Neujahrsempfang der Pfarreiengemeinschaft St. Pankratius: Geht der Welt der Atem aus?

v.l. Die beiden Vorsitzenden der Pfarrgemeinderäte von Unsere Liebe Frau, Marcus Risini und St. Pankratius, Herbert Kollars mit Pfarrerin Katharina Beltinger und Stadtpfarrer Markus Bader. Foto Blöchl

Ökumene und Friedenshoffnung prägen Neujahrsempfang.

Nachdenkliche aber gleichzeitig auch hoffnungsvolle Töne gab es beim Neujahrsempfang der Pfarreiengemeinschaft St. Pankratius/Unsere Liebe Frau im voll gefüllten Pfarrsaal St. Pankratius. Nach dem Gottesdienst hatten sich ca. 130 Personen, vor allem auch aus Lechhauser Organisationen und Vereinen, versammelt, ein Zeichen für den Zusammenhalt im Stadtteil. Der Vorsitzende des Pfarrgemeinderates von St. Pankratius, Herbert Kollars, stellte angesichts der Zustände der Welt eingangs die Frage: „Wo ist der Frieden geblieben?“ Er zeigte sich schockiert über die Anschläge durch wenige Flüchtlinge, die „die Nächstenliebe mit Füßen treten und ein Hohn für alle schutzsuchenden sind!“ . Trotzdem betonte er, dass „ das Fremde nicht abgelehnt werden muss um das Eigene zu bewahren!“

Stadtpfarrer Markus Bader beschrieb in seiner Rede die Kirche nicht als „Zollstation mit Gesetzen sondern als offenes Vaterhaus“ für alle Menschen. Seinen Dank an die Helfer für die Flüchtlinge in Lechhausen verband mit einer heftigen Warnung vor dem überall aufkeimenden Nationalismus, der den Frieden bedrohe. Er rief zu einer Kultur der Aufmerksamkeit auf, die auch unseren eigenen Lebensstil und seine Folgen hinterfragt. Das Jahr 2017 als Jahr der Erinnerung an die Reformation vor 500 Jahren erfordere die gemeinsame Verantwortung aller für die Bewahrung des Friedens und der Schöpfung. Der derzeit herrschende „Wachstumswahnsinn“, die den „Menschen den Atem ausgehen lässt!“, sei zu überwinden, damit die „Welt wieder zu Atem kommt!“. Kritische und eindringliche Worte die sehr viel Beifall fanden.

Gute Zusammenarbeit der Lechhauser Kirchen

Die evangelische Pfarrerin Katharina Beltinger von der Pfarrei St. Markus betonte die gute Zusammenarbeit der Kirchen in Lechhausen, die auch „durch Irritationen auf höheren Ebenen der Kirchen“ nicht gestört wird. Sie erinnerte auch daran, dass „die christlichen Kirchen im Lauf der Zeit viel Schuld angesammelt haben“, die nun durch Zusammenarbeit und dem Abbau von Mauern von Vorurteilen und Intoleranz gemeinsam mit den „Geschwistern“ der anderen Kirchen abgetragen werden soll. Sie rief dazu auf, das Jubiläum gemeinsam ökumenisch zu feiern, gemeinsam politisch die heillosen Zustände der Welt zu bekämpfen, mit Demut der Schuld, der Christen zu gedenken. Aber auch kontroverse Diskussionen, Fröhlichkeit und Gemeinsamkeit gehörten zum Jubiläum. In Lechhausen wird es im Laufe des Jahres ebenfalls einige gemeinsame Veranstaltungen geben.
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