Die Qual der Wahl nach der Schule.

Liane Fischer (im Vordergrund) mit den Interessenten für die Berufe der Kinderpflegerin oder der Erzieherin. Foto Blöchl
 
Christoph Leberle informierte über den Beruf des Karosseriebauers. V.r. Markus Buetz prüft ein Werkstück, Mithat Can Bashoglu und Resul Dinc sind noch nicht entschlossen. Foto Blöchl

Berufsinformationstage an der Schillermittelschule.

-
Es ist Nachmittag an der Lechhauser Schule an der Schackstraße. Trotzdem ist ziemlich viel los, Jugendliche an einem Infotisch empfangen Besucher, andere sind auf der Suche nach Klassenräumen, das sonst obligatorische Smartphone fehlt – es ist an der Schule nicht erlaubt. Die Jugendliche wirken sehr unterschiedlich entwickelt, bei einigen jungen Männern ist bereits Vollbart angesagt, andere wirken eher noch kindlich. Die Mädchen teilweise auffällig gestylt, andere eher unauffällig. 15 – jährige Jugendliche, mitten in der Pubertät. An diesem und dem Vortag stehen sie vor wichtigen Entscheidungen für ihr zukünftiges Leben – Berufsorientierung ist das Thema. Insgesamt 33 Firmen haben sich angemeldet, wie Schulleiter Franz-Josef Dorsch stolz berichtet. Unter ihnen sind große Firmen wie z.B. ALDI – Süd oder KUKA und MAN Diesel&Turbo, staatliche Stellen wie das Hauptzollamt, die Bundeswehr und die Polizei, das Klinikum repräsentiert zusammen mit verschiedene Arztpraxen das Gesundheitswesen. Kindergärten und ein Seniorenheim wollen vielleicht zukünftige Auszubildende gewinnen. Den größten Anteil hat aber das Handwerk vor allem aus Lechhausen: Bäckereien, Fensterbauer, Autohändler und Autowerkstätten, Maler- und Elektrofachbetriebe informieren in Workshops in den Klassenzimmern berichten vom Berufs- und Ausbildungsalltag und informieren über Chancen, Anforderungen und Zukunftsaussichten in ihren Berufen, über Bewerbung und Auswahlverfahren, brachten n Anschauungsmaterial und Beispiele für den Berufsalltag mit.


Informationen in Workshops unterschiedlich gefragt.


Beim Besuch in 3 Workshops merkt man, dass manche Jugendliche etwas überfordert wirken, sie scheinen den Schritt in die Arbeitswelt gedanklich noch nicht ganz vollzogen zu haben. Andere äußern im Gespräch bereits konkrete Berufsvorstellungen, haben sich fast schon entschieden was sie nach der Schule machen wollen. Unterschiede zeigen sich bereits bei der Zahl der Besucher der Infostunden. Bei Christoph Leberle, Inhaber einer Autoreparaturwerkstatt in Lechhausen, haben sich 3 junge Männer eingefunden um sich über den Beruf des Karrosseriebauers zu informieren. Markus Buetz scheint schon entschlossen zu sein, Mithat Can Bashoglu und Resul Dinc wissen noch nicht welchen Berufsweg sie einschlagen werden. Größerer Andrang herrscht bei Liane Fischer, der Leiterin des katholischen Kindergarten „Unsere Liebe Frau“ gleich in der Nähe der Schule. 10 Mädchen und 2 Jungen informieren sich über die Möglichkeit, sich zur Kinderpflegerin oder Erzieherin ausbilden zu lassen. Hier gibt es rege Diskussionen über die Anforderungen dieser Beruf hinsichtlich Sprache und sozialer Kompetenz, die man mitbringen sollte. Liane Fischer erläutert die hervorragenden Berufschancen bei den stark nachgefragten Berufen. 4 Mädchen wollen auf unsere Nachfrage in die Richtung gehen, die anderen. sind eher unentschlossen, manche wirken ein wenig uninteressiert. Im dritten Workshop, wo Pflegedienstleiter Dietmar Tribus vom St. Anna – Seniorenheim in Lechhausen über die Altenpflege referiert finden sich Robin Mette, Alina Kremer und Dilara Kurt zusammen. Alle drei können sich eine Arbeit mit alten Menschen vorstellen, konkret wird die Chance der Übernahme nach der Ausbildung gestellt. Der Fachmann empfiehlt allen, ein oder mehrere kürzer Praktika zu absolvieren um so herauszufinden, ob man diesen Beruf wirklich mag. Hier hat der Betrachter das Gefühl, dass die Selbstfindung schon weiter fortgeschritten ist.


Die große Hürde steht noch vor ihnen.

Von der Information bis hin zum Antritt einer Ausbildung ist es noch ein weiter Weg. Diese Berufsorientierungstage haben vielen Schülerinnen und Schülern geholfen, wie ein junger Mann sagt. Sozialpädagogin Friederike Schneider, an der Schule zuständig für die sog. „Berufseinstiegsbegleitung“ meint, dass die Zahl der Schulabgänger der Mittelschulen, die dann wirklich einen Ausbildungsplatz bekommen, zwar ansteigt, aber bei weitem noch nicht ausreichend ist. Von Firmenvertretern wird geäußert, das es zwar keine Vorbehalte gegen Absolventen der ehemaligen Hauptschule gibt, oft aber „erhebliche schulische und auch soziale Defizite einer Ausbildung entgegenstehen!“. Dass es in einigen Berufen, vor allem im Handwerk, zunehmend Probleme gibt, Auszubildende zu finden, ist ebenfalls Thema er Gespräche. Vielleicht helfen Veranstaltungen wie diese beiden Seiten, zueinander zu finden. Der erste Schritt ins Arbeitsleben will also gut geplant sein.
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.