Einsturz der Ackermann-Brücke: Schuldige bestraft, Motiv bleibt offen

Eindrucksvolles Bild: Zwölf Meter tief stürzte der Bagger auf der Ackermannbrücke ins Flussbett der Wertach. Foto: Kristin Deibl

Ein Trümmerfeld, zwei Verletzte und ein abgestürzter Bagger - so lautete die Bilanz, nachdem im Juli vergangenen Jahres die Ackermannbrücke zusammengekracht war. Nun hat das Amtsgericht Strafbefehle gegen Geschäftsführer und Bauleiter der Abbruchfirma erlassen.

Wie ein überdimensionales V ragt die Brücke in die Wertach. In der Mitte der grauen Reste aus Beton, Stahl und Staub steht aufrecht ein gelber Bagger. Die Bilder der eingestürzten Ackermannbrücke waren eindrucksvoll. Und zugleich tragisch: Zwei Bauarbeiter wurden schwer verletzt als die Brücke zusammenbrach.

Nun, mehr als ein Jahr später, ist klar, warum die Brücke damals kollabierte. Und auch die Schuldfrage ist geklärt. Der Geschäftsführer der Abbruchfirma ist per Strafbefehl zu neun Monaten Freiheitsstrafe auf Bewährung, sein Bauleiter zu einer Geldstrafe von 6000 Euro verurteilt worden. Der Grund lautet, so Gerichtssprecher Stefan Lenzenhuber, auf Baugefährdung in Tateinheit mit fahrlässiger Körperverletzung in drei tateinheitlichen Fällen.

Denn wie sich herausstellte, handelten die Arbeiter nicht nach den Anweisungen eines Baustatikbüros. Sie begannen, die Brücke von der falschen Seite abzubrechen. Warum sie das taten, bleibt offen. Die beiden haben ihre Strafbefehle akzeptiert, weshalb es nicht zu einer öffentlicher Verhandlung kommt. "Dazu, warum die Vorgaben missachtet wurden, kann ich nichts sagen. Zur Motivation der beiden Verurteilten habe ich keine Kenntnisse", lässt Lenzenhuber wissen. Auch die Staatsanwaltschaft, die die Ermittlungen leitete, kann dazu keine Auskunft geben, verweist auf das abgeschlossene Verfahren.

Der Einsturz hatte sich im Juli vergangenen Jahres ereignet. Die beiden Arbeiter benutzten einen Meißel, der an einem Bagger befestigt war. Dem hielt das Bauwerk nicht stand. Die Brücke brach in der Mitte durch und sackte zwölf Meter tief in das Flussbett der Wertach ab.

Die Aufräumarbeiten waren bereits nach wenigen Tagen erledigt. Deshalb wirkte sich der Vorfall nicht auf den Zeitplan aus. Ebensowenig wie der Stahlträger, der nahe Aichach von einem Lastwagen gefallen war. Obwohl das Ersatzteil erst zwei Monate später als geplant angeliefert wurde, ist die neue Ackermannbrücke wie ursprünglich geplant im November fertig. 18,6 Millionen Euro kostet die neue Verbindung über die Wertach. (
Von David Libossek)
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