Personalabbau bei UPM in Augsburg: Was Betriebsrat und Gewerkschaft dagegen tun wollen

150 Mitarbeiter von UPM sollen in Augsburg entlassen werden. (Foto: Axel Bueckert/ 123rf.de)

Der Schock sitzt noch tief bei den Beschäftigten von UPM in Augsburg. Am Donnerstag wurden um 9 Uhr die Aufsichtsratsmitglieder, um 09.45 Uhr der Betriebsrat und um 10.30 Uhr die gut 450 Mitarbeiter zählende Belegschaft über einen geplanten Personalabbau im Werk Augsburg informiert. Das teilt die Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IGBCE) nun in einer Pressemitteilung mit.

UPM ist ein internationaler Papierhersteller, der 2001 die Augsburger Papierfabrik Haindl übernommen hat. Vom Arbeitsplatzverlust sollen im Werk Augsburg nun 150 Mitarbeiter und im Österreichischen Steyrermühl 125 Mitarbeiter betroffen sein. Bei einer Belegschaftsversammlung habe Senior Vice President Ruud van den Berg den Abbau der Arbeitsplätze bestätigt. Michael Koppe, der Betriebsratsvorsitzende von UPM Augsburg, und sein Stellvertreter Christian Korte hätten den Betriebsrat sofort nach der Verkündung zu einer Sondersitzung zusammen geholt. Zu dieser Sitzung waren auch Torsten Falke, Bezirksleiter der IGBCE und Werksleiter Gerhard Mayer eingeladen. Unmittelbar danach wurde ein Fachanwalt für Arbeitsrecht beauftragt, die Interessen des Betriebsrates juristisch zu vertreten.
Am kommenden Donnerstag tagt der UPM Aufsichtsrat in Augsburg und wird über die Zielsetzung der Konzernleitung beraten. Der Wirtschaftsausschuss des
Gesamtbetriebsrates habe ebenfalls bereits Informationen angefordert. UPM hat einen ambitionierten Zeitplan vorgelegt. Ziel der Konzernleitung sei es dem Vernehmen nach, bis Mitte Dezember die Verhandlungen um einen Interessenausgleich und Sozialplan abzuschließen. Die Papiermaschine solle jedenfalls Ende des Jahres abgestellt werden und Anfang 2017 nicht mehr anfahren.
Nach Ansicht der IGBCE könne es sich dabei, momentan nur um eine Wunschvorstellung der Geschäftsführung handeln, da Verhandlungen mit dem Betriebsrat bisher noch gar nicht stattgefunden hätten. Ob der Terminplan eingehalten wird, hänge auch davon ab, ob es Alternativkonzepte geben kann, um den Personalabbau abzumildern oder zu verhindern. Momentan hielten sich noch alle Beteiligten bedeckt, da viele noch geschockt seien. IGBCE und Betriebsrat kündigen jetzt schon an, alle rechtlichen Schritte zu prüfen und auch anwenden zu wollen.
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