190 – Jahre alt – ein stolzes Alter für einen Verein.

Sie gehören zur Lechhauser Kirchweih - der Krankenunterstützugnsverein mit dem Vorsitzenden Franz Fink (Mitte) und dem Kassier Karl Stix (rechts) Foto Blöchl
  Mit dabei auch immer er Krankenunterstützungsverein der Maurer und Zimmerleute und verwandter Berufe Augsburg – Lechhausen e.v. (Verein auf Gegenseitigkeit) von 1826. Seit 190 Jahren gibt es diesen Verein, damit wohl der älteste in Lechhausen. Heute halten noch 12 Mitglieder die Tradition hoch, früher waren es bis zu 160 Bauarbeiter, Poliere, Handwerker aus dem Baubereich. Diese hatten auch 1826 in Lechhausen den Verein als Unterstützungsverein aus der Taufe gehoben. Mit einem Monatsbeitrag von 1 Mark wurde den Mitgliedern bei Krankheit bis zu 13 Wochen eine Unterstützung von 80 Pfennig pro Tag, für manche Familien die einzige Unterstützung und Hilfe zum Überleben. Eine Krankenversicherung gab es 60 Jahre vor deren ersten Einführung durch Bismarck damals noch nicht. Der Verwein funktionierte wie eine Krankenkasse und wurde von der Regierung von Oberbayern beaufsichtigt – Lechhausen gehörte damals zu Oberbayern. Die Auszahlung erfolgte übrigens bar jeweils am Samstagabend wie es in der Satzung steht. Demokratische Wahlen waren an der Tagesordnung, wie ein Protokoll von 1853 belegt. Leider ist das Gründungsprotokoll wie auch die erste Fahne des Vereins in den Bombennächten des 2. Weltkriegs verloren gegangen.

Ein guter Ruf war wichtig!

Mitglied zu werden und zu bleiben war gar nicht einfach. „Jeder unbescholtene Maurer und Zimmermann oder Bauhandwerker, der seinen Wohnsitz in Augsburg – Lechhausen hat oder dort beschäftigt ist. Kann nach beendigter Lehrzeit in den Verein aufgenommen werden!“ hieß es in der Satzung des Vereins. Wer über 50 war, wurde ebenfalls nicht aufgenommen, das Risiko von Erkrankungen im Alter war zu hoch. Wie sich die Zeiten gleichen! Auch wer Lechhausen verließ konnte nicht Mitglied des Vereins bleiben. Der Verein hat mit Höhen und Tiefen alle Stürme, 2 Weltkriege, Inflationen, mehrere Währungsreformen und sonstige Umbrüche überlebt. Auch unter der Naziherrschaft existierte er weiter, „er war wohl zu unbedeutend“ wie der derzeitige Vorsitzende Franz Fink meint. Schön abzusehen ist der jeweilige Zeitgeist an den Protokollen, die von den Sitzungen verfertigt wurden. Wurden sie zuerst unterschrieben mit „Das walte Gott!“ hieß es später zusätzlich „Heil Hitler“, dann nur noch den Hitlergruß bis man dann wieder reumütig zum ersten Gruß zurückkehrte.

Früher führte der Verein ein reges Vereinsleben, Vereinslokale waren unter anderem der Bayrische Löwe und das Deutsche Haus. Nach dem letzten großen Aufschwung mit den Mitgliedern nach dem 2. Weltkrieg ging es seither immer mehr bergab. Die Funktion der Krankenkasse war nicht mehr notwendig, vor einigen Jahren wurde das auch aus der Satzung gestrichen. Heute verstehen sich die noch verbliebenen 12 Mitglieder als reiner Traditionsverein, der Name wurde aber erhalten. Man firmiert jetzt unter „Verein zur Traditionserhaltung und Traditionspflege des ehemaligen Krankenunterstützungsvereins der Maurer + Zimmerleute Augsburg – Lechhausen e.V.“ Die jetzt noch Aktiven möchten aber die lange Tradition gerne fortführen, deshalb sind neue Mitglieder aus Bauberufen recht herzlich willkommen.. Wer Interesse hat meldet sich bei Wolfgang Klaus Tel. 0821-33311 oder mail: wolfgang.klaus-immobilien@t-online.de Hoffen wir dass die Tradition noch lange lebt, das 200 – jährige Jubiläum sollte auf jeden Fall gefeiert werden.
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