In der Augsburger Pfarrei St. Franziskus gibt es jetzt eine "heilige Familie"

Das Reliquiar, das Aufbewahrungsbehältnis, der Reliquien der Eltern der heiligen Therese von Lisieux. Fotos: Andreas Berndt


Schon seit 1993 hat die Kirche St. Franziskus eine Seitenkapelle mit einer kleinen Knochenreliquie der heiligen Therese von Lisieux (1873-1897). Im Rundfenster leuchten ihre Symbole Kreuz und Rosen. Davor ein kunstvoll gefertigtes Reliquiar mit einer Knochenreliquie dieser Heiligen, die schon 1925 von Papst Pius IX. heilig gesprochen wurde und Patronin der Weltmission ist.

Therese ging - wie sie es nannte - einen "kleinen Weg" der Liebe, einen Weg, geprägt gerade durch die kleinen Gesten des Alltags, gerichtet auf Hingabe an Gott und die Mitmenschen. Sie selbst lebte als Ordensfrau der Unbeschuhten Karmelitinnen in strenger Klausur. Vor ihrem Tod versprach sie, "Rosen" auf die Erde zu streuen. Nach ihrem Tod verbreitete sich ihr Ruf als einer der größten Heiligen sehr rasch, da unzählige Menschen von positiven Gebetserhörungen berichteten.

Jetzt wurde die Kapelle ergänzt durch Reliquien ihrer Eltern. Diese waren während der Familiensynode 2015, am 18. Oktober 2015, von Papst Franziskus in Rom ebenfalls heiliggesprochen worden. Nach einem Entwurf von Professor Georg Bernhard wurde das Reliquiar kunstvoll nach dem Bild einer Sonne gestaltet, in deren Mittelpunkt die Reliquien eingelassen sind. Daneben ein Bild der heiligen Eltern, das nach einem Foto gemalt und koloriert wurde. Die Seligsprechung der Eltern erfolgte 2008.

Zélie Martin und Louis Martin, die Eltern der Therese von Lisieux und ihrer vier Schwestern, hatten eigentlich vor in einen Orden einzutreten. Louis Martin wurde wegen fehlender Lateinkenntnisse und Zélie aus gesundheitlichen Gründen als Kandidatin abgewiesen. Zélie fasste daraufhin den Entschluss, Mutter möglichst vieler Kinder zu werden und diese zu einem Leben als Priester oder in einem Orden zu erziehen. Nach der Heirat 1858 führten Zélie und Louis Martin fast ein Jahr lang eine Josefsehe, bevor sie sich entschieden, dem Plan Zélies zu folgen. In den folgenden Ehejahren bekamen sie neun Kinder, von denen nur fünf der Töchter das Erwachsenenalter erreichten. Zélie starb 1877 im Alter von 45 Jahren an Brustkrebs und Louis musste die Kinder allein groß ziehen. Nach Zélies beziehungsweise Louis' Tod traten Pauline, Marie, Thérèse und Céline und eine ihrer Cousinen in den Karmel von Lisieux ein. (oh)
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.