Lechhauser Studentensport: vom Projekt zum Vorbild!

 
Viele Gäste lobten den "Studentensport". V-l. Gregor Lang (Fachbasis) Bildungsreferent Hermann Köhler, Sportfreferent Dirk Wurm, Dr. Jürgen Hoffmann (Universität). Bettina Barwig (Birkenauschule) Rosa Wagner (Schulamt), Gerhard Schmid (Goetheschule). Foto Blöchl

„Studentensport“ In Lechhausen soll auf andere Stadtteile ausgeweitet werden.



Was vor 20 Jahrein Lechhausen als Projekt mit dem etwas sperrigen Namen „Sport-Sozialprojekt Lechhausen“ begann, ist heute ein Erfolgsmodell, das aus dem Schulsport nicht mehr wegzudenken ist. Im Schülermund hat sich dafür längst der Begriff „Studentensport“ etabliert.

1996 hatte Professor Helmut Altenberger vom Institut für Sportwissenschaft der Universität Augsburg den Startschuss gegeben. Studierende der Uni boten und bieten einmal wöchentlich an der Schiller- und Goethe- sowie der Birkenauschule jeweils am Freitagnachmittag 3 – 4 Stunden Sport an. Jede Woche nehmen ca. 150 Kinder, davon 40 % Mädchen das Angebot an. Das summiert sich auf die stolze Zahl von ca. 120 000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer in 20 Jahren, die so ein erweitertes Sportangebot in Anspruch nehmen können. Getragen wird das ziemlich einzigartige Modell neben Uni und den Schulen vom Bayerischen Landessportverband (BLSV), der Fachbasis Lechhausen, dem Verein Kinderchancen e.V. und der Stadt Augsburg. Bei einem Festakt wurde nun das 2ß – jährige Bestehen gefeiert. Auch die anfängliche Skepsis der ansässigen Sportvereine, die im Angebot eher eine Konurrenz sahen hat sich mittlerweile zu einer guten Kooperation entwickelt.

Hier gibt es die Win-Win-Situation.

Angehende Sportlehrer erhalten im Rahmen ihrer Ausbildung „die Möglichkeit erhalten, intensive Erfahrungen in einem schulischen Umfeld zu machen“. Sie sollen sich „auch um Grund- und Mittelschüler in einem sozialen Brennpunkt kümmern und deren Probleme und Nöte verstehen lernen“. Das für die Schüler freiwillige Angebot hilft diesen, sich durch den durch den Sport weiterzuentwickeln. Soziale Kompetenz, faires und partnerschaftliches verhalten, Entwicklung und Einhaltung von Regeln und die Bereitschaft, Konflikte zu lösen sind dabei übergeordnete Ziele des Projekts. Was heir sehr theoretisch klingt, funktioniert auch in der Praxis, wie sich beim Festakt zeigte. Kinder, Studenten, Lehrkräfte und Festgäste - alle waren von den Projekt begeistert. Sportreferent Dirk Wurm will, dass der „Studentensport Lechhausen“ Schule macht und ihn am liebsten auf alle Sozialregionen der Stadt übertragen. Der Anspruch „Sport muss für alle zugänglich sein“ soll sich auch im demnächst vorzulegenden Sportentwicklungsplan niederschlagen.

Mehr als Studienpflicht – viel ehrenamtliches Engagement.

Das Festprogramm, das neben den Reden der Ehrengäste aus Schule und Politik von den Schülerinnen und Schülern zusammen mit ihren studentischen Betreuern gestaltet wurde zeigte die Vielfalt der Angebote. Es war aber auch der anschauliche Beweis dafür, dass manche der angehenden Lehrer sich weit über ihre eigentliche Verpflichtung hinaus engagieren. Es war zu spüren, wie h eine sehr intensive Beziehung zu den Kindern aufgebaut wurde. Tanz, Akrobatik und andere sportliche Darbietungen verdeutlichten, dass hier etwas entstanden ist, das weit über das, sicher auch wichtige, Bolzen auf dem Pausehof hinausgeht. Sehr informativ und beeindruckend auch der Film des erst 15 – jährigen Conrad Gärtner von der Schillerschule, in dem er das Projekt präsentiert.

Konkrete Ergebnisse durch die wissenschaftliche Begleitung durch die Universität sind knapp gefasst die Erkenntnis „dass das Projekt ein wichtiger Ergänzungsbaustein der Bildungslandschaft ist“ und aus dem Schulsport in Lechhausen nicht mehr wegzudenken ist“. Zukünftig soll der Frage des Umgangs mit dem sog. „Migrationshintergrund“ vieler Kinder und der Problematik der finanziellen Grenzen der Teilhabe am Sport für mache Familien stärker Aufmerksamkeit gewidmet werden.
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