Viele prominente Gäste bei der Alevitischen Gemeinde.

Mit dem Entzünden Kerzen wird das neue Jahr begrüßt. Foto Blöchl

Mit dem Newruz – Fest beginnt das neue Religionsjahr.

Beim Neujahrsempfang der Alevitischen Gemeinde in Augsburg – Lechhausen zeigt sich immer wieder, wie stark die Gemeinde mittlerweile in Stadt und Gesellschaft verwurzelt ist. „Wir sind angekommen und hier Zuhause!“ betonte die Sprecherin der Gemeinde, Azime Dogan selbstbewusst und offen. Allein die Begrüßung aller mehr oder minder prominenten Gäste dauerte einige Zeit, unter ihnen aus dem Bundestag Ulrike Bahr, verschiedene Landtagsabgeordnete, Stadträte und auch Vertreter von Vereinen aus Lechhausen. Die Stadt Augsburg gab sich mit Bürgermeister Dr. Stefan Kiefer und Integrationsreferent Rainer Erben die Ehre. Auch der Integrationsbeauftragte der Bayerischen Staatsregierung, MdL Martin Neumeyer, war extra nach Augsburg gekommen, um die Integrationsleistung der Gemeinde zu würdigen. In seinem Grußwort zog er Parallelen zwischen der Aufnahme vieler jüdischer Flüchtlingen in der Türkei während der Nazizeit und der heutigen Aufgabe der Aufnahme und Integration von Flüchtlingen. Er betonte die besondere Integrationsleistung und Brückenfunktion der Alevitischen Gemeinde in Bayern und Augsburg.

Die Erweckung Lichts zum Frühlingsanfang.

In einer beeindruckenden Zeremonie wurde von Geistlichen der Gemeinde mit dem Newruz – Gebet und der rituellen Erweckung des Lichts das neue Jahr nach dem alawitischen Glauben begrüßt. Mit kulturellen und spirituellen Liedern und Erklärungen dieses für sie sehr wichtigen Festes wurde auch den Besuchern der Hintergrund des Glaubens deutlich. Der Musiker Zeylan Arslan Dede ließ mit seinen Erzählungen und Liedern ein lebendiges Bild vor den Augen der Zuhörer entstehen. Bürgermeister Kiefer Verweis auf die große Vielfalt von Religionen und Nationalitäten, die „Augsburg gut tut!“. Auch wenn das Wort der Kanzlerin „Wir schaffen das!“ Deutschland durcheinandergewirbelt habe, sei die Aufnahme der vielen Menschen und die nun anstehende Integration eher eine Chance denn ein Problem für Stadt und Gesellschaft. Gerade das Beispiel der Aleviten, die ja als die sogenannte „Gastarbeitergeneration“ nach Deutschland gekommen waren, zeigt seiner Aussage nach “dass Integration und miteinander funktionieren, wenn sich alle bemühen!“ Die Religion biete die Grundlage dafür. Für die stellvertretende Generalsekretärin der Alevitischen Gemeinden Deutschland e.V. Melek Yildiz besteht die Notwendigkeit “zu wissen woher man kommt“ um woanders wirklich ankommen zu können. Sie sieht Migranten als Brückenbauer, die Aleviten sehen Deutschland als ihre Heimat an, Der Respekt vor anderen Religionen und Kulturen ist im Zeichen der wirtschaftlichen und kulturellen Globalisierung eine unabdingbare Voraussetzung für ein friedliches Zusammenleben.

Bei einem gemeinsamen Imbiss mit vielen interessanten Gesprächen klang das Neujahrsfest aus, viele Gäste hatten manches gelernt. So zeigt sich wahre Gemeinsamkeit und Respekt voreinander.
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