Müllberg weckt Interesse bei Sportlern.

Wie lange bleibt der Müllberg noch ein Biotop? Bei Sportlern gibt es Begehrlichkeiten. Foto: Hans Blöchl
 
Dirk Wurm (links) beim Sportgespräch in der Schule Firnhaberau. Foto: Hans Blöchl

Ideen zur sportlichen Nutzung (vorerst) verworfen.

Ein großes Defizit konnte Sportreferent Dirk Wurm beim Sportgespräch für die Stadtteile Hammerschmiede und Firnhaberau nicht feststellen. In Anwesenheit vieler Stadträte und Vertreter der ortsansässigen Vereine wurde intensiv über die Zukunft des Sports im Rahmen der Diskussion um den Sport- und Bäderentwicklungsplan der Stadt diskutiert. Auch der erst vor einigen Monaten für das Publikum als Wanderort geöffnete Müllberg im Norden der Stadt stand dabei im Mittelpunkt. Da war von einem Klettergarten die Rede, ein sehr sportlich wirkender Mountainbiker wollte Strecken für diese Radlergruppe angelegt haben. Aus dem Publikum und von einem Vertreter des Amtes für Grundordnung kam unter Hinweis auf den Naturschutzcharakter des Gebietes vehementer Widerspruch. Angesichts der derzeit auftretenden Verstöße gegen das Verbot von Fahrradfahren auf dem Berg oder auch dem Feuermachen darf man gespannt sein, ob ds Naturkleinod erhalten bleibt, oder doch den Freizeitinteressen zum Opfer fällt.

Hehre Ziele – schwierige Umsetzung.

Grundsätzlich sieht der Plan eine bessere Verzahnung von Schul-, Veins- und vereinsungebundenem Freizeitsport vor. Letzterer hat in den letzten Jahren enorm zugenommen, gerade in der Firnhaberau entlang des Lechs sind sehr viele Menschen mit unterschiedlichsten sportlichen Unternehmungen unterwegs. Zwei Schulen und 3 Sportvereine (TSV Firnhaberau, DJK Nord und SV Hammerschmiede) sind die Säulen des Vereinssports im Nordosten der Stadt. Symbolisch ist ein ziemlich hoher Zaun zwischen der Grund- und Mittelschule in der Firnhaberau und dem angrenzenden Sportverein. Eine Öffnung der Schulhöfe für den Sport, würde selbst nach entsprechender Umgestaltung der derzeit für den Sport nur bedingt geeigneten Plätze, kaum über die Schulen zu leisten. Ob das in Lechhausen seit Jahren praktizierte Projekt des sog. „Studentensports“ (Studenten biete Sport in der Freizeit an Schulen) einfach übertrage werden kann, wird auch aus den Schulen skeptisch beurteilt.

Die Vereine klagen über mangelnde Mitglieder und vor allem zu wenige ehrenamtliche Mitarbeiter. Deshalb gibt es auch eine große Skepsis gegenüber den Plänen der Stadt, die Vereine stärker in Angebote für den vereinsungebundenen Sport einzubeziehen. Die Aufwertung von Flächen für dne Freizeitsport durch z.B. die Einrichtung von Fitnessparcours wird grundsätzlich positiv gesehen. Die Vereine sehen sich aber nicht in der Lage die entsprechende Auskunft zu leisten. Günther Spindler von der DJK könnte eine Fläche seines Vereins anbieten, eine Betreuung sieht er aber „außerhalb der Leistungsfähigkeit des Vereins.“

Ein großes Defizit sieht man in den fehlenden Treffpunkten für die Jugend,, die auch der Streetworker für die Region, Dieter Hegner vom Stadtjugendring, sieht. Nach er schie0ung des Café Unfug an der Neuburger Straße gibt es praktisch keine Jugendtreffpunkte außerhalb von Pfarreien oder Kirchen. Vereinssport erfordert von vielen Jugendlichen zuviel Disziplin. Die Schaffung eher „unkontrollierter“ Räume auch für Sport wäre dringend geboten. Deshalb plädiert Hegner für die Einrichtung von kleiner Bolzplätzen, die genutzt werden können. Nach Sportreferent Dirk Wurm sind auch überdachte kleiner Plätze denkbar.

Für die Sportvereine waren auch fehlende Hallen, der Mangel an Kunstrasenplätzen und für den SV Hammerschmiede der geplante Umzug an den Stadtteilrand ein wichtiges Thema. Nun hat im Dezember der Stadtrat das letzte Wort. Er wird auch die Schwerpunkte für die Entwicklung des Sports in den beiden nördlichen Stadttiel beschließen.
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