Letzter Schultag mit der zweiten Familie.

Sein Name wird an der Schule bleiben - das freut Gerhard Lutz. Foto Blöchl
 
Das erklärte Ziel "dass Kindern, Eltern und Lehrkräfte sich an der schule wohlfühlen" wurde bei vielen Festen und Veranstaltungen gelebt. : Foto Blöchl

Gerhard Lutz geht in den Ruhestand.

„Ein bisschen wehmütig bin ich schon“, gesteht der Rektor der Luitpoldgrundschule in Lechhausen, Gerhard Lutz. Sein wirklich allerletzter Schultag steht kurz bevor. 14 Jahre lang hat er die Schule geleitet, sie ist ihm zur „zweiten Familie“ geworden. Insgesamt 40 Jahre hat er nun als Lehrer gearbeitet. „ Es war gar nicht mein erster Berufswunsch“ erzählt er. Eigentlich waren Jura oder auch professionelle Rockmusik die ersten Ziele. Der Zivildienst in einem Schülerheim motivierte ihn dann, den Berufsweg des „Volksschullehrers“ wie es damals hieß, einzuschlagen. „Ich habe es keine Minute bereut! Ich war und bin Lehrer mit Leib und Seele!“ zieht er für sich eine positive Bilanz. „Mein Ziel war es immer, eine Schule zu gestalten, an der sich Kinder, Eltern und Lehrkräfte wohlfühlen!“ umschreibt er seinen Anspruch an eine gute Schule. Für ihn sind dafür Transparenz, Gemeinsamkeit und der gegenseitiger Respekt und Achtung vor dem Anderen wesentliche Grundlagen dafür. Gerade beim hohen Anteil – ca. 60 % - von Kindern aus anderen Ländern, mit anderen Religionen und Kulturen ist die Vermittlung dieser Werte der wichtigste Anspruch an Bildung und Erziehung.

Kinder sind nicht schwieriger – sie sind anders.

Das oft zu hörende Urteil, dass Kinder schwieriger geworden sind, teilt Lutz nicht. Er betont, dass Schülerinnen und Schüler heute ganz anderen Einflüssen und Möglichkeiten, angefangen von den Medien bis hin zu den vielfältigsten Freizeitangeboten ausgesetzt sind. „Lehrer müssen darauf regieren und da auch ansetzen wo die Kinder leben!“ Das Erlernen des Umgangs mit den neuen Möglichkeiten, die Fähigkeit zu erwerben, sich trotz der vielfältigen Ablenkung auf das wesentliche zu konzentrieren, sieht er als wichtige Funktion des Lernens. Auch die Ansprüche der Eltern haben sich seiner an Sicht nach geändert. „Der Übertritt in eine weiterführende Schule, an unserer Schule fast 60 Prozent, ist für viele Eltern das Hauptziel!“ er selbst plädiert eher dafür, dass für „jedes Kind die richtige Schule gefunden werden muss!“

Wenn er erzählt, wie er sich in allen Klassen von allen ca. 400 Kindern verabschiedet hat spürt man die große Empathie, die er seinen „Schützlingen“ entgegenbringt. Die vielen Theaterstücke, Lieder und Gedichte, die die Kinder für ihn gemacht hatten, haben in gerührt, ihm den Abschied gleichzeitig erleichtert und auch schwer gemacht. Manchmal hat er sich auch ein wenig als „Hahn im Korb“ gefühlt, das Kollegium bestand fast immer zum größten Teil aus Frauen. „ "Er war ein guter Chef“ meint seine Sekretärin, eine Meinung die wohl von allen Lehrkräften geteilt wird. Auch die Zusammenarbeit mit den anderen Lechhauser Schulen, die enge Kontakte mit den Kindertagesstätten und anderen Institutionen lag ihm am Herzen. Neudeutsch heißt das eben „Vernetzung“, die immer gut funktioniert hat. Ein wenig leid tut ihm, dass bei der anstehenden großen Sanierung nur der Altbau der Schule bedacht wird. Aber er ist sich sicher, dass in einigen Jahren trotzdem die eigentlich notwendige Umwidmung und damit verbunden entsprechende Umbauten in eine Ganztagsschule erfolgen werden. Seinem Nachfolger, dem derzeit in der Schule in der Hammerschmiede tätigen Helmut Micklitz wünscht er das.

Jetzt freut Lutz sich auf seine freie Zeit, die er mit seinem Enkel Xaver und seinen Hobbies ausfüllen wird. Eine große Modelleisenbahn wartet auf den „Bahnchef“, Musik und der Besuch von Rockkonzerten stehen auf dem Programm. Für die Fahrten zusammen mit seiner Frau im schicken kleinen Cabrio kann man ihm nur einen schöne und langen Sommer wünschen. Sein Name wird an der Schule erhalten bleiben, den zum Abschied wird die Turnhalle in die „Gerhard-Lutz-Turnhalle“ umbenannt. Und „ auf eine Maß werde ich sicher auch bei der Kirchweih vorbeischauen“ verspricht er den Lechhausern.
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