Aus für Café Unfug in Lechhausen.

2013 waren die Jugendlichen im Café Unfug noch optimistisch - heute scheint das aus unvermeidlich. Foto Blöchl

Jugendtreff wird wegen Baumängeln sofort geschlossen.

Für viele Jugendliche im nördlichen Bereich von Lechhausen und der Hammerschmiede wird es sicher ein Schock sein: Wie die Stadt Augsburg in einer Pressemitteilung bekannt gab, „wird das Jugendhaus „Café Unfug“ in Lechhausen wegen baulicher Mängel seinen Betrieb mit sofortiger Wirkung einstellen. Nachdem in den zurückliegenden Wochen – vor allem infolge von Starkregen – Wasser in das Innere des Jugendhauses eingedrungen ist hat jetzt die Öffnung des Daches durch eine Dachdeckerfirma und das Hochbauamt die klare Erkenntnis gebracht: Die Deckenkonstruktion ist marode und einsturzgefährdet, eine Schließung des Hauses ist daher unvermeidlich.“ Damit ist der Jugendtreff endgültig geschlossen. Gerade jetzt in den Freien werden Jugendliche einen ihrer wenigen Treffmöglichkeiten in Lechhausen verlieren.

Bereits 2013 stand der Treff auf der Kippe.

Nachdem die ‚Sozialistischen Jugend Deutschlands – Die Falken‘, die mit der Teestube am Feuerdornweg vor über 35 Jahren den Grundstein für den Jugendtreff gelegt hatten, den Betrieb aufgegeben hatten, war schon damals unklar wie es weitergehen soll. Der etwas seltsame Name sollte nicht auf den Unfug abstellen den Jugendliche manchmal machen. Er ist die Abkürzung für ‚Unter Freunden und Genossen“. Nach längeren Diskussionen hatte der Stadtjugendring die Einrichtung übernommen, die Stadt förderte das Projekt. Jetzt droht wohl das endgültige Aus. Eine Sanierung des Hauses ist kaum möglich, Mittel für eine andere Lösung stehen nicht zur Verfügung. Damit geht auch eine lange Tradition in der Hammerschmiede zu Ende. Neben dem Abenteuerspielplatz, ebenfalls durch die Falken und die SPD initiiert, gab es dort die ‚Teestube der Falken‘, in der zwei Generationen von Jugendlichen seit Ende der 70er Jahre Grundlagen in gesellschaftlicher und politischer Bildung erhielten. Natürlich spielte aber auch die gemeinsame Freizeit eine große Rolle. Es war ein idealer Treff für Jugendliche. Nachbarn wurden nicht gestört, auf Grünflächen konnte gebolzt oder Basketball gespielt werden, im Haus konnte man feiern und sich treffen. Auch viele Geburtstage, Abifeiern etc. gingen dort über die Bühne. Nun droht wohl das unweigerliche Ende. Aus baurechtlichen und Sicherheitsgründen sicher nachvollziehbar, bedeutet es für die Jugendlichen wieder ein Stück weniger Autonomie und Lebensqualität. Ein Ersatz sollte bald gefunden werden.
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