Peter Fischer – Lechhausen ist Heimat und Aufgabe

Die Baustelle am Schllössle ist für ihn der sichtbare Fortschritt im Stadtteil. Foto Blöchl
 
2015 erhielt er die kommunale Verdienstmedaille der Stadt Augsburg. Foto Blöchl
 
Als Vorsitzender der Aktionsgemeinschaft will er weiter für Lechhausen tätig sein. Foto Blöchl
Beim Treffen mit dem Vorsitzenden der Lechhauser Aktionsgemeinschaft (AGL) im Eiscafé an der Blücherstraße erscheint er im „Freizeitlook“, eher ungewöhnlich für den gelernten Banker. Das Geheimnis lüftet sich sich, seit ein paar Tagen ist er im Ruhestand. Er sagt, dass ihm der Abschied nicht schwer gefallen ist, obwohl er immer gern gearbeitet hat. Nun will er sich mehr um die Familie kümmern und, wie viele Rentner das tun, Dinge in Haus und Keller aufarbeiten, die langem liegen geblieben sind. Und er will sich weiter um „sein“ Lechhausen kümmern.“Ich bin in Lechhausen geboren, zur Schule gegangen und habe bisher an 3 unterschiedlichen Stellen in Lechhausen gewohnt. Ich bin wohnsitzmäßig nie aus Lechhausen weggekommen“. Seit 2007 ist er Vorsitzender der AGL, einem Zusammenschuss von ca. 100 Gewerbetreibenden in Lechhausen, Wir sprechen mit ihm über die AGL und die aktuellen Entwicklungen im Stadtteil.

StaZ:
Sie hatten vor kurzem die Mitgliederversammlung der Aktionsgemeinschaft Lechhausen (AGL), was waren wesentliche Diskussionspunkte?
Fischer: Da es keine Versammlung mit Neuwahlen war, war die Stadtteilentwicklung und der Bericht zu unseren Aktionen der logische Schwerpunkt. Aber auch die Betrachtung neuer Entwicklungen wie die Verbesserung des Gewerbegebietes Nord waren Thema. Bei letzterem Thema haben wir eher eine Rolle als Vermittler und Moderator, andere Dinge gestalten wir maßgeblich mit.
StaZ: Die Rolle der AGL in Lechhausen, wie würden Sie diese definieren?
Fischer: Wir sehen uns zum einen als Organisation, die mit zentralen Veranstaltungen versucht, den Stadtteil Impulse zu geben. Das haben die Gründerväter schon vor 20 Jahren in die Satzung der AGL geschrieben. Zusätzlich sehen wir uns aber als Motor für Lechhausen, um wichtige Dinge voranzutreiben. Dadurch sind wir auch Ansprechpartner für die Stadt und die dort Verantwortlichen. Für die Stadt hat das den Vorteil, örtliche Partner zu haben, die Anliegen weiter transportieren.
StaZ: Kritiker werfen Ihnen vor, nur das Stadtteilzentrum und die Geschäfte dort zu sehen, Randgebiete zu vernachlässigen?
Fischer: Die Kritik kann ich nicht annehmen. Wir sind für ganz Lechhausen im Einsatz. Beispiel dafür ist unser Einsatz für die Versorgung mit Fernwärme, an deren Planung wir beteiligt waren. Auch in die Diskussion um die Bordelle im Stadtteil haben wir eingegriffen. Die Begrenzung des integrierten Stadtteilentwicklungskonzept (ISEK) auf die ausgewiesene Sanierungszone rund um das Zentrum war notwendig, weil nur durch die Fokussierung entsprechende Mittel zur Verfügung standen.

Aktuelle Projekte wirken auf Jahrzehnte.

StaZ: Es ist ja immer von zentralen Projekten die Rede, was bedeutet das?
Fischer: Die zentralen Projekte Schlössleplatz, Grüner Kranz und Floßlände, die wir maßgeblich mit beeinflusst haben, haben essentielle Bedeutung für Lechhausen. Sie entfalten Wirkungen für die nächsten Jahrzehnte. Die Fokussierung auf die Achse Neuburger – Blücherstraße war wichtig und richtig und war ebenfalls ein bedeutender Beitrag zur Entwicklung Lechhausens. Das ISEK – Programm hat unheimlich viele Impulse gebracht, die Erfolge werden manchmal aber erst später sichtbar werden.
StaZ: Wie ist der Stand bei den Großprojekten Grüner Kranz und Flößerpark?
Fischer: Der Grüne Kranz als solcher ist Geschichte, der Neubau ist weitgehend in trockenen Tüchern und hat begonnen. Für uns ist es nun wichtig darauf zu achten, dass die Gestaltung des neuen Stadtplatzes möglichst zeitgleich mit der Eröffnung des neuen Grünen Kranzes erfolgt. Es wäre fatal wenn sich diese dann noch einmal 5 Jahre hinziehen würde. Positiv ist der Beschluss des Stadtrates, den Fahrradweg auf der nördlichen Seite der Neuburger Straße neu anzulegen. Wir sind dabei, den Taxistand zu verlegen. Beim Flößerpark mussten wir die Verschiebungen akzeptieren, aber das Projekt wird kommen und ist nicht mehr umkehrbar. Die Floßlände, insbesondere die Gastronomie ist weiterhin noch nicht endgültig entschieden. In einem zweiten Interessenbekundungsverfahren wird hoffentlich bis Ende Juli eine Entscheidung zu Stande kommen. Für die AGL wäre der Investor der die Gastronomie im Grünen Kranz macht, wir die wohl beste Lösung.

Unsere Stärke ist die Zusammenarbeit.

StaZ: Wie funktioniert die Zusammenarbeit mit anderen Akteuren im Stadtteil?
Fischer: Wir haben im Stadtteil die einmalige Situation dass es mit AGL, ARGE und Fachbasis quasi 3 Dachorganisationen hat, die in der Regel auch durch personelle Verbindungen weitgehend im Konsens arbeiten. Uns einigt immer die Suche nach der für den Stadtteil besten Lösung, persönliche Interessen spielen keine Rolle. Auch die Zusammenarbeit mit den Stadträten sehen wir positiv.
StaZ: Manche Lechhauser meckern, das nichts vorwärtsgeht wie sehen Sie das?
Fischer: Wir sind glücklich über die Dinge die sich bewegen. Auch wenn der Bürger von vielen Dingen wenig sieht, es tut sich was. Der Grüne Kranz wird neu gebaut, am Lechufer beginnen noch im Sommer die Arbeiten am Ufer zur Abflachung. Und demnächst wird auch eine Bautafel, die wir seit langem fordern, am Flößerpark aufgestellt. Klar, mache Dinge dauern oft sehr lange, die Entscheidungswege sind zäh und manchmal undurchsichtig, aber unsere Beharrlichkeit hilft dann doch meistens. Erst kürzlich haben Bürger festgestellt, dass sich schon durch die ersten Maßnahmen die Situation mit einer Problemszene am Lech verbessert hat. Es sind nicht die spektakulären Sachen, es sind die kleinen, oft wenig auffälligen Schritte die Veränderungen bringen. Natürlich sehen wir auch Schwachpunkte die uns Sorgen machen, ein Beispiel dafür ist die Altersentwicklung in einigen Vierteln, aber hier haben wir wenige Möglichkeiten der Beeinflussung. Vielleicht sehen wir aber manche Sachen einfach auch zu kritisch. So lobte vor Kurzem ein Investor von außerhalb den Stadtteil wegen seiner guten Entwicklung, die Sicht von außen scheint oft positiver als unsere eigene.

Feste und Veranstaltungen trotz Schlössleumbau.

StaZ: Was passiert durch den Umbau am Schlössle mit dem Weihnachtsmarkt und dem Marktsonntag? Wie geht es weiter mit der Kirchweih?
Fischer: Natürlich wird es den Marktsonntag geben, ein Teil der Aktionen wird dann aber an der Einmündung Elisabethstraße und anderen Standorten stattfinden. Den Weihnachtsmarkt möchten wir, wenn es irgendwie geht, auf dem Platz halten. Vielleich unter Einbeziehung der Humboldtstraße. Alternativ überlegen wir die Widderstraße beim Kriegerdenkmal am Platz des Wochenmarktes zu nutzen. Andere Standorte sind ebenfalls noch denkbar. Der Zuspruch im letzten Jahr war unheimlich stark, der Besuch der beste der letzten 7 Jahre, deshalb werden wir ihn auf jeden Fall fortführen. Zur Kirchweih ist festzustellen, dass wir sie unbedingt brauchen und halten wollen. Im vergangenen Jahr war sie attraktiver im Außenbereich, für das Bierzelt gilt aber schon, dass da vor allem der Wirt gefragt ist. Seitens des Grundstückseigentümers gibt es auch keine Signale, dass ein anderer Platz für das Bierzelt gesucht werden müsste.
Staz: Und zum Abschluss – welche Note geben sie Lechhausen?
Fischer: Eine 3 + mit der klaren Tendenz zur 2!
1
Einem Autor gefällt das:
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.