Ein Kriegskind wird 75!

Der langjährige Abteilungsleiter "Hex" Reinhard Drexel wurde für seine Verdienste geehrt. Foto Blöchl
 
Über 40 Spielerinnen und Spieler beteiligten sich am Jubiläumsturnier. Foto Blöchl

TSG – Tischtennisabteilung feiert Jubiläum.

1941 – der 2. Weltkrieg strebte seinem blutigen und zerstörerischen Höhepunkt zu. Polen und viele andere Länder waren bereits unter der Herrschaft der Nazis, im Sommer überfallt Deutschland die Sowjetunion: Noch waren aber die deutschen Städte selbst vom Krieg weitgehend verschont geblieben, die Zerstörung Augsburgs und Lechhausens brachte erst später den Krieg in ds Land zurück, das ihn verursacht hatte.

TSG entsteht aus einer Fusion.

Soweit wie möglich ging das normale Leben auch in Augsburg seinen Gang. Nach der Fusion der beiden Vereine TV und SV Union zur Turn-und Sportgemeinschaft bildete sich 1941 die Tischtennisabteilung. Ein damaliger Berufsschulrektor Donderer übernahm dabei die Initiative. Sie existiert bis heute. Jetzt feierte sie ihr 75 – jähriges Jubiläen mit einem großen Turnier und einem kleinen Festakt in der seit 1972 stehenden „neuen“ Halle an der Schillstraße.
Die erste Spielstätte der Abteilung war nicht die Halle an der Schillstraße, - dort stand zu diesem Zeitpunkt zwar eine alte Halle, die aber zu klein für alle Sportler war – sondern in der Gaststätte „Frühlingsgarten“ in der Yorckstraße. Später zog man dann um in die heute nicht mehr bestehende Gaststätte „Sonne“ am Schlössle. Nur die Jugendabteilungen trainierten in der Vereinshalle.

Ein sportliches auf und Ab prägt die Geschichte.

Es sind nicht viele Informationen aus dieser Zeit erhalten geblieben. Ais Zeitungsartikeln ist zu entnehmen, dass es Städtewettkämpfe gegen München gab, 1943 gewannen die Lechhauser erstmals gegen die bis dahin ungeschlagenen Münchner. Bis zur Einstellung des Sportbetriebes in den Kriegsjahren 1944/45 spielte die Mannschaft im Raum Augsburg, die Jugendarbeit galt als vorbildlich. Nach dem Wiederanfang 1946 wechselten viele Spieler zu anderen Vereinen, einer von ihnen, ein H. Breumeier, wurde dann mit dem damals bekannten München TSV Milbertshofen sogar deutscher Mannschaftsmeister. Danach folgte, wie es bei Amateurmannschaften oft üblich ist, ein heftiges Auf und ab. Das betrifft sowohl die sportliche Geschichte als auch die Mitgliederzahl der Abteilung. Die 1. Herrenmannschaft als Aushängeschild gewann mehrmals die Bezirksligameisterschaft, auch die Landesliga wurde in den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts mehrmals gewonnen. Der Höhepunkt sicher der Aufstieg 1983 in die Bayernliga. Einer der größten Erfolge war sicherlich auch der Gewinn der internationalen Mannschaftsmeisterschaft 1971 in Durach. Heute spielt die Mannschaft in der Bezirksliga, die beiden Reservemannschaften in den Kreisligen.

Jugendarbeit bis heute hoch im Kurs.

Die Jugendarbeit stand ja am Beginn der Geschichte, auch heute besitzt sie noch einen hohen Stellenwert. Wie der langjährige Abteilungsleiter – 25 Jahre war er in Verantwortung - Reinhard Drexel, von allen liebevoll nur „Hex“ genannt, berichtet , ist es aber immer schwieriger geworden, Jugendliche dauerhaft für den Sport zu interessieren. So ist derzeit keine Jugendmannschaft für den Spielbetrieb gemeldet, man hofft aber in der kommenden Saison wieder eine Mannschaft stellen zu können. Am besten besucht ist das Training am Mittwochvormittag. Was einmal als Seniorentraining begann zieht derzeit bis zu 32 Spieler auch jüngerer Jahrgänge an. An bis zu 8 Tischen wird dann geschmettert und gehechtet, aufgeschlagen und abegwehrt. Des ist was los. Auch nach 75 Jahren ist der Sport für viele interessant geblieben. Man kann nur hoffen dass es auch so weitergeht. Die rege Beteiligung am Festakt und am Jubiläumsturnier „lässt uns hoffen, dass es bei der TSG noch lange Tischtennissport geben wird!“ hofft der amtierende Abteilungsleiter Thomas Gaurieder.
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