Gewerbegebiet Lechhausen soll modernisiert werden

Die Neugestaltung betrifft das Gebiet des Gewerbeparks Lechhausen - Nord, das links an den Umweltpark bei der Müllverbrennung anschließt. Foto Blöchl
 
Auch ein Problemgebiet - das längst außer Betrieb genommene Areal der Baywa. 2.v.r. Sieglinde Wisniewski. 4.v.r. Peter Fischer (Aktionsgemeinschaft Lechhausen). Foto Blöchl
Das größte Gewerbegebiet Augsburg liegt in Lechhausen. Fast 350 Firmen mit mehr als 4000 Arbeitsplätzen aus Industrie, Gewerbe und Dienstleistung haben sich mittlerweile dort angesiedelt. Nicht alles, was dort passiert, gefällt den Einwohnern in Lechhausen. In den vergangenen Jahren sind vor allem Spielsalons und auch Bordelle aus dem Boden geschossen. Auch die Stadt versucht, einige negative Entwicklungen politisch sowie juristisch aufzuhalten, teilweise nur mit geringen Erfolgsaussichten. Gelungen ist immerhin, den ausufernden Straßenstrich unter Kontrolle zu bekommen.

Auf einem Spaziergang durch einen Teil des Gebiets, dem Gewerbepark Lechhausen-Nord, zu dem die Stadt eingeladen hatte, wurde über Fehlentwicklungen, städtische Planungen und Vorstellungen der Bürger gesprochen. Die zuständigen städtischen Ämter (Planung, Umwelt, Grünordnung, Wirtschaftsförderung, Tiefbau) und auch die Stadtwerke waren vertreten, die Beteiligung aus dem Stadtteil hielt sich jedoch in Grenzen. Auffällig, dass von der großen Anzahl der Stadträte aus dem Stadtteil nur Sieglinde Wisniewski von der SPD sich für die Entwicklung im wirtschaftlichen Zentrum Lechhausens interessierte.

Bevor es zum Rundgang durch den Stadtteil ging, erläuterte Karl Bayerle vom Amt für Wirtschaftsförderung der Stadt die Situation. 2011 hatte der Stadtrat den Auftrag zur Erarbeitung eines Stadtentwicklungskonzeptes gegeben, das mittlerweile umfassend und ämterübergreifend erarbeitet wird. Ziel solle dabei sein, ein Leitbild für die Stadt für die nächsten 20 bis 30 Jahre zu entwickeln: „Wohin wollen wir in Augsburg?“ Dazu gehören auch Teilprojekte wie eben die Entwicklung des Gewerbegebiets in Lechhausen.

Als Pilotprojekt soll die nachhaltige Gestaltung des Gebietes unter verkehrstechnischen, umweltpolitischen sowie Arbeits- und Lebensqualität beachtenden Aspekten geplant werden. Eine breite Beteiligung der Firmen und Einwohner nehme dabei einen hohen Stellenwert ein. Fehlnutzungen, Leerstände, Konflikte zwischen Gewerbe und Wohnbereichen, Förderung des Fahrradverkehrs würden unter anderem Berücksichtigung finden.

Ein Gewerbegebiet stellt die Stadt und alle anderen Beteiligten vor große Herausforderungen. Belastungen durch hohen Güterverkehr mit teils schweren Fahrzeugen, Erreichbarkeit der Firmen für Kunden und Arbeitnehmer, Anbindung an den Öffentlichen Nahverkehr – alles Fragen, die im Rahmen des Projektes „Exwos“ (experimenteller Wohnungs- und Städtebau) beantwortet werden sollen. Bereits geplant ist ab Dezember eine neue Linienführung der Busse durch die Stadtwerke. Ein neuer Radweg soll demnächst ab dem DJK-Gelände an der Derchinger Straße eröffnet werden. Der vierspurige Ausbau des letzten Teilstücks der Aindlinger Straße, die neue Osttangente und Maßnahmen zur Verringerung der Belastung in den angrenzenden Wohnvierteln wurden in diesem Zusammenhang thematisiert.
Betont wurde auf dieser Stadtteilerkundung die Berücksichtigung von Umweltaspekten.

Klimaschutz, Grünzonen, Fahrradfreundlichkeit und eine Steigerung der Aufenthaltsqualität sollen dabei mittelfristig erreicht werden. Firmen sollen dabei davon überzeugt werden, dass Umweltmaßnahmen durchaus auch zur Steigerung der Produktivität führen können. Das Gewerbegebiet in Lechhausen schneidet nach den Aussagen der städtischen Ämter in puncto CO2-Reduzierung eher schlecht ab.

Die Vorhaben und Projekte betreffen nicht das gesamte Industrie- und Gewebegebiet, sondern nur einen Bereich zwischen Steinerner Furt, den Zubringern in und durch das Gebiet und der Kurt-Schumacher-Straße, trotzdem stellt die Neuentwicklung die Stadt vor immense Aufgaben. Natürlich stehen alle Projekte und Vorhaben auch unter dem Vorbehalt finanzieller Möglichkeiten. Deshalb sollen im engen Dialog mit den betroffenen Menschen und Unternehmen die Möglichkeiten und Ziele ausgelotet und entwickelt werden.

Dazu findet am 17. November ein erster großer Workshop statt, zu dem alle Interessierten eingeladen werden.
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