Bus, Tram und Asyl

Die versammelte Referentenriege stellte sich den Fragen. Foto: Blöchl

Diskussion über den Nahverkehr dominiert die Informationsveranstaltung in der Firnhaberau. Stadt soll Fragenkatalog zur geplanten Flüchtlingsunterkunft beantworten.

Im Gegensatz zur Infoveranstaltung über eine Asylunterkunft in der Hammerschmiede eine Woche zuvor war die stadtweite Bürgerversammlung mit rund 150 Teilnehmern im Neuen Hubertushof in der Firnhaberau von einem sachlichen Stil geprägt. Die vollständig versammelte Referentenriege der Stadt hatte sich nur wenigen kritischen Fragen zu stellen. Neben Oberbürgermeister Kurt Gribl hatten Baureferent Gerd Merkle und Stadtwerkechef Walter Casazza die Hauptlast der Diskussion zu tragen. Verkehr scheint in Augsburg immer eines der entscheidenden Themen zu sein, Kultur spielte keine Rolle, Referent Thomas Waitzel kam als einziger nicht zu Wort.

Den Fragen zur Flüchtlingssituation stellten sich Gribl, Sozialreferent Stefan Kiefer und Integrationsreferent Reiner Erben. Der Oberbürgermeister verwies in seinem Bericht eingangs auf die Entwicklung in den beiden Nachbarstadtteilen. Die Flüchtlingssituation in Augsburg ist für ihn „im Gegensatz zu manchen Grenzregionen, kontrollierbar“. Hauptaugenmerk müsse das Verständnis und die intensiven Bemühungen um Integration sein. Er rief dazu auf, einen „Korridor der Akzeptanz und der Vernunft“ zu gestalten, um der Verantwortung der Stadt für die Flüchtlinge gemeinsam gerecht zu werden. In der Diskussion ergriff als einer der Ersten Armin Kolb aus der Hammerschmiede das Wort und konfrontierte unter starken Beifall die Stadt mit einem Fragenkatalog bezüglich der geplanten Asylunterkunft. Als man schon mit einer neuerlichen Konfrontation rechnete, ergab sich eine einvernehmliche Lösung – die Fragen werden innerhalb von zwei Wochen schriftlich beantwortet. Eine Lösung, die sicherlich zur Entspannung der Situation beitrug.

Der Präsident des TSV Firnhaberau, Alfred Sahl, kritisierte die zu geringe Unterstützung der Sportvereine und die gleichzeitig hohen Ausgaben für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge. Er befürchtete Kürzungen von Leistungen. Gribl fragte, „ob dem Verein schon ein Euro gekürzt worden sei“, was Sahl verneinen musste. Bürgermeister und Sozialreferent Kiefer verwies auf die Gültigkeit des Jugendhilferechts für alle Jugendlichen. Die von Sahl kritisierten Kosten für die Stadt werden laut Kiefer vollständig vom Bund übernommen.

Sehr gefordert war dann Stadtwerkechef Casazza: der Vordereinstieg bei den Bussen, die Linienführung der Busse in der Hammerschmiede und der Firnhaberau, die Taktgestaltung bei der Straßenbahn, eine Bahnlinie an das FCA- Stadion. Für Letzteres gab es eine klare Absage, weil der Freistaat dafür keinerlei Förderung bereitstellen werde. Den Vordereinstieg bewerten die Stadtwerke positiv, eine Änderung ist nicht in Sicht.

Ordnungsreferent Dirk Wurm lehnte die Forderung, die Feuerwehr zur Bewässerung von städtischen Anlagen heranzuziehen, kategorisch als „nicht mit dem Brandschutz vereinbar“ ab. Die Lacher auf seiner Seite hatte der Oberbürgermeister, als er auf die Frage, „wann die Treppe am Fünfgratturm zurückgebaut wird“ mit einem trockenen „das weiß Keiner“ beantwortete. Unterstützung wurde Bern Beiter für das Projekt eines „sozialen Ökodorfes“ zugesagt. Ebenso sollen für die Fahrradunterführung unter der A 8, deren Zustand Herbert Centmeier aus der Firnhaberau monierte, bei einem Ortstermin Lösungen gefunden werden.

von Hans Blöchl
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