenfalls sei er ausgesucht höflich gewesen und sprach akzentfrei deutsch.

Aufgrund der Begegnung hat Karin Karsten ihn sofort wiedererkannt, nachdem sie ihn auf dem Überwachungsvideo entdeckt hat. Sie beschreibt ihn folgendermaßen: 25 bis 30 Jahre alt, etwa 1,75 Meter groß, kurze helle Haare. Er trug einen khakifarbenen Tarnanzug, ähnlich jenen, die Soldaten im Wüsteneinsatz anhaben, dazu weiße Nike-Turnschuhe. Er war in einem schwarzen Kleinwagen älteren Modells unterwegs, es könnte ein Opel Corsa gewesen sein. Im Fahrzeug, das ein Augsburger Kennzeichen trug, saß ein zweiter Mann, der etwas jünger war und eine Bomberjacke trug.

Geht es um die Fellfarbe?

Der acht Jahre alte, tätowierte Feli war nach Ansicht von Gerhard Platzer auf dem Video benommen. Der Täter müsse ihm irgendwas verabreicht haben. "Es wäre sonst ein Leichtes für ihn gewesen, durch die Katzenklappe reinzukommen." Die Überwachungskamera ist von der Straße aus zu sehen, doch den Täter hat das offensichtlich nicht abgeschreckt. "Von hier aus sind es nur drei Minuten zur Autobahn, das ist ein klassisches Einbruchsgebiet", erklärt Platzer, weshalb das Haus mit Kameras gesichert ist.

Innerhalb von vier Wochen seien in dem Wohngebiet drei Katzen verschwunden, sagt der Tierliebhaber. Alle seien sie schwarz oder schwarz-weiß. Er vermutet deshalb, es sei um die Fellfarbe gegangen. Zumal noch drei weitere Katzen bei der Familie leben, wovon zwei echte Rassekatzen sind. "Die wären genauso leicht zu fangen gewesen. Warum auch immer: Er wollte offenbar diese", sagt Gerhard Platzer. Die drei Gefährten von Feli dürfen jetzt trotzdem nur noch unter Aufsicht raus.

Mit der Polizei war das Paar nicht unbedingt zufrieden: "Wir haben das Video vorgelegt und wollten das anzeigen. Dann wurde uns gesagt, die Polizei zeige das selbst an." Vier Wochen seien vergangen, ehe danach ein Zeugen-Fragebogen bei ihnen eingegangen sei. Aichachs Polizeichef Erich Weberstetter sagt allerdings, dass das so nicht gewesen sein könne. Vielmehr hätten die Halter ihre Informationen erst nach und nach mitgeteilt. Der Fall sei nicht abgeschlossen, die Ermittlung aber trotz der Hinweise schwierig. Es gebe rund 1500 Corsas in Augsburg, und die ursprünglich eingetragene Farbe müsse nicht zwingend die gleiche sein wie heute. Auch sei der Halter nicht unbedingt der gleiche wie der Fahrer.

Karin Karsten und Gerhard Platzer haben sich unterdessen an mehrere Tierschutzorganisationen gewandt, unter anderem an Notfellchen aus Augsburg. Dort liegen keine gesicherten Informationen über Katzenfänger vor, auch wenn sich viele Besitzer von verschwundenen Katzen so ihre Gedanken machen, sagt Iris Mayr: "Da hilft nur Öffentlichkeitsarbeit." Dafür stellt der Verein seine Facebookseite zur Verfügung. ( Carina Lautenbacher )
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