Augsburger Schiedsrichter: Färber bleibt Obmann, immer mehr weibliche Referees

Der wiedergewählte Obmann Thomas Färber mit der neuen Lehrwartin Marietta Menner und ihrem Vorgänger Horst Schäfer (von links).
 
Das neu gewählte Führungsteam der Augsburger Schiedsrichter präsentiert sich als starke Mannschaft.
Augsburg: Neuer Hubertushof |

Thomas Färber bleibt weitere vier Jahre an der Spitze der Schiedsrichtervereinigung Augsburg. 222 Wahlberechtigte votierten bei der Jahreshauptversammlung einstimmig für den 36-jährigen Rechtsanwalt und seine Führungsmannschaft. In dieser ergibt es jedoch an exponierter Stelle eine Änderung: Für Horst Schäfer, der sich nach 23-jähriger Tätigkeit im Lehrwesen nicht mehr zur Wahl stellte, rückt Marietta Menner als neue Lehrwartin nach. Neben Schäfer wurden Florian Ertl (Öffentlichkeitsarbeit) und Andreas Deißer (Lehrteam) verabschiedet. 

Bezirksvorsitzender Johann Wagner bezeichnete Schäfer als „Mister Regelwerk“. Der ehemalige Bezirksoberliga-Schiedsrichter, der für die Sportfreunde Friedberg aktiv ist, fungierte zuletzt 15 Jahre lang als Lehrwart der Augsburger Unparteiischen. In dieser Zeit hat der 58-Jährige 30 Neulingskurse abgehalten, ein Konzept zur Neulingsbetreuung mit der Besetzung einer eigenen Jugendfußballgruppe erarbeitet, die Jung-Schiedsrichtergruppe ausgebaut und hunderte Referate gehalten, berichtete Obmann Färber.

„Von 455 Schiedsrichtern und Trainern mit C-Lizenz, die aktuell zu uns gehören, hat Horst seit seinem Amtsantritt insgesamt 313 ausgebildet“, hat der Vorsitzende errechnet. Darüber hinaus organisierte Schäfer gemeinsam mit seiner Frau Manuela über viele Jahre die Vereinsausflüge und war von 2002 bis 2006 stellvertretender Obmann. „Angesichts seiner Leidenschaft als Unparteiischer war er bereit, vieles unterzuordnen“, so der Vorsitzende. Für sein „unbestrittenes Lebenswerk“ (Färber) erhielt der scheidende Lehrwart stehende Ovationen und lang anhaltenden Applaus. Schäfers Nachfolgerin wird seine bisherige Stellvertreterin, die 31-jährige Marietta Menner (SG Mauerbach).

Färber zog im vollbesetzten Neuen Hubertushof eine positive Bilanz. Seit seinem Amtsantritt im Februar 2014 habe die Zahl der Mitglieder um 18 gesteigert werden können. „Dieser Zuwachs ist angesichts rückläufiger Zahlen in Bayern etwas Besonderes“, so der Obmann. Von den 425 Mitgliedern (ohne Trainer mit C-Lizenz) sind 34 Schiedsrichter unter 18 Jahren (acht Prozent), 122 im Alter von 18 bis 30 Jahren, also fast 30 Prozent. 49 Referees leiten Spiele ab der Kreisliga aufwärts. „Die jungen Leute brauchen wir, um den Generationswechsel voranzutreiben.“

Viele weibliche Unparteiische

Keine andere Gruppe in Schwaben hat außerdem so viele weibliche Vertreterinnen wie die in Augsburg: 20. Gleichwohl sei die Masse der Unparteiischen 30 Jahre und älter, teilweise deutlich älter. Bei etwa 7000 Ansetzungen pro Jahr würden die „Oldies“ dringend benötigt. Sie müssten zum Teil mehrfach ran.

Weil bei durchschnittlich 221 Ansetzungen pro Wochenende aus verschiedensten Gründen teilweise nur etwa 140 Schiedsrichter einteilbar seien, habe man im Herrenspielbetrieb für einige B-Klassen vorübergehend keine Referees mehr schicken können, was auf Kritik stieß, so Färber.

Derzeit kein Augsburger Schiedsrichter im Profibereich

40 Aufstiegen von 31 Schiedsrichtern in knapp vier Jahren standen nur drei Abstiege gegenüber. Dennoch gibt es einen Makel: Kein Unparteiischer aus Augsburg ist derzeit in einer Profiliga vertreten. Das Führungsteam hat sich zum Ziel gesetzt, diese Lücke zu schließen. Der ranghöchste Schiedsrichter ist aktuell Luka Beretic (TSV Friedberg), der in der Regionalliga pfeift.

Die Augsburger Schiedsrichtervereinigung ist nach den Worten ihres Vorsitzenden nicht nur eine gesellschaftlich lebendige, sondern auch eine sozial engagierte Gruppe. Einmal im Jahr verzichten die Aktiven ein Wochenende lang auf ihre Spesen und spenden diese für einen sozialen Zweck, zuletzt 2800 Euro für das Fritz-Felsenstein-Haus in Königsbrunn. Auf diese Weise sind seit 2014 immerhin 10.800 Euro zusammengekommen.

Unter den zahlreichen Neuerungen, die unter der Amtszeit Färbers eingeführt worden sind, zählt das Notfallhandy als zentrales Medium für Schiedsrichter, Funktionäre und Vereine. Es ist an den Wochenenden durchgehend besetzt und dient so als wichtige Anlaufstelle bei Problemen und Nachfragen. Da Neulingsgewinnung und -erhalt als zentrale Aufgaben gesehen werden, wird viel Zeit und Kraft in die Betreuung der jungen Kräfte investiert. Hinzu kommen die umfangreiche Talentsichtungen und -schulungen. „521 Betreuungen in knapp vier Jahren sind ein Erfolgsfaktor. Dieses große ehrenamtliche Engagement hat dazu geführt, dass wir bei der Neulingserhaltung so erfolgreich sind“, stellte der Obmann fest. Er sei stolz darauf, das Schiff der Schiedsrichtervereinigung auf Kurs gehalten zu haben, meinte Färber abschließend.

Nach dem Willen der Versammlung soll der Jahresbeitrag konstant bleiben. Er liegt bei 48 Euro. Eine Weihnachtsfeier wird nicht wieder eingeführt werden. Dies hatte Georg Jung (Lützelburg) beantragt. Stattdessen hält die Schiedsrichtervereinigung jeweils zu Beginn des Jahres einen Ehrungstag ab, der in der Stadthalle Neusäß stattfindet und sehr gut ankommt.
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