Mehr Sportangebote in Lechhausen

Sportreferent referierte in der Aula der Schillerschule. Vorne v.l. Stadträtin Sieglinde Wisniewski (SPD), Horst Hinterbrandner (CSU), Markus Bayerbach (AfD), rechst Angeliak Lonnemann (SPD Lechhausen). Foto Blöchl
 
Dieser Kletterstein steht jetzt schon im Flößerpark, weiter kreative Ideen sind gefordert. Foto Blöchl

Beim Sportgespräch kommen Defizite zur Sprache. Mehr für den vereinsunabhängigen Sport. Ideen werden nicht alle umsetzbar sein.


Der Sport- und Bäderentwicklungsplan der Stadt ist vom Stadtrat beschlossen. Jetzt geht es in die Umsetzung. In allen Stadtteilen wird es nun Sportgespräche geben, in denen die konkrete Umsetzung mit Vereinen, Schulen und allen Sportinteressierten diskutiert werden soll. Das erste Gespräch dazu fand in der Schiller – Grund- und Mittelschule in Lechhausen statt. Eine Vielzahl von Vertretern städtischer Ämter, Stadträte, Schulleiter und Vereinsvertreter, aber wenig sonstige „Öffentlichkeit“ wollten Wege finden, das Sportangebot im Stadtteil zu verbessern. Denn „Lechhausen ist unterversorgt!“ wie Sportreferent Dirk Wurm gleich zu Beginn konstatierte Er erläuterte kurz die Intention des Planes, durch den vor allem eine stärkere Verzahnung von Vereins- und Schulsport und verbesserte Angebote für den „Sport im öffentlichen Raum“ erreicht werden soll. Letzteres soll vor allem der abnehmenden Bindung der Menschen in Vereinen Rechnung tragen, Durch eine vernünftige Vernetzung aller Komponenten soll es aber auch den Vereinen neue Mitglieder bringen.

Schwerpunkt Griesle/Birkenau

Schon heute wird das Gelände entlang des Lechs ziemlich intensiv als Grill- und Bolzplatz oder einfach als Aufenthaltsort genutzt. Zukünftig könnte es durch eine Aufwertung mit attraktiven Spielgeräten, einer überdachten Hartplatzhalle für Ballspiele und auch mehr und besseren Sitzgelegenheiten für den Freizeitsport aufgewertet werden. Die Vereine könnten dort Angebote schaffen, die praktisch eine Verbindung zu ihren eigenen Angeboten schaffen. Nur: Seitens der Vereine wird keine Möglichkeit gesehen, zusätzlich zum bestehenden Mangel an ehrenamtlichen Übungsleitern ein zusätzliches Angebot zu stemmen. Die interessanteste, wohl aber am schwierigsten realisierbare Idee des Planungsteams war es, das Gelände an der Birkenau, das von der Hans – Böckler – Straße getrennt wird, mit einer Fußgängerbrücke zu verbinden. Schon in der Versammlung war erkennbar, dass das wohl Utopie bleiben wird, CSU – Stadtrat Horst Hinterbrandner drückte das wohl im Interesser der Mehrheit aus. dass „eine Finanzierung dieses Vorschlages weder sinnvoll noch machbar“ erscheint.

Lage am Flößerpark

Etwas anders stellt sich die Lage am Flößerpark dar. Neben der Frage der gastronomischen Nutzung, die derzeit in der Klärung ist, geht es um ein Angebot das sowohl den Freizeitcharakter bewahrt, ein zusätzliches Sportangebot schafft und so auch die sog. „Problemgruppen“ zurückdrängt. Eine ziemlich komplexe Ausgangslage, deren Lösungen sich nicht automatisch aufdrängen. Gerade der Umgang mit Szenen von Trinkern und Jugendlichen, die für sich bleiben wollen, ist durch ein zusätzliches Angebot allein nicht lösbar. Dazu werden referatsübergreifende Konzepte notwendig sein. Aus sportlicher Sicht sind Ideen vorhanden, um eine verbesserte Nutzung zu ermöglichen. Ein Wasserspielplatz ist bereits in der Planung enthalten, möglich wäre ein Generationenpark mit generationsübergreifenden Angeboten, und zusätzliche attraktivere Spielgeräte.

Für die Umsetzung des großen Anspruchs der gewünschten Verzahnung von Schule und Freizeitsport bietet sich nach Ansicht der Planer vor allem das Gelände um und zwischen Schillerschule und Jugendzentrum an. An einem Planungsbeispiel der Kapellenschule in Oberhausen wurde erläutert, wie ein Pausenhof so gestaltet werden könnte, dass eine multifunktionale Nutzung auch außerhalb des Schulbetriebs möglich werden würde. Der vorgesehene weitere Ausbau von Ganztagsangeboten an der Schule erfordert auch eine Verzahnung mit der Jugendarbeit und den dortigen Möglichkeiten.

Schillerschule/Jugendzentrum, TSG-Gelände/Rodelberg

Vierter und sicher auch ein konfliktträchtiger Schwerpunkt soll die Gestaltung eine sportlichen Umfelds im Bereich Rodelberg und TSG – Gelände an der Schillstraße werden. Dieser Bereich hat sich schon jetzt zu einem Zentrum unterschiedlichster Aktivitäten entwickelt. Hobbyfußballmannschaften auf dem Platz vor dem Berg konkurrieren mit Kindern die Fußball spielen wollen, der Spielplatz am Eingang zum Griesle ist stark beucht, auf den Wegen am Lech gibt es durchaus Konflikte zwischen unterschiedlichen Nutzergruppen. Die TSG ist mit ihrem Platzangebot zumindest zu den gefragtesten Zeiten an ihre Kapazitätsgrenzen gelangt. Aber auch bei den von ehrenamtlichen Betreuern herrscht wie in allen Vereinen kein Überangebot. Zusätzlich hat sich der Bereich mittlerweile zu einem Treffpunkt von Jugendlichen entwickelt, die vor allem am WE ihre eigene Kultur ausleben. Wie eine Öffnung und Verbindung zwischen beiden Bereichen funktionieren könnte wird sicher noch intensiverer Diskussionen bedürfen.

Ideen werden begrüßt aber…

Bis auf die Brücke über den Autobahnzubringer gab es durchaus Zustimmung zu den vielen Ideen und Vorschlägen. Eine gewisse Skepsis war aber durchaus spürbar. Insbesondere die Fragen von Aufsicht und Betreuung, sei es bei der Öffnung der Schulen für Angebote, sei es bei der Forderung an die Vereine nach mehr offenen Angeboten konnten nicht beantwortet werden. Zweifel gab es auch daran, ob überhaupt der Bedarf für die verschiedenen Angebote vorhanden wäre. Und immer droht der Haushalt: Alle schönen Wünsche bleiben Wünsche, solange der Stadtrat nicht, wie geplant, im Dezember eine Prioritätenliste der Maßnahmen über die ganze Stadt beschließen wird. Man muss kein Prophet sein, um vorauszusagen, dass die finanzielle Situation der Stadt nicht so sein wird, dass quasi ein Füllhorn über dem Stadtgebiet ausgeschüttet werden kann. Deshalb wird es spannend sein, was sich dann in Lechhausen mit seinen Defiziten verwirklichen lässt. Die doch zahlreichen Stadträte aus dem Stadtteil sollten da zusammenarbeiten, damit das Defizit an sportlichen Angeboten etwas geringer wird!
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