SPD hat ihre Landtags- und Bezirkstagskandidaten bestimmt

Zuversicht und Spannung vor der Wahl - Margarete Heinrich (links) und Konkurrentin Sibel Altunay. Foto Blöchl
 
Die Anspannung hat sich gelöst, Freude nach der Wahl. Foto Blöchl
.Margarete Heinrich setzt sich im Osten durch – Güller einstimmig nominiert.

Klar und einfach ging die Wahl der Kandidaten für die Landtags- und Bezirkstagswahl 2018 im Stimmkreis Augsburg – West über die Bühne. Für den Landtag wurde einstimmig der derzeitige Abgeordnete Harald Güller aus Neusäß wieder nominiert. Für den Bezirkstag tritt wieder der Pferseer Richter Volkmar Thumser an, der sich vor allem durch seinen Einsatz für die Angelegenheiten behinderter Menschen bekannt gemacht hatte. Güller tritt nun gegen den CSU – Bezirksvorsitzenden und Staatssekretär  Johannes Hintersberger an, der Gewinn des Direktmandates scheint kaum realistisch.

Heinrich gewählt – achtbares Ergebnis für die Gegenkandidatin.


Spannender war es im Wahlkreis Augsburg – Ost. Der Ortsverein Haunstetten der SPD hatte bereits im Januar die Fraktionsvorsitzende im Augsburger Stadtrat, Margarete Heinrich, zur Kandidatin ausgerufen, Auch wenn es in der Partei anfangs manches Gegrummel gab, schien es für die erfahrene Kommunalpolitikerin auf eine reibungslose Kandidatur zuzulaufen. Innerhalb einer parteiinternen Bewerbungsfrist gab es keine weiteren Interessenten. Ziemlich überraschend hob dann der Ortsverein Lechhausen im Sommer die Psychologin Sibel Altunay auf den Schild. Innerhalb der Partei sorgte das für einige Unruhe, bei der Kandidatenkür war die Angelegenheit dann relativ klar. Bei der Präsentation zeigten sich beide betont sachlich, manche Delegierte meinten auch „eher emotionslos“. Die beinahe identische Aufzählung von politischen Zielen wie Vereinbarkeit von Familie und Beruf oder Wohnungsprobleme zeigte keine großen Unterschiede zwischen den beiden Bewerberinnen auf. Worin die politische und emotionale Botschaft ihrer Kandidatur besteht blieb eher im Unklaren. Heinrich traf sicher eher den Nerv mancher Delegierter, Altunay blieb die wirkliche Alternative schuldig. Beide hatten jeweils einen sog. „Fürsprecher“ für ihre Kandidatur. Dirk Wurm, Ordnungs- und Sportreferent in Augsburg und vor 4 Jahren selbst knapp unterlegener Kandidat gegen den damaligen Abgeordneten Dr. Linus Förster, betonte dabei vor allem die kommunalpolitische Kompetenz von Heinrich. Der Lechhauser Delegierte Frank Löw, der vor allem den Mut und auch einen gewissen Neuanfang durch Sibel Altunay betonte, hatte da einen schweren Stand. Angesichts der Spannung, die vor der Versammlung spürbar auch über die Medien transportiert worden war und in Gesprächen auch geäußert wurde, war es dann erstaunlich, dass es zu keinerlei Diskussion kam. Mit 40 gegen 24 Stimmen bei 2 Enthaltungen setzte sich letztendlich Heinrich relativ klar durch. Mit ihren fast 33 % der Stimmen zeigte sich die Lechhauser Bewerberin aber genauso zufrieden wie Margaret Heinrich, der die Erleichterung über ihr Abschneiden durchaus anzumerken war. Sie wird es nun mit dem CSU – Kreisvorsitzenden Andreas Jäckel zu tun bekommen, der als Nachfolger von Bernd Kränzle im Wahlkreis Augsburg – Ost antritt.
Für den Bezirkstag wurde nahezu einstimmig wieder Wolfgang Bähner, derzeit einer der Vizepräsidenten des Gremiums, nominiert.

Kommentar: Die Wahl ist gelaufen . viele Fragen ungelöst.

Nach der überraschenden Kandidatur aus Lechhausen schien es in der Augsburger SPD, gerade mit einem desaströsen Ergebnis bei der Bundestagswahl bedient, auf heftige und auch heiße Diskussionen hinauszulaufen, Mit Sibel Altunay gab es eine Kandidatin, die nicht wie Margarete Heinrich, seit langen Jahren in verantwortlichen Positionen der Partei steht. Ihr gelang es allerdings nicht klar zu machen, was sie wirkilch anders machen will als die bekannte Fraktionsvorsitzende im Augsburger Stadtrat. Die Aufzählung populärer Allgemeinplätze beider Kandidatinnen reichte nicht, um die Mehrheit von einem Neuanfang zu überzeugen. Das dann ausser den beiden Fürsprechern niemand das Wort ergriff, zeigt, wie tief verunsichert die Partei auch in Augsburg ist. Altunay‘s achtbares Ergebnis war weniger ihrer Brillanz als einer latenten Unzufriedenheit mit Heinrich als Repräsentantin der Parteiführung zu deuten. Für die gewählte Kandidatin, deren Chancen für einen Einzug in den Landtag relativ groß sind, wird es nun darum gehen, die entmutigte und gebeutelte Partei wieder hinter sich zu bringen und zu motivieren. Ihre Rede bei der Nominierungskonferenz war dafür nur sehr bedingt geeignet.
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