Mehr als nur Löschen

Trotz mancher Unzulänglichkeit sind sie immer positiv dabei: 1. Vorsitzender des Feuerwehrvereins Andreas Moschkau, der Kommandant der aktiven Truppe Jörg Rüd und der 2. Vorsitzende Albert Günther (von links).
 
Beim Einsatz muss es oft schnell gehen. Im Durchschnitt 80 mal im Jahr muss die Feuerwehr ausrücken. Fotos: Hans Blöchl


Es ist ja fast etwas paradox, die Feuerwehr ist eine Einrichtung, die am besten nicht in Erscheinung treten muss, sowie auch Polizei und ärztlicher Notdienst. Das wäre am besten! Aber leider ist das Leben und sind die Menschen nicht so, dass das immer der Fall ist. Deshalb hat man diese Institutionen schon früh geschaffen, um in Notfällen zu helfen.

Im ehemaligen Dorf Kriegshaber schloss man sich schon früh zusammen, um bei Bränden gemeinsam helfen zu können. Auch wenn die Geschichte nicht ganz so eindeutig ist wie es scheint, die Quellen sprechen davon, dass 1868 die freiwillige Feuerwehr gegründet wurde. Sie wäre damit fast 150 Jahre alt, aber die Geschichte ist nicht ganz kontinuierlich verlaufen. Nach dem 2. Weltkrieg wurde die Wehr aufgelöst und erst 1976 wieder gegründet. Deshalb feiert man in diesem Jahr die 40-jährigen Jubiläen der Wiedergründung. Zunächst war man dann neben dem alten Straßenbahndepot in der Ulmer Straße untergebracht, nach dem Abzug der amerikanischen Armee fand sich der heutige Platz in einem Teil einer ehemals riesigen Reparaturhalle für Panzer. Seit 1993 befindet sich die Feuerwache im Industriegebiet am Kobelweg.

Wer glaubt, dass die Feuerwehr nur bei Bränden im Einsatz ist, irrt sehr. Der größte Teil der rund 80 Einsätze im Jahr betreffen sog. "technische Hilfe" bei Unfällen, Unwetter, Gefahrgutbeseitigung und ähnlichem. Auch eine Katze muss mal von einem Baum gerettet werden. Wirkich sehr gefährliche Einsätze bei großen Bränden kommen Gott sei Dank selten vor. Dabei ist die aktive Mannschaft mit 45 Einsatzkräften über 18 und 25 Kräften unter 18 Jahren - davon ca. 20 Prozent Frauen - der Berufsfeuerwehr zugeordnet, die Einsätze werden über die zentrale Leitstelle koordiniert. Da die Arbeit bei der FFW ehrenamtlich ist und fast alle Aktiven berufstätig sind, können natürlich nicht alle in Bereitschaft sein. So sind unter der Woche meist ca. 15 Personen mit dem Piepser ausgerüstet, mit dem sie zum Einsatz gerufen werden. Am Wochenende stehen dann alle für Einsätze zur Verfügung. Wie Kommandant Jörg Rüd, der 1. Vorsitzende des Feuerwehrvereins, Andreas Moschkau, und sein Stellvertreter Albert Günther betonen, haben die meisten Arbeitgeber Verständnis für den ehrenamtlichen Einsatz.

Bei der Ausstattung
hapert es gewaltig

Sorge bereitet den Kameraden der Feuerwehr die technische Ausstattung. Die FFW Kriegshaber verfügt über fünf Fahrzeuge, die aber alle schon mehr Jahre auf dem Motor haben als eigentlich gut ist. Meist werden die Fahrzeuge von der Berufsfeuerwehr übernommen, wenn sie dort ausgemustert werden. Sie haben schon einiges "erlebt" und sind deshalb sehr reparaturanfällig. Auch die Schutzkleidung entspricht nicht den heute besten Standards. Geschuldet ist das der Finanzmisere der Stadt, die die Kosten für die aktive Feuerwehr weitgehend übernimmt. "Bei 10 000 Euro im Jahr für Reparaturen und Anschaffungen im Jahr, die auf sieben Feuerwehren in der Stadt aufgeteilt werden geht nicht viel!" erläutern die Feuerwehrmänner die Misere.

Neben dem aktiven Bereich gibt es ein reges Vereinsleben, das parallel vom Feuerwehrverein organisiert wird. 340 Fördermitglieder, unter ihnen der gebürtige Kriegshaberer OB Dr. Kurt Gribl als Ehrenkommandant und 30 Mitglieder der Kinderfeuerwehr gehören neben den Aktiven zum Verein. Hier wird das normale Vereinsleben organisiert, aber auch Präventionsarbeit geleistet, das gesellige Zusammensein kommt nicht zu kurz. Und auch im Stadtteil ist die FFW bekannt und präsent, ein Aktivposten. Das das so bleibt, hofft der 1. Vorsitzende, "wir wollen zukünftig auch die neuen Mitbürger in den Neubaugebieten ansprechen!" Derzeit laufen die Vorbereitungen für die 40-Jahr-Feier im Rahmen des Festjahres, die am 24. Juli stattfinden wird. Dazu hofft man, dass möglichst wenig passiert, das den Einsatz der FFW zum Schutz und zur Hilfe für die Mitbürgerinnen und Mitbürger erfordert.
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