Amaranth und Quinoa – die exotischen Pseudo-Getreide

Amaranth (links) und Quinoa (rechts) (Foto: © Marek - fotolia.com)

Das Geschäft mit den Superfoods boomt und erfreut sich rasch steigender Umsätze. Vor allem findet man in Supermarktregalen immer häufiger sogenannte Pseudogetreide. Im Folgenden werden zwei der bekanntesten näher beleuchtet - Amaranth und Quinoa.

Beide stammen ursprünglich aus Südamerika, es sind uralte Pflanzen, die ein wenig in Vergessenheit geraten waren. Sie werden aber nun wegen ihrer gesunden Inhaltsstoffe immer beliebter. Bei beiden handelt es sich um sogenannte Pseudogetreide, da sie ähnlich wie Getreide verwendet werden, botanisch gesehen aber nicht zur Familie der Süßgräser gehören.

Amaranth braucht Sonne, ist aber ansonsten vollkommen anspruchslos und pflegeleicht. Die Pflanze kann sogar im eigenen Garten gezogen werden. Die hängenden, dunkelroten Blütendolden können im Herbst geerntet werden. Wenn sie rascheln, dann sind sie reif. Die Pflanzen sind nicht nur gesund, sondern sehr dekorativ.

Quinoa wird heute großteils in Ecuador, Bolivien und Peru angebaut. Die dort lebenden Andenvölker verwenden Quinoa seit Jahrtausenden als Grundnahrungsmittel. Quinoa trägt wohl aus diesem Grund auch den Namen Andenkorn. Es ist, wie auch Amaranth, kein Getreide.

Amaranth

Wer die Kohlenhydrate in seiner Nahrung reduzieren möchte, ist bei Amaranth genau richtig. Diese Körnchen enthalten weniger Kohlenhydrate als Getreide und machen trotzdem lange satt. Amaranth enthält viele Ballaststoffe und regelt die Verdauung. Da er glutenfrei ist, ist er bei Zöliakie und Glutensensitivität bedenkenlos zu verwenden.

Amaranth ist besonders reich an Spurenelementen. Er ist eine eisenreiche Pflanze und der Magnesiumgehalt sowie der Gehalt an Calcium sind außergewöhnlich hoch. Zink verhilft dem Immunsystem perfekt zu funktionieren. Die Vitamine C, B1 (Thiamin) und B2 (Riboflavin) sind ebenfalls Inhaltsstoffe der Amaranth-Körnchen. Die essenziellen ungesättigten Fettsäuren Omega 3 und Omega 6 sind ebenfalls in hohem Maß enthalten. Auch Lecithin, das für Nerven und Gehirnfunktion wichtig ist, gehört zu den Inhaltsstoffen von Amaranth.

Eine der Aminosäuren, von denen Amaranth besonders viel enthält, ist Lysin. Es kann vom Körper nicht hergestellt werden, sondern muss mit der Nahrung zugeführt werden. Ein Mangel an Lysin kann sich zum Beispiel in trockener Haut, schwachem Bindegewebe und spröden Knochen äußern. Bei der Vorbeugung von Arteriosklerose spielt Lysin ebenfalls eine wichtige Rolle. Das Immunsystem wird gestärkt, und nach wissenschaftlichen Studien kann es sogar gegen Krebs wirksam sein und Metastasenbildung stoppen.

Wie können nun Amaranth-Körnchen in den Speiseplan eingebaut werden? Bevor man sie kocht, sollten sie unter fließendem Wasser in einem Sieb gewaschen werden. Amaranth wird mit der doppelten Menge Wasser aufgekocht. 25 Minuten sollen die Körnchen bei schwacher Hitze köcheln und anschließend noch einige Minuten quellen. Sie ergeben dann eine wohlschmeckende Beilage oder können auch in Suppen, Aufläufen, Gemüsepfannen oder Füllungen eingesetzt werden . Mehl aus Amaranth kann zum Brotbacken verwendet werden (es sollte hierbei maximal 1/3 der Gesamt-Mehlmenge ausmachen). Amaranth-Mehl alleine funktioniert ohne zusätzliche Bindemittel (wie z.B. Ei) nicht, weil es glutenfrei, also ohne Klebereiweiß, ist, und der Teig sonst nicht zusammenhält. In Müsli werden meist Amaranth-Pops gemischt. Diese Pops können leicht selber gemacht werden, indem man sie in einer Pfanne ohne Fett durchröstet. Die Amaranth-Samen poppen auf und sind salzig oder mit Honig gesüßt eine gesunde Knabberei.

Quinoa

Die robusten Quinoapflanzen gehören zu den Gänsefußgewächsen und sind eine hervorragende Quelle für pflanzliches Eiweiß. Zu dieser Pflanzenfamilie gehören auch Rote Bete und Spinat. Man nennt Quinoa wie auch Amaranth Pseudogetreide. Die Pflanzen wachsen bis in Höhen von über 4.000 Meter, können eine Größe von zwei Metern erreichen, und ihre Widerstandsfähigkeit und Kraft ist in den kleinen Körnchen gespeichert.

Im Andenkorn sind sämtliche essenziellen Aminosäuren in hoher Bioverfügbarkeit enthalten, sie können also vom Körper sehr gut aufgenommen und verarbeitet werden. Mineralien und Vitamine sind ebenfalls zahlreich in Quinoa enthalten. Eisen ist in Quinoa in weit höherem Maß als in anderen Getreidesorten vertreten, Calcium doppelt so viel wie in Weizen. Quinoa hat auch einen hohen Magnesiumgehalt vorzuweisen. Da Magnesium die Blutgefäße entspannt und gegen Gefäßverengungen wirkt, berichten Migräne-Patienten von positiver Wirkung bei regelmäßiger Verwendung von Quinoa. Das ebenfalls enthaltene Riboflavin (Vitamin B12) verbessert den Energiestoffwechsel in Muskel- und Gehirnzellen und soll ebenfalls gegen Migräne wirksam sein. Das wichtige Lysin ist, wie in Amaranth, auch in Quinoa enthalten.

Quinoa ist, wie auch Amaranth, glutenfrei und daher ein ideales Nahrungsmittel für Menschen, die unter Getreideunverträglichkeiten leiden. In Studien wurde herausgefunden, dass Quinoa, ebenso wie Amaranth, eine stimmungsaufhellende Wirkung hat. Einige der enthaltenen Nährstoffe sorgen dafür, dass Serotonin im Gehirn gebildet werden kann. Serotonin gilt als Glückshormon. Wenn es fehlt, kann es zu Depressionen kommen.

Wegen der bitter schmeckenden Saponine, die in den Schalen enthalten sind, sollte auch Quinoa vor der Verwendung unter fließendem Wasser abgespült werden. Mit der doppelten Menge Wasser soll Quinoa, ähnlich wie Reis, zehn Minuten köcheln und dann weitere zehn Minuten quellen. Quinoa schmeckt als Frühstücksbrei, als Beilage zu verschiedenen Fleischgerichten, als Brei mit Früchten oder als Zutat im Salat.
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