Sozialstation: In einem Jahr zehn Mal um die Welt

Sie freuen sich über das gute Ergebnis und die gute Arbeit der Sozialstation. v.l. Hans-Peter Roßkopf, Markus Bader, Ulla Holstein und Pflegedienstleiterin Liane Ackermann. Foto Blöchl
 
Sie werden zukünftig die Geschicke der Einrichtung steuern. V.l. Hans - Peter Roßkopf, Markus Bader, Ulla Holstein, Dr. Kurt Herzog, Gabriele Schuwerk, Hannelore Stiller und Gerhard Hetzler. Fehlend Johannes Hintersberger und Thomas Steger. Foto Blöchl
Man sieht sie oft in Lechhausen, der Firnhaberau und der Hammerschmiede – die kleinen Flitzer der Sozialstation aus der Kantstraße. Die Pflegekräfte sind im Einsatz, um alten und kranken Menschen ein menschenwürdiges Leben in ihrem gewohnten Umfeld zu ermöglichen.
„Wir leisten mehr als Pflege,“ ist gar das Credo der Verantwortlichen der sozialen Einrichtung der Caritas. Der oft beschworene demografische Wandel erfordere dabei neue Methoden und Formen der Behandlung und Betreuung. „Die Menschen werden älter, sie wollen ihre Lebensqualität möglichst lange erhalten und ein selbstbestimmtes Leben führen“, fasst die Geschäftsführerin der Sozialstation, Ulla Holstein, die Anforderungen zusammen, denen heute eine moderne und humane Pflege gerecht werden muss.

Neue Aufgaben, neue Angebote


Die ambulanten Rehabilitationsangebote erreichen mittlerweile mehr als 200 Patienten, der Bedarf steigt ständig. Der Hausnotruf ist inzwischen bei über 140 Menschen eingerichtet worden. Krankengymnastinnen und Ergotherapeuten kümmern sich um Menschen nach Krankenhausaufenthalten und helfen ihnen, wieder mobil zu werden. Die Gesellschaft ändert sich und damit will und muss auch die Sozialstation sich ändern.
Die Mitglieder des Vereins, der die Sozialstation trägt, ermöglichen auch, dass Angebote gemacht werden, die von den gesetzlichen Kassen nicht übernommen werden. Hausbesuche, Patientenfeste und verschiedene Feiern können nur durch diese Beiträge ermöglicht werden. Leider sei die Mitgliederzahl rückläufig, erläutert der Vorsitzende Hans-Peter Roßkopf. Den Neueintritten in den Verein stehen nach seinen Angaben eine hohe Zahl an Todesfällen gegenüber, die zu dieser negativen Entwicklung führen. Aber immerhin fast 1400 unterstützen die Arbeit.
Im Zuge ihrer Tätigkeit legen die Beschäftigten der Sozialstation übrigens jährlich mehr als 400 000 Kilometer zurück, sie umrunden quasi zehn Mal die Erde, obwohl sie die nordöstlichen Stadtteile kaum verlassen. Eine enorme Leistung. Einige andere nackte Zahlen lassen sich für einen Laien schwer einordnen, lassen aber erahnen wie umfangreich die Tätigkeit der Beschäftigten ist: 28 000 Hausbesuche, 14 000 Verbände, 10 000 Injektionen, 30 000 mal Medikamentierung – die Liste ließe sich lange fortsetzen.
Das alles muss sich auch für eine soziale Einrichtung wirtschaftlich rechnen. Deshalb sei es erfreulich, dass im Geschäftsjahr 2015 ein kleiner Überschuss erzielt werden konnte. Stolz ist man dabei auch, dass bei der Prüfung der Qualität der Arbeit durch den Medizinischen Dienst der Krankenkassen (MDK) in allen Bereichen die beste Note 1,0 erreicht wurde.

Vorstand ergänzt


Aufgrund der durchweg positiven Berichte gab es freilich auch bei der turnusmäßigen Neuwahl des Vorstandes keine großen Veränderungen. Neben den bewährten Kräften Hans- Peter Roßkopf, Johannes Hintersberger, Kurt Herzog, Gabriele Schuwerk, Thomas Steger und Hannelore Stiller wurde Gerhard Hetzler neu in den Vorstand berufen. Stadtpfarrer Markus Bader gehört dem Vorstand aufgrund seines Amtes an. In seinem Schlusswort kritisierte der Vorsitzende Hans-Peter Roßkopf dann noch die privaten Pflegedienste, die den gesamten Pflegesektor in Misskredit bringen würden.
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