100 Jugendliche formieren sich in Kriegshaber: Ein Dutzend Polizeistreifen verhindert Massenschlägerei

Beim Eintreffen der ersten Streifenbesatzungen hatten sich bereits mehr als 100 Jugendliche formiert. (Foto: Jaromír Chalabala-123rf.de)
Wie die Polizei mitteilt, haben mehrere Streifen am Dienstagabend kurz nach 18 Uhr - noch bevor es zu einer möglichen Massenschlägerei kommen konnte - eine anbahnende Konfliktsituation zwischen rivalisierenden Jugendlichen unterschiedlicher Nationalitäten verhindert.

Vorausgegangen war eine Mitteilung, dass sich circa 50 Jugendliche im Kriegshaber Osterfeldpark versammeln würden. Beim Eintreffen der ersten Streifenbesatzungen hatten sich dort bereits mehr als 100 Jugendliche formiert. "Beim schlagartigen Eintreffen der Polizeifahrzeuge flüchtete der Pulk in unterschiedliche Richtungen", so die Polizei in ihrem Pressebericht. Diejenigen, die noch angetroffen werden konnten, erhielten einen Platzverweis für den Osterfeldpark und die nähere Umgebung.

Etliche Jugendliche wurden dann auf dem Gelände des dortigen Jugendzentrums ausgemacht, allesamt Besucher, die sich dort laut Verantwortlichen sonst nicht aufhalten. Zur Verhinderung beziehungsweise Unterbindung von weiteren Straftaten wurde das JUZE in Absprache mit den Betreibern aus Präventionsgründen vorzeitig geschlossen. Eine Gruppe von rund 40 Jugendlichen entfernte sich dann gemeinsam in Richtung Ulmer Straße. Die sichtlich aggressiven Jugendlichen nutzten dabei teilweise auch die Fahrbahn und skandierten deutlich vernehmbare Parolen gegen die deutsche Rechtsordnung und gegen deren Vertreter. "Für mehrere Passanten, die zu dieser Zeit auf der Straße unterwegs waren, wirkte dieses Auftreten in Verbindung mit dem Polizeieinsatz durchaus bedrohlich", resümiert der Pressebericht.

Bei einer günstigen Gelegenheit wurde der mutmaßliche Rädelsführer, ein 16-jähriger mit irakischen Wurzeln, in Sicherheitsgewahrsam genommen, seinen Eltern überstellt und mit diesen eine deutliche Aussprache geführt. Die kooperativen Eltern sicherten außerdem zu, dass ihr Sohn an diesem Tag das Haus nicht mehr verlassen durfte. Die Restgruppe begab sich unter Polizeibegleitung anschließend zu der Grünanlage zwischen Reeseallee und Sommestraße, wo die Jugendlichen noch so lange von Zivilkräften beobachtet wurden, bis sich die verbliebene Gruppe schließlich kurze Zeit später auflöste.

Über den Hintergrund der Zusammenrottung könne nur spekuliert werden, so die Poilzei. Erlangte Hinweise deuten darauf hin, dass möglicherweise eine am Vortag begonnene körperliche Auseinandersetzung zwischen dem Rädelsführer und einem anderen nicht bekannten Jugendlichen in größerem Stil fortgesetzt werden sollte. Konkrete Angaben beziehungsweise Zeugenaussagen hierzu gibt es jedoch noch nicht. (pm)
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