Defizite beim Sportangebot in Pfersee.

über die Interessante und durchaus auch kontroverse Diskussion freuen sich v.r. Dirk Wurm, Angela Steinecker, Julian Enders von der SPD im Thelottviertel und Robert Kratzsch aus Bergheim. Foto Blöchl

Kontroversen beim Sportgespräch der SPD Pfersee.

Bei der Vorstellung der Eckpunkte des Sport- und Bäderentwicklungsplanes durch Sportreferent Dirk – er soll noch im Februar im Stadtrat verabschiedet werden - gab es, Wurm anfänglich noch ziemlich große Harmonie. Die Zielsetzung Vereinssport, Schulsport und Sport im öffentlichen Raum stärker zu verzahnen fand in der allgemeinen Form keinen Widerspruch. Als es dann aber an die konkrete Situation in Pfersee ging kamen durchaus kontroverse Diskussionen auf. Die Situation im Stadtteil was das Sportangebot betrifft wird dabei zumindest von einem Teil der Akteure ziemlich schwierig gesehen.

Streitpunkt Post – SV.

Wie seit langem war natürlich die Umsiedlung und der geplante Neubau einer Sportanlage des Post SV ein intensiver Diskussionspunkt. Den Vorwurf des Vorsitzenden der Bürgeraktion Pfersee, Dietmar Egger, dass der Verein „bevorzugt behandelt wird “, wies Wurm zurück. Er verwies auch darauf, dass der geplante Standort am Wasenmeisterweg nicht mehr zur Verfügung steht. Der Verein plane einen neuen Standort in Oberhausen. Egger kritisierte auch dass durch den Verkauf des Post – SV – Geländes und dessen geplante Nutzung als Wohngebiet wieder eine Sportfläche verschwindet. Nachdem bereits der Sportplatz des SV Dierig ohne Kompensation umgewandelt wurde, fällt nun eine weitere Sportfläche zwischen Kriegshaber und Pfersee weg. Peter Monz von der DJK Pfersee kritisierte die hohe öffentliche Förderung des Post SV, der dadurch anderen Velinen Konkurrenz machen würde. Sichtlich genervt betonte der Sportreferent, dass die Planungen des Vereins vollkommen im rechtlichen Rahmen und deswegen auch nicht ständig zu kritisieren seien. Er empfahl den Kritikern „mit dem Post SV und nicht ständig über ihn zu reden!“.

Schlösslepark als Nagelprobe.

Für kontroverse Diskussionen sorgt auch das Vorhaben der Arbeiterwohlfahrt, das Bürgerhaus umzubauen und in diesem Zusammenhang eine neue Kindertagesstätte zu bauen. Dazu würde, so der Stand der Planungen, auch der gut frequentierte Basketballplatz im Schlösslepark wegfallen. Der Aussage des Sportreferenten, dass man einen adäquaten Ersatz im Parl. selbst schaffen würde, traf auf einige Vorbehalte. Sowohl Dietmar Egger als auch die Leiterin des Jugendhauses Linie 3, Tanja ‘Munding, kritisierten die Informationspolitik und Beteiligung der Betroffenen wie dem Jugendhaus. So war wohl mit dem Jugendzentrum bisher nicht gesprochen worden. Man verwies auch darauf, dass zwischen dem Anspruch öffentliche flächen stärker zu entwickeln und dem Vorhaben im Schlösslepark eine große Diskrepanz besteht.

Kommt ein Sportcampus West?

Ein ständiger Unterton in der Diskussion war die Frage der Kombination, Schule, Vereine und öffentliche Sportflächen. Während bei den Vereinsvertretern eher eine gewisse Skepsis zu spüren war, betonten sowohl Dirk Wurm als auch die gastgebende SPD – Stadträtin und Ortsvereinsvorsitzende Angela Steinacker, dass für die Verzahnung der 3 Komponenten des Konzepts auch für die Vereine ein Vorteil wäre. Dazu müssten die Vereine die öffentlichen Räume nutzen und aktiv betreuen. Auch die Schulen sind gefordert stärker mit den Vereinen zu kooperieren. Das in Pfersee weitere Flächen für den Sport gebraucht werden war nahezu unumstritten. Diese Forderung dürfte auch aufgrund der städtebaulichen Situation nur schwierig zu verwirklichen sein. Perspektivisch wäre ein Sportcampus West, möglicherweise unter Einbeziehung des Rosenaustadions und in Kooperation mit den Vereinen eine Lösung. Derzeit wird sie aber wohl wegen der finanziellen Verhältnisse der Stadt nicht realisierbar sein. Bei einem laut Wurm geschätzten investitionsbedarf von ca. 50 Millionen in Sportstätten wird die Frage der Priorisierung von Projekten wohl eine wichtige politische Diskussion sein. Zumindest ein Verein profitiert von der schwierigen Situation des Sports in Pfersee. Der SPD – Vorsitzende aus Bergheim, Robert Kratzsch, dort ebenfalls Vorstand des SV Bergheim berichtete von einem großen Zustrom von Kindern und Jugendlichen aus Pfersee zu seinem Verein. Dessen Mitgliederzahl hat sich in kurzer Zeit verdoppelt.
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