Jugend ohne Treffmöglichkeiten.

Viele Institutionen sind an der Planung beteiligt, das fordert viel zeit. Rechts Dieter Hegner, 2.v.r. Gregor Land. Im Hintergrund der geschlossenen Jugendtreff-.. Foto Blöchl
 
Schön einmal stand das Café vor der Schließung, damals konnte der Weiterbetrieb zur Freude der damaligen Besucher gesichert werden. Heute ist die Zukunft wieder ungewiss. Foto Blöchl

Ersatzbau in der Planung.


Seit vergangenem Jahr ist der Jugendtreff zwischen Hammerschmiede und Lechhausen geschlossen. Das Café Un.F.u.G. (Abkürzung für unter Freunden und Genossen!) musste wegen sicherheitstechnischer und baulicher Mängel seinen Betrieb einstellen. Ursprünglich von den „Falken“, einer SPD – nahen Jugendorganisation betrieben (daher auch der Name), hatte zuletzt der Stadtjugendring den Betrieb im Auftrag der Stadt gemanagt. Nach dem Aus für den gut besuchten und auch beliebten Treff sucht man seit langem eine Lösung. Denn gebraucht wird diese Treffmöglichkeit unbedingt. Außer dem Jugendzentrum Fabrik in der Schackstraße steht es um Angebote für Jugendliche nicht gut in den nordöstlichen Stadtteilen. Mittlerweile haben sich Ersatztreffpunkte gebildet, die teilweise einige Probleme mit sich bringen, wie Dieter Hegner, Streetworker bei Stadtjugendring schildert. So trifft am Gruppen am Rodelberg zwischen Lechhausen und der Firnhaberau, auch der Spielplatz hinter der Gartenanlage Lech – Nord ist ein beliebter Treff. „Manchmal passierten dann eben auch Dinge, die man nicht mehr unter Kontrolle hat!“ schildert Hegner die Situation. "Oft unter Alkoholeinfluss gibt es Streit. und manchmal auch Schlägereien, Manche, meistens junge Männer, glauben sich produzieren zu müssen. da schaukeln sich dann Dinge hoch Auch die Polizei ist da manchmal gefordert!“ Ein fester Treffpunkt würde da einiges einfacher machen. Zumal nach seinen Angaben der Standort optimal für einen Jugendtreff ist. Er wurde sowohl von den Jugendlichen angenommen als auch von der Nachbarschaft akzeptiert. Selbst jetzt, wo nur ein Bauwagen als nicht ausreichender Ersatz vorhanden ist, wird der Platz und der daran angrenzende kleine Spielplatz genutzt. Der Bedarf ist jedenfalls unbestritten.

Stadt will Ersatzbau schaffen.

Beim letzten Plenum der Fachbasis war auch der Jugendtreff Thema. Bürgermeister und Sozialreferent Dr Stefan Kiefer betonte die grundsätzliche Unterstützung der Stadt für einen Neubau der Einrichtung. Ob damit aber bereits 2017 zu rechnen sein wird, ließ er offen. Er beschrieb bauliche Probleme, die eine kurzfristige Verwirklichung behindern würden. Auch die haushaltsmäßige Untermauerung scheint noch nicht gesichert.

Gregor Lang, Regionalleiter des Stadtjugendrings beschrieb, das durch die lange Dauer der Schließung und Planung bestehende Strukturen bereits zerbrochen sind, ein Neuaufbau dann langwieriger sein dürfte. Bei einem Workshop im Juli 2016 hatten 45 Jugendliche Ideen für den Treff entwickelt,. Durch die zögerliche Umsetzung seien diese Energien mittlerweile verpufft. Angestrebt wird eine zeitnahe Planung, die dann mit den noch vorhandenen Jugendlichen diskutiert und weiterentwickelt werden muss.

Viel Köche machen denn Brei zäh.


Einen kleinen Vorgeschmack auf die mit dem Projekt verbundenen Unwägbarkeiten bekam man bei einem Planungsgepräch auf dem Gelände vor dem Jugendcafé. Architekt, städtische Planer, die kommunale Jugendarbeit, der Stadtjugendring und Vertreter städtischer Ämter bemühen sich, eine vernünftige Diskussionsgrundlage für die Planugn zu schaffen. Es wurde deutlich, wie schwierig und sicher auch zeitlich aufwändig, es sein wird, alle beteiligten Ämter und Behörden unter einen Hut zu bringen. Vom Naturschutz, über den Abwasserbetrieb, die Verkehrsbehörde und anderen Institutionen bedarf es einer Abstimmung, die sicherlich kurzfristig nicht zu erreichen sein wird. Beim Stadtjugendring strebt man grundsätzlich eine mobile Bauweise an Containerform an, damit man die Einrichtung möglicherweise bei einem veränderten Bedarf später auch an einem anderen Ort einsetzen kann. Auf ungefähr 120 m2 sollen Aufenthaltsmöglichkeiten, eine Kochgelegenheit, ein kleiner Ruheraum für kleine Gruppen und entsprechende sanitäre Anlagen untergebracht werden. Nun geht es in die Grobplanung des Architekten, im Sommer oder Frühherbst sollen die Planungen dann vertieft und auch mit den Jugendlichen besprochen werden. Und da die Mühlen bei Behörden doch manchmal langsam mahlen, wird wohl bsi zum nächsten Jahr noch das derzeitige Provisorium ausreichen müssen.
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