Ärger über wilde Müllablagerungen in Lechhausen

Wochenlang sah es so aus an der Schillstraße, ob sich die Verursacher schämen? Foto Blöchl
 
Wenn der Schrank nicht mehr gefällt - einfach an die Straße wie hier in der Kolbergstraße. Foto Blöchl
Seit einigen Wochen liegt an der Schillstraße in Lechhausen in einem kleinen Grünstreifen ein Berg von Sperrmüll. Regen, Wind und auch Sucher von Schnäppchen im Müll haben die dort liegenden Bretter, Sessel, Spiegel und Kartons immer weiter verteilt. Und das ist nicht die einzige wilde Ablagerung von Sperrmüll. Immer wieder tauchen auch an der Leipziger Straße und an der Kolbergstraße Haufen von alten Möbeln und Gerätschaften auf. Auch derzeit liegen dort schon wieder Überreste menschlicher „Zivilisation“, die Art der Entsorgung muss wohl eher als „unzivilisiert“ klassifiziert werden.

„Da muss die Müllabfuhr öfter kommen und aufräumen“ oder „es ist eine Sauerei, dass das wochenlang herumliegt, schließlich zahle ich auch Steuern“ sind Meinungen, die von Anwohnern oder Passanten zu hören sind. Wer dafür verantwortlich ist, weiß offenbar niemand.

Georg Holder, dem Leiter des Abfallwirtschaftsbetriebes der Stadt ist das Probleme natürlich bekannt. Für die Fläche an der Schillstraße sei aber das Amt für Grundordnung zuständig. Das Problem sei schon vor längerer Zeit dorthin gemeldet worden, aufgrund von Urlaubszeit und anderen Engpässen sei die Behörde aber nicht in der Lage gewesen, zeitnah die Räumung des Grundstücks durchzuführen.

Nun hat man sich zwischen den Ämtern geeinigt, dass die Müllabfuhr die Beseitigung der Müllhalde übernimmt. Die Kosten dafür werden dann intern verrechnet.

Holder betont, dass es sich bei den wilden Ablagerungen nicht um Sperrmüll handelt, der zur Abholung angemeldet und zu früh herausgestellt wurde. Abholung von Sperrmüll erfolge kostenlos, müsse aber möglichst früh (unter Telefon 0821/324 48 84 oder im Internet) gemeldet werden

Als Lösungsversuch setzt der Abfallwirtschaftsbetrieb nun einen Müllsheriffs ein. Miriam Heinhorn kümmert sich jetzt um derartige Vorkommnisse aber auch andere Probleme mit Müll und Sauberkeit in der Stadt. Unter Telefon 0821/324- 48 46 ist sie zu erreichen; Bürger, denen konkrete Vorfälle bekannt werden, können sich ebenfalls bei ihr melden.
Zudem wurden Schilder an bestimmten Punkten angebracht. Auf diesen wird auf das Verbot der Ablagerung und auf drohende Bußgelder hingewiesen, die von der Stadt verhängt werden können.


Kommentar: Die Stadt ist nicht schuld

Wir sind ja heute schnell mit Schuldzuweisungen bei der Hand. Beliebte Ziele sind dabei unter anderem „die Politiker“ oder auch „die Stadt“. Dass es aber oft wir selbst, unsere Nachbarn und Mitmenschen sind, die für Probleme im Umgang miteinander verantwortlich sind, wird leicht vergessen.

Im Falle der wilden Müllablagerungen ist es eben nicht die Stadt, die Schuld ist. Es sind rücksichtslose Zeitgenossen, die ihren Egoismus zu Lasten der Allgemeinheit ausleben.
Vermutungen einiger Passanten, dass es möglicherweise Flüchtlinge gewesen sein könnten, widerlegen sich selbst. Meist verfügen sie über wenig oder gar keine Möbel, an den beschriebenen Orten gibt es auch keine Unterkünfte, woher die Möbel stammen könnten.

Zu bedauern sind diejenigen, die im Umfeld leben. Zu bedauern sind aber auch die städtischen Mitarbeiter, die den Dreck dieser Menschen wegräumen müssen. Dafür gehört ihnen Respekt und Dank.

Ob die Maßnahmen der Stadt dauerhaft helfen, ist zweifelhaft. Für die Stadt wird es unmöglich sein, ständig Überprüfungen vorzunehmen. Umweltsünder direkt beim Entsorgen ihres Mülls zu erwischen, ist nahezu unmöglich. Ganz zu vermeiden wären derartige Verschandlungen des gemeinsamen Lebensumfeldes wohl nur, wenn Nachbarn achtsam sind und die tatsächlichen Verursacher der Stadt melden.
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