Viel Lärm um Nichts!?

Noch arbeitet die neue Anlage nicht m Vollbetrieb, den Ärger gibt es trotzdem schon. Foto Blöchl

Das lange umstrittene Asphaltwerk im Probebetrieb.

Hoch her ging es im Herbst 2012 in Lechhausen und der Hammerschmiede. Der geplante Neubau eines Asphaltmischwerks, kurz BAM genannt, erhitzte die Gemüter. Besonders die SPD legte sich gegen den Neubau ins Zeug. Aber auch benachbarte Unternehmen des geplanten Industriestandortes versuchten mit allen, auch juristischen, Mitteln gegen das Vorhaben Front zu machen. Die Stadt hatte damals das Vorhaben genehmigt, beinahe heimlich wurde das im Amtsblatt veröffentlicht. Wochenlang gab es Diskussionen. Der damalige Fraktionsvorsitzende der SPD im Stadtrat und heutige Bürgermeister Dr. Stefan Kiefer damals: ‚Es ist der falsche Standort und auch das falsche Projekt!“ Man befürchtete erhebliche Gesundheitsrisiken und Belästigungen durch Staub und Lärm. Auch die Gefährdung einer ‚hohe Zahl von Arbeitsplätzen bei den ansässigen Firmen wurde befürchtet. Allerdings wurden Klagen der Anlieger gegen das Projekt und auch eine Klage der SPD – Fraktion über das Verfahren von den Verwaltungsgerichten abgewiesen. Dann wurde es still um das Vorhaben, beinahe glaubte man es wäre in Vergessenheit geraten. Aber seit 2 Jahren wurde gebaut.

Das Werk steht, der Ärger bleibt.

Nun hat das Mischwerk, größer dimensioniert als das bisher an der Meraner Straße produzierende, den Probebetrieb aufgenommen. Beim Ortstermin kommen und fahren LKWs, man hört das Rumoren des Brechwerks, auch ein leichter Geruch nach heißem Asphalt zieht je nach Windlage über die Straße. „Wir können wegen Staub und Gestank keine Fenster mehr öffnen!“ beschwert sich eine Mitarbeiterin. Noch arbeitet das Werk nicht im Vollbetrieb, später sollen bis zu 300 Lastwagen pro Tag Material zum Recycling anliefern und den fertigen Asphalt abtransportieren. Sicher eine enorme zusätzlich Belastung für die Straßen im Lechhauser Industriegebiet. Ob durch die geringen Mengen von Staub und anderen giftigen Stoffen für die Mitarbeiter der im Umfeld tätigen Firmen und die Bewohner der Siedlungen in einem Umkreis von 2 km, das hatte der damalige Gutachter als Radius für eventuelle Gefährdungen definiert, hatten der damalige Umweltreferent der CSU Rainer Schaal und die Gerichte verneint. Sicher wird es da noch einige Messungen und Diskussionen geben.
Bei Gesprächen mit den Anrainern zeigte sich, dass mittlerweile eher Resignation und Ironie herrschen. Niemand will mit seinem Namen in der Zeitung stehen, „wir fühlen uns aber im Stich gelassen!“ meint ein Firmeninhaber. Sie beklagen sich über Lärm und Vibrationen, die Präzisionsmaschinen beeinträchtigen sollen. Teilweise mussten Umbauten und Nachrüstungen vorgenommen werden. Von einem Wegzug oder der Aufgabe des Standortes war aber bisher nichts zu hören. Nachdem die SPD ja jetzt in einer Koalition mi der CSU im Rathaus sitzt, ist auch aus dem politischen Umfeld keine Initiative zu erwarten. Die CSU hatte das Vorhaben ja bereits 2012 eher positiv gesehen. Man darf gespannt sein ob das Thema nochmal Gegenstand einer politischen Auseinandersetzung wird oder nicht.
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