Neue Radwege in Lechhausen?

Hier wird es sicher enger wenn die Neuburger Straße einspurig wird. Foto Blöchl
 
Der Knotenpunkt Schlössle ist ein neuralgischer Punkt für die Stadtteilentwicklung. Foto Blöchl

Die Situation für Radfahrer in der Neuburger Straße soll verbessert werden. Durch den Bau von Radwegen verengen sich aber auch die Fahrspuren für die Autos.

Die Situation für Radfahrer ist in Lechhausen an manchen Stellen gut, an anderen Stellen nicht besonders angenehm – und auch unsicher. Vor allem die Neuburger Straße von der Ulrichsbrücke bis zum Schlössle und weiter darüber hinaus ist unbefriedigend, wenn nicht gar gefährlich. Zwar wurde stadtauswärts eine Spur für Radfahrer ausgewiesen, doch diese endet abrupt vor dem ehemaligen Postamt und führt manchmal zu riskanten Begegnungen von Radfahrern und Autofahrern. Der Radweg ist zwischen dem fließenden Verkehr und den Parkplätzen vor den Geschäften angelegt. Auch das ist nicht ganz ungefährlich, immerhin aber eine Verbesserung der früheren Situation.

Aufgrund von Untersuchungen eines beauftragten Planungsbüros hatte Ende Juli der Bauausschuss des Stadtrates grünes Licht dafür gegeben, im kommenden Jahr rund um das Schlössle und in der Neuburger Straße Änderungen in der Verkehrsführung vorzunehmen. Denn am Schlössle beginnt ein ziemlich verwirrendes kurzes Stück Radweg, das dann aber sowohl in der Neuburger als auch der Blücher Straße sehr schnell endet und in den allgemeinen Straßenverkehr einmündet.

Dringender Handlungsbedarf ist also schon lange gegeben, jetzt scheint es Bewegung zu geben. Dabei steht die Veränderung für die Radfahrer im Vordergrund. Der bisher an der Elisabethstraße endende Radweg stadtauswärts wird weiter Richtung Schlössle und darüber hinaus auf der rechten Seite der Neuburger Straße verlängert. Die bisher eher unklare Abbiegesituation am Schlössle wird durch Umbauten ebenfalls verändert. Auf der stadteinwärts führenden Seite der Neuburger Straße wird beginnend ab der Einmündung Widderstraße ein markierter Radweg ausgewiesen. Damit haben die Radler künftig freie Fahrt bis zur Brücke und in die Innenstadt – das gefährliche Einfädeln auf Höhe des Postamts entfällt.

Städtebaulich ist am Schlössle noch viel zu tun. Es ist ein zentraler, vor allem am Morgen und am späten Nachmittag, dicht befahrener Verkehrsknotenpunkt, an dem Autos, Straßenbahnen, Busse, Radfahrer und Fußgänger aufeinandertreffen. Die bisherige Verkehrsführung entspricht dabei sicher nicht den Anforderungen. Auch das Ziel „Fahrradstadt Augsburg“ wäre mit der bisherigen Gestaltung an dieser Stelle nicht erreichbar. Mit der neuen Planung soll daher ein wichtiger Schritt in diese Richtung unternommen werden.

Neuburger Straße soll attraktiver werden


Für den Autoverkehr am Schlössle bedeuten die Veränderungen logischerweise auch Einschränkungen. Durch die Einführung des Radwegs verengen sich die Fahrbahnen rund um das Schlössle. Das Planungsbüro hat in seinen Untersuchungen aber festgestellt, dass durch die Maßnahmen zwar eine Verlangsamung des Individualverkehrs stattfinden werde, die Leistungsfähigkeit der Straßen aber weiter gegeben sei. Dafür soll etwa eine neue Ampelschaltung rund um das Schlössle sorgen. Positiver Nebeneffekt der Maßnahme wird voraussichtlich auch sein, dass der Marktplatz vor dem Grünen Kranz größer und damit attraktiver wird als bisher. Die geplanten Veränderungen machen das Autofahren rund um das Zentrum Lechhausens nicht attraktiver – ohne es auszusprechen ist dies vielleicht auch ein Ziel der Maßnahme, das Verkehrsaufkommen in der Einkaufsstraße zu senken. In allen Untersuchungen rund um das Stadtteilentwicklungskonzept war davon die Rede, dass das hohe Verkehrsaufkommen in der Neuburger Straße und rund ums Schlössle die Attraktivität des gesamten Stadtteilzentrums in Frage stellt. Perspektivisch hat das Planungsbüro auch vorgeschlagen, die Neuburger Straße mit Bäumen zu begrünen, das wäre ein weiterer Schritt hin zu einem attraktiven Stadtteilzentrum.

Das liebe Geld spielte bei den Beratungen im Bauausschuss natürlich auch eine wichtige Rolle. Die geplanten Baumaßnahmen sind mit circa 400 000 Euro veranschlagt und sollen 2017 umgesetzt werden. Die Finanzierung soll über Fördermittel und über Mittel aus dem Programm „Fahrradstadt“ erfolgen.
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