Ärger um Kitaneubau in Pfersee.

Der notwendige Umbau des Bürgerhauses ist unumstritten, nur das Wie sorgt für Diskussionen. Foto Blöchl
 
Der Vorsitzender Bürgeraktion, Dietmar Egger kritisiert das Vorhaben eines Kita - Neubaus im Schlösslepark vehement. Foto Blöchl

GRÜNE und Bürgeraktion gegen Vorhaben der AWO – Stadtrat stoppt wohl das Projekt.

Schon beim Besuch von Bundesumweltministern Hendricks im vergangenen Jahr hatte es leichte Misstöne gegeben. Beim Empfang im Bürgerhaus, Träger die Arbeiterwohlfahrt Augsburg, wurden die Absichten vorgestellt, das Bürgerhaus umzubauen. Gegen dieses Vorhaben konnte und kann niemand ernsthaft Einwände erheben Denn ein Haus für Bürgerinnen und Bürger, das eine Gruppe praktisch ausschließt, entspricht nicht mehr den heutigen Anforderungen. Gehbehinderte und Rollstuhlfahrer haben keinen oder nur begrenzt Zugang. Warum das beim Bau in den 80er Jahren nicht berücksichtigt wurde, ist heute kaum mehr nachzuvollziehen. In einem Offenen Brief nimmt die Bürgeraktion Pfersee um Dietmar Egger für sich in Anspruch, bereits damals auf das Problem hingewiesen zu haben. Im Übrigen sieht sie in dem Antrag „für das Bürgerhaus keinerlei funktionale oder konzeptionelle Weiterentwicklung. Im Gegenteil verliert das Bürgerhaus jeglichen Bezug zum Park und seine Außenflächen“. Soweit so gut oder auch schlecht.
Als dann die Sprache darauf, kam, das Bürgerhaus um eine Kindertagesstätte zu erweitern, wurden einige Anwesende hellhörig. Es war klar dass eine Erweiterung nur auf dem Gelände des Schlössleparks hinter Bürgerhaus und dem angrenzenden Jugendzentrum erfolgen könnte. Dort befindet sich derzeit ein von Jugendlichen gut frequentierter Basketballplatz. Auf Nachfragen aus der Bürgeraktion verwies der Geschäftsführer der AWO Augsburg, Werner Weishaupt darauf, „dass konkrete Pläne noch nicht vorliegen würden!“ Ein gewisses Misstrauen war schon damals spürbar.

Überraschender Antrag im Jugendhilfeausschuss. erzürnt Bürgeraktion.

Am 6. November beschäftigte sich der Jugendhilfeausschuss d beschäftigen, dem Neubau einer Kindertagesstätte im Schlösslepark Pfersee zuzustimmen. In einem Offenen Brief an die Stadträte machte Dietmar Egger für die Bürgeraktion mobil. „Wir halten die vorgeschlagene Neubaumaßnahme für einen schweren Fehler in der Entwicklung des Stadtteiles mit deutlich negativen Auswirkungen gerade für Jugendliche und Erholungssuchende in einem dicht bebauten Gebiet“. Er verweist auf die Entstehung des Parks aus Mitteln der Anwohner und seine Zweckfestschreibung. Fehlende Angebote für Jugendlich stellen in vielen Stadtteilen, so auch in Pfersee ein Problem dar. Durch den Kita – Neubau wäre der Platz wohl unwiederbringlich verloren, weil nach Ansicht der BA „ eine Neuerstellung eines solchen Platzes aus immissionsrechtlichen Gründen schwer vorstellbar und städtebaulich es den ehemaligen Schlosspark mit seiner Freifläche zerstören würde“. Die städtebauliche Bedeutung des Parks ist für sie die „hohe Bedeutung für das Zusammenwachsen von Alt-Pfersee mit dem Wohngebiet Sheridan-Kaserne.“
Kritisch steht die Bürgeraktion auch dem Kita – Neubau generell gegenüber. Sie bezweifelt die Notwendigkeit eines Baus in Pfersee – Süd. Sie sieht vielmehr Bedarf in Pfersee – Nord und bringt dafür die alte Spicherer – Schulen und das Dierig – Gelände ins Spiel.

GRÜNE unterstützen Bürgeraktion. 

Ähnlich kritisch sieht die GRÜNE – Stadtratsfraktion das Vorhaben. Sie „lehnt die aktuell vom Sozialreferat vorangetriebenen Planungen für den Anbau einer Kindertagesstätte an das Bürgerhaus Pfersee ab“ Ihre Argumente sind mit denen der Bürgeraktion nahezu deckungsgleich. Sie betonen die Bedeutung des Parks als einizige größere Grünfläche in der Umgebung Sie sehen durch einen Neubau auch eine zunehmende Versiegelung und enorme Kosten in Höhe von ca. Euro 100 000.-für die Verlegung des Spielplatzes auf die Stadt zukommen. Zusätzlich sehen sie Probleme einer Verlegung: „weil bei einer Verlagerung aktuelle Lärmgrenzwerte eingehalten werden müssen. Der Basketballplatz muss aber definitiv erhalten bleiben, das hat auch der Stadtjugendring eindringlich gefordert“. Sie verweisen ebenfalls auf die von Bürgeraktion vorgeschlagenen alternativen Standorte für eine neue Kindertagesstätte in Pfersee – Nord.

Die Arbeiterwohlfahrt lehnte eine angebotene Stellungnahme leider ab.

Der Jugendhilfeausschuss hat die Entscheidung dann zuerst einmal vertagt, seine Entscheidung wäre ohnehin nicht bindend gewesen sondern nur eine Empfehlung an Bauausschuss und Stadtrat. Bei der letzten Sitzung beschäftigte sich der Stadtrat auch mit Standorten für zukünftige Kindereinrichtungen. Wie es scheint, wird der Standort am Bürgerhaus nicht mehr favorisiert, andere Möglichkeiten werden geprüft. Unter anderem ist auch das Gelände der ehemaligen Spicherer – Schule in die Überlegungen mit einbezogen. Es wäre für alle Beteiligten und den Stadtteil wünschenswert, wenn es zu einer Lösung unter Beteiligung aller kommen würde. Ein Bürgerhaus für alle kann nur funktionieren, wenn auch alle an der entsprechenden Planung beteiligt sind.
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