Rettet Aleppo! Kundgebung auf dem Rathausplatz!

Friedlicher Protest auf dem Rathausplatz. Foto Blöchl

Syrische Flüchtlinge erleben Demokratie.

Syrische Fahnen, Plakate, arabische Musik auf dem Rathausplatz. Zum ersten Mal in Augsburg haben sich syrische Flüchtlinge und ihre deutschen Unterstützer an die Öffentlichkeit gewandt. Nicht gegen etwas, sondern um für den Frieden in ihrer Heimat zu demonstrieren. Für viele war es die erste Demonstration überhaupt, andere hatten in Syrien erlebt, wie die Staatsgewalt mit Schüssen und Verhaftungen jede Kritik unterband. So war es für manche eine Schwelle, die sie überschritten, hin zum Verständnis des demokratischen Rechtes auf Protest. Dass die Polizei freundlich und hilfsbereit alles begleitetet, auch das für mache eine neue Erfahrung. Zumindest im Vergleich zur Situation in Syrien vor der Flucht.

Kritik an russischer Politik.


Um die 100 Personen protestierten gegen den Krieg und die zunehmende Zerstörung Aleppos und Syriens. Unter dem Thema "Rettet Aleppo! machte die Gruppe auf die immer verheerendere Situation in der alten Stadt in Syrien aufmerksam. Die beiden Redner Tamim Al Sabagh, selbst aus der Stadt Hama stammend und Hans Blöchl, seit längerem als Flüchtlingshelfer tätig, erinnerten in ihren Beiträgen an die Verantwortung, die insbesondere Russland und das von ihm unterstütze Assad-Regime für die menschliche Katastrophe in Aleppo hat. Tamim Al Sabagh, seit 1 1/2 Jahren in Augsburg. führte in Arabisch und Deutsch aus: “ Wir haben uns an diesem Tag getroffen, um unsere Sorgen und unsere Trauer über Syrien und besonders die Situation in Aleppo auszudrücken… Das syrische Regime, die russische Regierung und der Iran haben anscheinend immer noch nicht genügend Blut der Kinder in Syrien vergossen“. Blöchl erinnerte an das Grundgesetz, in dem der erste Artikel von der unteilbaren Menschenwürde handelt. „Diese Menschenwürde wird in Syrien, in Aleppo tagtäglich mit Füßen getreten, dagegen müssen wir aufstehen“ kritisierte er die teilweise Lethargie in Europa. „Wer in Frieden lebt wird nicht fliehen!“ forderte er mehr Anstrengungen für den Frieden in Syrien ein. Sein Traum, zusammen mit Freunden unter den Flüchtlingen ihre wieder aufgebaute Heimatstadt in Syrien zu besuchen, „so wie das Augsburger Rathaus nach dem 2. Weltkrieg wieder aufgebaut wurde!“ wird wohl auch nach der Kundgebung noch lange ein Wunschtraum bleiben. Für manche der Teilnehmer aber eine Hoffnung auf Rückkehr in ihre Heimat, die sie nicht aufgeben wollen.
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.