Flößerpark wird zum Streitobjekt.

Auch Stadträtin Sieglinde Wisniewski ist i der Entwicklung unzufrieden. Foto Blöchl
 
Nicht gerade einladend ist es derzeit am Lechufer. Foto Blöchl

Lechhauser SPD will schnellere Realisierung.


Was einmal ein Prestigeobjekt für Lechhausen werden sollte wird immer mehr zum Zankapfel. Kaum ist der städtische Doppelhaushalt verabschiedet, regt sich in Lechhausen Kritik. Der Ortsverein der SPD ist verärgert über die weiteren Verzögerungen beim Flößerpark. In einer Pressemitteilung machen die Genossen ihrem Ärger Luft: „Im städtebaulichen Entwicklungskonzept von 2011 wurde das geplante Freizeitgelände als wichtiges Impulsprojekt zur Steigerung der Attraktivität und Qualität der öffentlichen Grünflächen in Lechhausen ausgewiesen. Wir haben uns alle darauf gefreut, dass der größte Augsburger Stadtteil bald ein Naherholungsgebiet bekommt. Doch wie sieht die Realität nach sieben langen Jahren Planungsdauer aus: es wurde etwas Sand angefahren, die Liegestühle aus Beton sehen bereits erschreckend abgenutzt aus, ein paar Bäume wurden gefällt, von versprochener Gastronomie und verbesserten Kinderspielplätzen und Freizeitflächen ist nichts zu sehen! Wer das Gelände besichtigt kann die Kritik durchaus nachvollziehen. Beim Ortstermin mit der Lechhauser SPD – Stadträtin Sieglinde Wisniewski findet man eine gerodete Stelle am Lech von ca. 100 m Länge, überall liegen Berge von Gestrüpp und Baumresten von den Rodungen, die hier vor kurzem stattgefunden haben. Momentan kein besonders einladendes Bild. An dieser Stelle soll einmal die Gastronomie in Form eines Floßes im Lech angelegt werden. „Informationen über den Park für Fußgänger oder Radfahrer die hier zahlreich vorbeikommen gibt es nicht, ich habe es bisher vergeblich angemahnt!“ ärgert sich Wisniewski. Es gibt einen Zugang zum Lech, eine Trasse für das zu verlegende Kabel der Telekom ist abgesteckt. Wie es genau weitergeht ist der SPD zu unkonkret. Auch der zuständige Umweltreferent der Grünen, Reiner Erben, wird kritisiert, weil seine Zielvorgaben „wenig konkret ohne Zielvorgaben und Ergebniskontrollen“ seien.

Baukostensteigerung ist Verschwendung öffentlicher Mittel.


Es wird auch befürchtet, dass die geplanten Baukosten von ursprünglich kalkulierten 1,6 Millionen Euro in der Zwischenzeit mindestens um 15 % gestiegen sein werden, wenn dien Realisierung beginnt. „Auch durch Kostensteigerungen wegen einer halbherzigen Umsetzung werden öffentliche Gelder verschwendet. Bei den Bürgern im Stadtteil Lechhausen „werden also in den nächsten Jahren voraussehbar nicht mehr außer Erdbewegungen ankommen“ moniert der SPD – Ortsverein. . Es wird darauf hingewiesen. dass es In 2017 genau 103 Jahre her sein wird,, dass das letzte Lechfloß am Ufer des Stadtteils Lechhausen anlegte. Neben den vielen Versprechungen wird das als Anlass gesehen, mit der konkrete Umsetzung früher und schneller zu beginnen. Deshalb wird bereits 2017 die Realisierung des Park- und Uferbereiches in einem für Freizeitaktivitäten nutzbaren Zustand des Wasserspielplatzes der Gastronomie in einer wirtschaftlich tragbaren Größenordnung unter Beteiligung der Stadt Augsburg an den Erschließungskosten gefordert. Ansonsten geht nach Ansicht der SPD „der Flößerpark Lechhausen mit dem Berliner Großflughafen in die Geschichte der Infrastrukturprojekte mit der längsten Planungs- und Umsetzungsdauer ein“. Ein etwas gewagter aber durchaus nachvollziehbarer Vergleich!

Kommentar:

Richtige Kritik zu falschen Zeitpunkt!. Nicht wenige Lechhauser Bürgerinnen und Bürger werden wohl die Auffassung der SPD über den langwierigen Umgang mit dem Flößerpark teilen. Es hat schon den Charakter einer Tragikomödie, dass ein Projekt im Umfang von 1,6 Millionen im „größten und wichtigsten Stadtteil Augsburgs“ wie der OB oft betont, wohl 10 Jahre dauern wird. Eine Summe, die anderswo in kurzer Zeit ausgegeben wird. Sieht so die von allen Parteien betonte stärkere Unterstützung der Stadtteile aus? Der Zeitpunkt der Kritik ist allerdings nicht ganz nachvollziehbar. Gerade wurde im Stadtrat mit den Stimmen der großen Rathauskoalition der Doppelhaushalt 2017/18 verabschiedet. Die für eine schnellere Realisierung des Flößerparks notwendigen Mittel sind dort nicht enthalten. Deshalb ist die Kritik richtig, wird aber wohl keine Wirkung zeigen. Weil auch die zahlreichen Lechhauser Stadträte hier nicht gemeinsam an einem Strang ziehen! Schade!
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