Bezahlbar und qualitativ hochwertig – sozialer Wohnungsbau in Kriegshaber

Viel Grün und großzügige Flächen gibt es in den Innenhöfen. Foto Blöchl

152 öffentlich geförderte Wohnungen sind im Reese Park in Kriegshaber eingeweiht worden. Für den derzeit hohen Bedarf an bezahlbarem Wohnraum in Augsburg stellt das Projekt zwar keine Lösung, aber ein Modell dar, wie man die Zahl der derzeit etwa 5000 Sozialwohnungen steigern kann.

In der neuen Wohnanlage leben junge Familien neben Senioren, alleinerziehende Mütter mit ihren Kindern neben Menschen mit Behinderung. Gestaffelte Mietpreise ermöglichen eine Mischung von Mietern mit unterschiedlichen Einkommensverhältnissen. In etwa einem Drittel der Wohnungen leben Menschen mit geringem Einkommen zu einer Miete von 5,40 Euro für den Quadratmeter. Im Mitteldrittel liegt der Preis bei 6,40 Euro und im oberen Segment bei 7,40 Euro. Die Durchschnittsmiete im Rest des Quartiers liegt dagegen zwischen neun und zehn Euro.
Staatssekretär Johannes Hintersberger lobte auf der Einweihungsfeier die verantwortliche Firma Deurer und appellierte an regionale Betriebe. „Wir können in Berlin und München Purzelbäume machen – wenn der private Bereich der Unternehmen nicht mit anpackt, drehen wir uns im Kreis.“
Sozialwohnungen sind weiter notwendig
Prof. Dr. Tilmann Harlander referierte zum Thema „Sozialer Wohnungsbau, bezahlbar und qualitativ hochwertig“. Als eines der wesentlichen Probleme des zu geringen Wachstums bezahlbaren Wohnraums bezeichnete er den Grundstücksmangel. Für alle neuen Baugebiete forderte er städtebauliche Verträge mit festen Quoten von etwa 20 bis 30 Prozent der Geschossfläche für den sozialen Wohnungsbau. So sei es in vielen Städten wie München, Regensburg und in der Region Landsberg Standard ist.
Er betonte, dass die Kommune zusätzlich für den Verkauf dieser Flächen einen Festpreis fordern muss, damit sozial eingestellte Bauträger hier eine Chance haben, gegenüber finanzstarken Investoren überhaupt zum Zug zu kommen. Der Redner forderte auch, Sozialwohnungen qualitativ hochwertig zu bauen, weil „eine hohe Qualität und gute Ausstattung nicht nur ein Wohlfühlklima für die Mieter schaffen, sondern auch die Voraussetzung für die erfolgreiche Integration von Gruppen mit unterschiedlichem Einkommen in die Wohnanlage aber auch in das Stadtquartier sind“.
Wenn man durch die barrierefreie Siedlung geht, beeindrucken vor allem die ansprechenden Außenanlagen. Interessante Idee: Eine voll ausgerüstete Gemeinschaftswohnung kann sich jeder für Feiern reservieren und Vereine können dort Sitzungen abhalten. Das Bild von den „billigen“ Sozialwohnungen kommt einem hier nicht mehr in den Sinn. Man kann nur hoffen, dass in allen Neubaugebieten, über die derzeit gesprochen wird, dieser Standard Einzug hält.
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