Mit 100 Jahren in die Zukunft!

100 Jahr alt, immer noch schön und bald noch schöner - die Hans- Adlhoch - Schule. Foto Blöchl
 
Sie freuen sich über die Modernisierung v-l- Schulrätin Ingrid Rehm - Kronbitter, OB Dr. Kurt Gribl, Bildungsreferent Hermann Köhler, Rektorin Sabine Stahl - Schnitzler, Architekt Alen Jasarevic. Foto Blöchl


Hans – Adlhoch – Schule wird modernisiert.


Vor kurzem erst hatte die Schule ihr 100 – jähriges Jubiläum gefeiert. Mitten im 1. Weltkrieg wurde sie in Betrieb genommen – die älteste Schule in Pfersee. Von 1914 1916 dauerte der Neubau, vor 100 Jahre begann dann der Schulbetrieb. Vom architektonischen ist sie immer noch eine Augenweide, deshalb steht sie auch teilweise unter Denkmalschutz. Und sie hat viel erlebt, die Schule die einmal am Rande des Stadtteils Pfersee lag, heute aber mittendrin ist. Der Übergang von der deutschen zur lateinischen Schrift war dabei nur ein kleiner Aspekt. 2 Weltkriege wurden fast unbeschadet überstanden, nur wegen Kohlemangel fiel einige Male die Schule aus: Während des 2. Weltkriegs wurde sie als Lazarett genutzt. Nach der Wiedereröffnung wurde sie nach dem Widerstandskämpfer Hans Adlhoch benannt. Mehrere Überschwemmungen haben zwar manche Schäden angerichtet, insbesondere das große Hochwasser 1999 war ziemlich dramatisch, aber immer wieder ging es bald mit dem Unterricht weiter. Waren früher Eltern eher Bittsteller bei den Lehrern, änderte sich seit der „Revolution“ mit dem ersten Elternabend vor 79 Jahren doch einiges im Schulbetrieb. 60 Schüler in einer Klasse war 1947 der Normalfall, natürlich nach Mädchen und Jungen getrennt, heute sind schon Klassenstärken 35 Kindern ein Horror für alle Eltern und Pädagogen. Seit einigen Jahren ist auch gesunde Verpflegung der Kinder bedeutsam geworden, insbesondere auch durch die Einführung von Ganztagsunterricht, Früher ging es eher darum überhaupt satt zu werden, heute spielen andere Aspekte eine Rolle.

Von der Schule zum Bildungshaus.


Jetzt steht der nächste Schritt in die Zukunft an. Aus der Schule soll ein „Bildungshaus“ werden, wie Rektorin Sabine Stahl – Schnitzler bei der kleinen Feier zum Beginn der großen Veränderungsmaßnahmen betonte. Das beinhaltet nicht nur bauliche, sondern auch gestalterische und konzeptionelle Änderungen. Für die derzeit 455 Schülerinnen und Schüler aus 25 Nationen soll der optimale Lern- und Aufenthaltsraum „Schule“ geschaffen werden, in dem sich die Kinder wohlfühlen. Insgesamt fast 9 Millionen Euro werden investiert, bis 2019 soll die Gesamtmaßnahme abgeschlossen sein. OB Dr. Kurt Gribl betonte den parteiübergreifenden Konsens in der Stadt, der bis 2020 100, bis insgesamt 2030 300Millionen in die Ertüchtigung Schulen vorsieht.

Umbau bei vollem Schulbetrieb.


Die Modernisierung wird bei laufendem Unterricht durchgeführt. Das großzügige Angebot der Schülersprecher, „wir bleiben auch mal ein paar Tage zuhause wenn es notwendig ist!“ traf bei den Schulvertretern auf kein positives Echo, vielmehr soll der Unterrich nur möglichst wenig gestört werden. „Das ist eine besondere Aufgabe“ meinte dazu Architekt Alen Jasarevic. Auch die logistische Organisation, des mit vielen schulinternen Umzügen verbundenen Umbaus stellt eine Herausforderung dar.
Bei der Adlhoch-Schule sollen die Eingriffe in die Bausubstanz sich dabei auf ein Minimum beschränken und trotzdem ein modernes zukunftsgerichtetes Lernen ermöglicht werden. Am sichtbarsten wird 1 Tüurm sein, der mit Aufzügen ausgestattet sind. Dadurch wird für das Schulgebäude fast vollständig Barrierefreiheit hergestellt, ein großer Schritt für die Umsetzung des Anspruchs auf Inklusion.
Natürlich wird auch größter Augenmerk auf Sicherheit und Brandschutz gelegt, das allein erfordert erhebliche Summen. Die großzügige Gestaltung der Flure im Schulgebäude beim Neubau vor 100 Jahren ermöglicht heute die Nutzung eben dieser auch als Gruppenräume, was architektonisch umgesetzt werden soll. Die zukünftige offene Ganztagsbetreuung erfordert Räume für die Mittagsversorgung und Betreuung, die im Untergeschoss gebaut werden. Die ehemalige Turnhalle im Haupthaus wird zukünftig als Pausenhalle und auch als mehrfunktionale Schulaula genutzt werden. Nicht zuletzt können auch Pausenhof und Grünflächen eine neue Gestaltung vertragen, auch das wird im Rahmen der Modernisierung angepackt. Der in einem Lied von den Schülern ausgedrückte Wunsch, dass auch viele technische Neuerungen wie Tablets und Co. bald in den Unterricht einfließen würden, kann im Rahmen des jetzigen Umbaus kaum erfüllt werden, aber zumindest die Rahmenbedingungen dafür sind vorhanden. Die nächste Modernisierung werden sie selbst dann höchstens als Eltern oder Lehrkräfte erleben.
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