Feuer am Seniorenheim in Pfersee: Polizei geht von Brandstiftung aus

Großeinsatz für die Feuerwehr: Aufgrund zwei lichterloh in Flammen stehender Mülltonnen musste ein Seniorenheim in Pfersee teilweise evakuiert werden. Foto: Freiwillige Feuerwehr Pfersee

Augsburg - Zwei große Mülltonnen standen in der Nacht auf Mittwoch vor einem Altenheim in Pfersee in Flammen. Für die Feuerwehr eigentlich ein Routineeinsatz. Doch die Evakuierung des Heims mit teilweise gehbehinderten und dementen Menschen stellte die Einsatzkräfte vor eine besondere Herausforderung.

Für die zwölf Bewohner der Curanum Seniorenresidenz "Am Mühlbach" war es ein gehöriger Schreck, als sie Dienstagnacht ihre Betten verlassen mussten und von der Feuerwehr in andere Gebäudeteile umquartiert wurden. 38 Einsatzkräfte und acht Fahrzeuge waren bei dem Brand im Einsatz.

Die Freiwillige Feuerwehr Pfersee wurde gegen 23.35 Uhr in die Straße " Am Webereck" gerufen. Als die Einsatzkräfte eintrafen, standen in einer betonierten Gebäudedurchfahrt des Seniorenheims zwei große Mülltonnen bereits lichterloh in Flammen. Durch die enorme Hitzeeinwirkung waren bereits Teile der Deckenverkleidung abgeplatzt. Eine etwa 70 Quadratmeter große und mehrere hundert Kilogramm schwere Deckenverkleidung der Durchfahrt krachte schließlich auf den Boden und traf beinahe die Einsatzkräfte..

Der hochgiftige Brandrauch verbreitete sich unterdessen durch gekippte Fenster im darüberliegenden Altenheim und verrauchte dort mehrere Stockwerke. Die inzwischen ebenfalls alarmierte Berufsfeuerwehr Augsburg und mehrere Rettungsdienste evakuierten die verrauchten Bereiche und brachten die Bewohner in nicht betroffene Gebäudeteile. "Dass es sich bei den Bewohnern um senile, bettlägrige und bewegungseingeschränkte Personen handelte, stellte uns vor eine besondere Herausforderung", sagt Anselm Brieger, ein Sprecher der Feuerwehr. Entscheidend sei in solchen Fällen die enge Zusammenarbeit mit dem Personal des Seniorenheims, denn "die Pflegekräfte wissen genau, wer welche Einschränkungen hat". Außerdem kämen spezielle Hilfsmittel zum Einsatz, wie etwa Evakuierungsmatratzen, auf denen man bettlägrige Bewohner einfach in einen sicheren Bereich des Gebäudes ziehen könne.

Der Rettungsdienst untersuchte zwölf Senioren, ein Bewohner musste für weitere Untersuchungen in Klinikum eingeliefert werden. Die Feuerwehr entfernte schließlich den giftigen Brandrauch mit mehreren Hochleistungslüftern aus dem Gebäude.

Wann die Bewohner in ihre Unterkünfte zurückkehren können, steht bislang nicht fest. Zunächst müsse man abklären, ob die betroffenen Zimmer lediglich dem giftigen Rauch ausgesetzt waren oder ob sich im Nachhinein noch Rußpartikel in den Gebäudeteilen finden. Die Ermittlungen zur Brandursache hat die Kriminalpolizei aufgenommen. Laut Pressesprecher Manfred Gottschalk beläuft sich der Schaden auf rund 20 000 Euro. Die Polizei gehe derzeit von Brandstiftung aus, ob vorsätzlich oder fahrlässig sei noch unklar. (
Von Kristin Deibl)
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