Wie geht's weiter mit dem Flößerpark?

Noch ist nicht klar, ob und wann es hier am Flussufer eine Gaststätte geben wird. Foto Blöchl
 
v.l. Hüseyin Yalcin, Sieglinde Wisniewski (beide SPD) und Umweltreferent Reiner Erben informierten über den Flößerpark. Foto Blöchl
Schon im Vorfeld der Veranstaltung zum Lechhauser Flößerpark und der zukünftigen Gestaltung des Lechs im Rahmen des Programms „Licca Liber“ hatte es Aufregung gegeben. Nachdem bekannt wurde, dass die erste Ausschreibung zur Suche eines Betreibers einer gastronomischen Einrichtung am Lechufer erfolglos verlaufen war, hatte die SPD kürzlich zu der Veranstaltung unter dem Titel „Aus für den Flößerpark?“ geladen und somit noch mehr Ärger ausgelöst.
Wahrscheinlich hatten einige das Fragezeichen übersehen, denn die Reaktionen fielen zum Teil ziemlich heftig aus. So schrieb Heinz Fleißner von der Aktionsgemeinschaft an SPD- Stadträtin Sieglinde Wisniewski: „Ich hoffe, dass die Lechhauser SPD voll hinter dem Einsatz der Lechhauser Aktionsgemeinschaft steht, um den Flößerpark in absehbarer Zeit zu realisieren.“ Auch Peter Fischer, der Chef der Aktionsgemeinschaft, äußerte sich kritisch zur Fragestellung der Genossen: „Ich bin schockiert über die Überschrift zu dieser Veranstaltung. Trotz des Fragezeichens. Bisher waren wir uns der Unterstützung der Lechhauser Politik zum Flößerpark sicher. Diese Veranstaltung lässt daran Zweifel aufkommen, ohne dass ich die geplanten Inhalte kenne.“
Vielleicht lag das Missverständnis daran, „dass vieles,meinte ein Besucher der Veranstaltung.
Bereits im Vorfeld hatte CSU- Stadtrat Horst Hinterbrandner dazu aufgerufen: „Wir sollten uns davor hüten, diese Idee nun tot zu reden, bevor sie zu leben begonnen hat.“ Staatssekretär Johannes Hintersberger, ebenfalls Stadtrat aus Lechhausen, will sich „nicht entmutigen lassen und das Projekt weiter verfolgen.“
Als klarer Verfechter des Vorhabens gab sich Umweltreferent Reiner Erben (Grüne) zu erkennen. „Der Flößerpark muss und wird kommen, weil Lechhausen jetzt auch einmal dran ist!“, postulierte er. Er skizzierte die weiteren Planungen des Projektes. Die erfolglose erste Ausschreibung der Gastronomie am Lech sah er nicht als grundsätzliches Hindernis für die Freizeiteinrichtung am Lechufer. „Wir werden eine neue Ausschreibung machen, die die Belange der Interessenten besser berücksichtigt.“
Die Entwicklung des Geländes selbst, die ja bereits begonnen hat, hängt aber nach Erbens Aussagen nicht von der Gaststätte am Lech ab. Die kritische Frage aus dem Publikum, warum die Stadtverwaltung eine Ausschreibung tätige, die nach Ansicht vieler von Beginn an ohne Aussicht auf Erfolg war, konnte er allerdings nicht schlüssig beantworten. Die beiden SPD-Stadträte Sieglinde Wisniewski und Hüseyin Yalcin wiesen die Kritik an der Veranstaltung beziehungsweise Fragestellung zurück. „Die SPD will den Flößerpark!“, stellten sie klar. Was die zeitlichen Abläufe betrifft, hatten nicht nur sie kritische Anmerkungen. So lautete eine Frage aus dem Publikum, wieso ein derartiges Projekt im „angeblich wichtigsten Stadtteil Augsburgs, wie der OB oft betont“ dann fast zehn Jahre gedauert hat, wenn es denn wie vorgesehen circa 2019 fertiggestellt wird.
Probleme bereitet auch die weitere Planung in diesem Jahr. Die im Haushalt vorgesehenen Mittel in Höhe von 270 000 Euro können möglicherweise gar nicht direkt für den Park verwendet werden. Für die weiteren Arbeiten muss ein Glasfaserkabel der Telekom, das dort den Lech quert, verlegt werden. Das würde fast zwei Drittel der für das gesamte Jahr zur Verfügung stehenden Summe verschlingen. Nach Erbens Aussagen wusste die Stadt von diesem Bauhindernis nichts und konnte es deshalb in die Planungen auch nicht mit einbeziehen. Diese Aussage rief bei den Gästen die Frage hervor, warum dann die Stadt die Kosten für „die Beseitigung eines möglichen Schwarzbaus der Telekom übernehmen muss“. Günter Groß von der Lechallianz, die das Projekt „Licca liber“ zur Renaturierung des Lechs vorantreibt, sieht das Projekt im Großen und Ganzen positiv. Er forderte dazu auf, die Belange des Naturschutzes und der Nachhaltigkeit der Entwicklungen am Lechhauser Ufer des Lechs stärker in den Fokus zu nehmen. „Der Fluss muss im Bewusstsein eine wichtigere Rolle spielen als bisher“, forderte er in seinem Vortrag.
So waren sich abschließend alle einig, dass der Flößerpark kommen soll und auch kommen wird – nur wann, diese Frage konnte niemand beantworten.
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