Viel Lob beim Jubiläum!

OB Dr. Kurt Gribl (v.l.) lobte die Fachbasis mit Uschi Rauh und Gregor Lang. Rechts Holger Marschall, der die Feier musikalisch begleitete. Foto Blöchl
 
Die Stärkung des kulturellen Angebots im Stadtteil ist ebenfalls ein Anliegen der Fachbasis. Foto blöchl

Fachbasis feiert 25 – jähriges Bestehen.


Einen alten Rahmen mit viel Symbolik und einigen Zukunftsträumen hatte die Fachbasis Lechhausen – Hammerschmiede – Firnhaberau’ für die Feier zum 25 – jährigen Bestehen des Vereins ausgewählt. In der alten Schlosserei der Familie Seitz in der Humboldtstraße wurde Rückschau gehalten, die Gegenwart beleuchtet und auch einige Zukunftsideen entworfen. Eine davon ist, in die Schlosserei wieder mit Leben zu erwecken, sie zu einem kulturellen Treffpunkt im Stadtteil zu machen. Bis dahin wird es ein steiniger Weg werden, den die Fachbasis aber versuchen will, zu gehen.

Viele Erfolge – neue Herausforderungen - ungewisse Perspektiven.


Die Gründung des Vereins erfolgte mehr gezwungenermaßen als geplant, wie die seit 2013 als Vorsitzende fungierende Uschi Rauh erzählte. Einigr engagierte Bürgerinnen und Bürger hatten bereits seit den 80er Jahren des letzten Jahrhunderts versucht, durch Netzwerke im Stadtteil Probleme aufzugreifen und Initiativen zur Verbesserung, insbesondere der sozialen Situation in den Stadtteilen, zu ergreifen. Als die Initiative 2001 den bayerischen Sozialpreis, dotiert mit einem relativ hohen Preisgeld, verliehen bekam, war die Gründung des Vereins unumgänglich geworden. Heute hat die Fachbasis um die 40 Mitglieder, die meisten sind Vertreter von Institutionen, es gibt auch Einzelpersonen als Mitglied. Ein Mitgliedsbeitrag wird bisher nicht erhoben.
Ziemlich einzigartig war und ist die Zusammensetzung des Vereins. Schulen und Kindergärten, Polizei und Stadt, Kirchen und Religionsgemeinschaften, Parteivertreter und Stadträte – die Mitglieder spiegeln den Stadtteil wieder. Das gewährleistet, dass man nah an den Menschen ist und auch längerfristige Entweichungen beobachten und eventuell beeinflussen kann.
Der stellvertretende Vorsitzende Gregor Lang erinnerte an viele Projekte und Arbeitskreise, die von der Fachbasis getragen oder angestoßen wurden. Kümmerte man sich z.B. früher um die Aussiedler im Birkenhof, ist man heute im Helferkreis für die Flüchtlinge aktiv. Besonders erfolgreich war die Initiative zum sogenannten „Studentensport“. Zusammen mit der Uni Augsburg und den Lechhauser Schulen wird ein begleitendes Schulsportangebot organisiert, das heute noch wöchentlich um die 150 Schülerinnen und Schüler in Anspruch nehmen. Der Versuch, mit der „Lechkultur“ ein dauerhaftes kulturelles Angebot im Stadtteil zu schaffen wird weiter verfolgt, momentan ist aber eher eine schöpferische Pause angesagt. Arbeitskreise wie „Schülerzukunft, Gewalt oder der AK Sprache“ organisieren gezielte Unterstützung.

OB Dr. Kurt Gribl in seinem Grußwort und Staatssekretär Johannes Hintersberger in seinem schriftlichen Grußwort betonten die Bedeutung des in der Fachbasis vorbildhaft vorhandenen bürgerschaftlichen Engagements für die Gesellschaft. „Ohne die Bürgerinnen und Bürger, die sich für die Gemeinschaft einsetzen wäre der Zusammenhalt gefährdet!“ betonte Gribl. Er forderte die Bereitschaft zum Reagieren auf Veränderungen, er nahm Anleihen in der alten Schlosserei, als er die Fachbasis „als Kugellager und auch als Sicherung zwischen Bürgerschaft und Politik im Stadtteil “ bezeichnete.

Wiedersehen mit Dr. Konrad Hummel.


Mit viele Beifall begrüßt und auch verabschiedet wurde der ehemalige Sozialreferent der Stadt, Dr. Konrad Hummel, der als offizieller Festredner eingeladen war. Er enttäuschte seine „Fangemeinde“ nicht, fand kritische Worte über den Zustand der demokratischen Gesellschaft in unserem Land und betonte die herausragende Bedeutung des ehrenamtlichen Einsatzes für die Gemeinschaft. „Unser Lebensstil ist ökologisch und sozial unverträglich und ungerecht!“ lautet ein Kernsatz. Gegen die daraus resultierenden Krisen und Entwicklungen helfe nicht die weit verbreitete „Besitzstandsorientierung“, die auch bei den sog. „Wutbürgern“ zum Ausdruck kommt Er plädierte für die Akzeptanz von Veränderung, die klare Analyse von Problemen wie die demografische Entwicklung und die Chancen und Probleme der Zuwanderung. Die Rolle von Initiativen wie der Fachbasis sah er zunehmend wichtiger, „weil alte Strukturen du Bindungen an Parteien Kirchen und anderen Verbänden abnehmen!“ Auch sie müssten aber die neuen Herausforderungen definieren und darauf reagieren. Er plädierte für die Akzeptanz und Toleranz der Vielfältigkeit, weil sie die Gesellschaft nicht bedrohe sondern bereichern kann. Viel Beifall, nachdenkliche Gesichter und ein Seufzer: “So jemand fehlt uns halt in Augsburg!“ zeigten, dass er durchaus den Nerv und die Erwartung getroffen hatte.

Man darf gespannt sein, ob das ambivalente Ambiente der alten Schlosserei die Vergangenheit bewahrt, aber gleichzeitig den Blick für die Zukunft geschärft hat. Auch die Fachbasis wird neue Wege beschreiten müssen. Noch lange wude darüber diskutiert.
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