Mehr Sicherheit in der Hammerschmiede: Öffentlicher Defibrillator soll Leben retten

Simon Grewenig bei der Vorführung des Geräts. (Foto: Gabele)
 
Die Bedienung ist einfach und für jeden möglich. (Foto: Gabele)

ARGE organisiert einen „Defi“ für Notfälle, die niemand wünscht

Es gibt Einrichtungen und Dinge, die man am liebsten nicht brauchen würde. Dazu gehört auch der Defibrillator, im Volksmund kurz „Defi“ genannt. Wenn man aber weiß, dass weltweit jährlich circa 7 Millionen Menschen an einem plötzlichen Herztod sterben und für Deutschland ca. 140.000 geschätzt werden sieht das schon anders aus. Die Überlebenschance bei einem Herzstillstand liegt bei lediglich 10 Prozent.

Herzstillstand: Das kann helfen

Ein Herzstillstand kann durch verschiedene Ursachen, wie zum Beispiel eine Herzrhythmusstörung, oder eine Herzmuskelentzündung verursacht werden. Dabei sind nicht nur ältere Menschen betroffen, auch junge und scheinbar fitte Menschen kann es treffen. Der Herztod, die sogenannte Nulllinie, tritt in der Regel nach einem Kammerflimmern ein. In dieser Phase, in welcher das Herz nicht mehr im richtigen Rhythmus Blut durch den Körper pumpt, kann dem Patienten noch entscheidend geholfen werden. Eine Herzdruckmassage kombiniert mit einem Elektroschock kann nun Leben retten.

Defibrillator als Lebensretter

Hier kommt dem „Defi“ eine entscheidende Bedeutung zu. Auch wenn die Herzdruckmassage dabei die entscheidende Maßnahme zur ersten Hilfe darstellt, ist die Erregung aller Herzmuskelzellen durch eine Defibrillation die einzige erfolgversprechende Therapie. Jede Minute ohne diese Maßnahme verringert dabei die Wahrscheinlichkeit einer erfolgreichen Wiederbelebung um circa 10 Prozent. Da bis zum Eintreffen der Rettungskräfte entscheidende Minuten vergehen und die sogenannten automatischen Defibrillatoren („AED: Automatischer externer Defibrillator“) von jedem Bürger bedient werden können, stellen sie entscheidende Lebensretter dar.

Öffentlich zugänglich: Hilfe soll jederzeit möglich sein

Umso erstaunlicher ist, dass es in Augsburg, im Unterschied zu anderen Städten, bisher kaum ständig verfügbare öffentlich zugängliche Defibrillatoren gibt. Durch die Initiative der ARGE und mit Unterstützung von Firmen aus dem Stadtteil kann die Hammerschmiede nun stolz die Anschaffung eines zu jeder Zeit öffentlich zugänglichen Defibrillators bekannt geben. Er befindet sich an der Außenwand des Pfarrheims Edith Stein in der Neuburger Straße. Das selbst-sprechende Gerät kann im Notfall von jedem Mitbürger entnommen und durch die Sprachanleitung kinderleicht und sicher genutzt werden. Dennoch werden aktuell in mehreren Schulungen unter dem Titel „Wir, die Hammerschmiede retten durch Defibrillieren Menschenleben!“ die Bürger auf den Ernstfall vorbereitet.

Defi: Mehr Sicherheit für alle Bürger

Neben einer theoretischen und praktischen Einweisung gibt es hier eine wichtige Botschaft: Im Ernstfall darf und soll der Defibrillator von jedem Bürger benutzt werden, denn dieser kann aufgrund seiner intelligenten Automatik nur dann schocken, wenn der Patient einen Stromstoß benötigt. Eine fehlerhafte Bedienung ist praktisch ausgeschlossen. Ein besonderer Dank geht hier an den Berufsfeuerwehrmann Simon Grewenig, der das Gerät ehrenamtlich besorgt hat und auch Schulungen zum Gebrauch angeboten hat. Nun hoffen alle, dass das Gerät möglichst gar nicht zum Einsatz kommen muss. Es ist aber gut zu wissen, dass im Notfall ein Defibrillator in der Nähe ist.
1
Einem Autor gefällt das:
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.