Nichts Extriges – etwas Besonderes!

v.r. Eckhard Rasehorn (AWO). Angela Jekic, Gregor Lang(Stadtjugendring), Baris Sema und Türke Saniye (Stadtteilmütter Hochfeld) beleuchteten aus unterschiedlichen Blickwinkeln die Bedeutung der MGT's. Foto Blöchl
 
OB Dr. Kurt Gribl wies auf die Besonderheiten in Augsburg hin. im Vordergrund das Orchester "die Bunten". Foto Blöchl

10 – jähriges Jubiläum der Mehrgenerationentreffs in Augsburg wird gefeiert. Wie eine Besonderheit zum Modell wird!

„So wie wir das wollten war es nicht vorgesehen, wir mussten deshalb kreativ sein!“ erzählten Gabriele Kühn und Sabine Noellke – Schaufler über die Entstehung des mittlerweile bundesweit anerkannten Augsburger Modellprojekts – den sog. „Augsburger Stern“. Frau Kühn war damals, vor 10 Jahren Mitarbeiterin des damaligen Sozialreferenten und Ideengebers Konrad Hummel, Frau Noellke – Schaufler die 1. Leiterin des Büros für bürgerschaftliches Engagement. Sie waren, zusammen mit vielen Anderen die Initiatoren des Augsburger Sonderweges und maßgeblich an dessen Entstehung beteiligt. Entgegen der Absichten des von Bundesebene initiierten Projektes, in möglichst vielen Städten und Gemeinden ein Mehrgenerationenhaus als Begegnungsmöglichkeit der unterschiedlichen Generationen zu schaffen, ging Augsburg einen eigenen Weg.

Augsburg ist etwas Besonderes!
„Wir sind keine Extrigen sondere Besondere! Das erleben wir in Augsburg öfters!“ beschrieb ein wenig schmunzelnd Oberbürgermeister Dr. Kurt Gribl bei der Jubiläumsfeier zum 10 – jährigen Jubiläum der Mehrgenerationentreffs in Augsburg die Entstehungsgeschichte. Mit einigen Tricks und Listen gelang es, die Bundesebene als größten Finanzier davon zu überzeugen, dass der Augsburger Weg, nicht ein Haus, sondern viele kleine Treffpunkte in den unterschiedlichen Stadtteilen zu finanzieren, zumindest erprobens- und damit auch unterstützenswert wäre, akzeptiert wurde. So entstand der „Augsburger Stern“ der von anfänglich 5 Einrichtungen heute auf 11 MGT’s wie fast alle sagen, gewachsen ist. Heute gibt es die Treffpunkte in Lechhausen, der Firnhaberau, der Hammerschmiede, im Hochzoll und in Haunstetten, auch in Kriegshaber und im Bärenkeller sind sie aktiv, im Hochfeld und in Göggingen gibt es Stützpunkte, Angebote für die Generationen werden auch im Herrenbach organisiert. Für das Zentrum und die Koordination ist das Büro „Bürgerschaftliches Engagement“ in der Neuen Stadtbücherei zuständig.
Der besondere Weg in Augsburg beinhaltet auch, dass Vielfalt und Unterschiedlichkeit gewollt und gewünscht waren und sind. Die Träger der jeweiligen Treffpunkte in den Stadtteilen spiegeln auch die Vielfalt der Stadtgesellschaft wieder. Die Arbeiterwohlfahrt hat dabei, „ auch unter Einsatz eigener Mittel“ (Geschäftsführer Eckhard Rasehorn bei der Feier) genauso Verantwortung übernommen wie das Rote Kreuz, die Gemeinschaft „Pro Bärenkeller“ die Caritas und andere Verbände und Vereine. Und genauso vielfältig wie die Träger ist auch das Angebot der MGT’s. „Wir wollen keine Uniformität!“ betonte OB Gribl. Die Vielfalt der Stadtgesellschaft spiegelt sich auch in den unterschiedlichen Ansätzen und Programmen wieder. Staatssekretär Johannes Hintersberger vom Bayerischen Sozialministerium wies auf die Bedeutung der Förderung des Ehrenamtes hin, die ein Schwerpunkt der Tätigkeit der generationenübergreifenden Stützpunkte sind.

Das Erfolgsmodell braucht Kontinuität.v
Ungewöhnlich für das gesamte Projekt ist die Finanzierung. Bis heute beteiligt sich der Bund zu einem erheblichen Teil an der Finanzierung der Mehrgenerationen-häuser, in Augsburg auf mehrere Standorte verteilt. Normalerweise handelt es sich dabei um eine Anschubfinanzierung, die später von den Städten quasi zu übernehmen ist. Hinsichtlich der Finanzsituation nicht nur der Stadt Augsburg appellierten mehrere Redner an die anwesende Bundestagsabgeordnete der SPD Ulrike Bahr, sich für eine Verlängerung der Co-Finanzierung durch den Bund auch über 2016 hinaus einzusetzen.
Auf Seite der beteiligten Akteure in Augsburg wurde in mehreren Gesprächsrunden klar, welche Bedeutung die Treffpunkte mittlerweile für die Stadt haben. AWO – Vertreter Rasehorn betonte das außerordentliche Engagement der MGT – Verantwortlichen, „die mit 450.- Euro – Verträgen unterbezahlt aber trotzdem hoch motiviert sind!“. Stadtteilmütter aus dem MGT – Hochfeld beschrieben die Bedeutung ihrer Möglichkeiten durch den Treff. Dort treffen sich jede Woche bis zu 30 Mütter unterschiedlichster Herkunft und ihre Kindern und unterstützen und helfen sich gegenseitig. Viele andere Beispiele wie sich Menschen unabhängig von alter oder Herkunft helfen waren zu hören und zu erleben.
Besonders beeindruckend die musikalische Begleitung der Feier durch das inklusive Orchester „die Bunten“, geleitet von Angela Jekic und angesiedelt beim MGT Hochfeld. Allein die Freude und durchaus auch Professionalität des Zusammenwirken behinderter und nichtbehinderter Menschen in diesem vorbildlichen Projekt verdeutlichte, wie wichtig der Ansatz der Mehrgenerationenreffs in der Realität ist. Mit eine bunten und vielfältigen Fest im Annahof wurde dieses Jubiläum gebührend gefeiert - und selbst der Wettergott wollte da nicht stören!. Der momentan übliche Regenguss begann erst nach Ende der Veranstaltung.
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