Ein Bahnhof für den Bärenkeller?

Ein vorbeirausehender ICE hinterlässt seinen Lärmpegel, erläutert Peter Schwab Foto Blöchl

Neue Planungen der Bahn lassen Träume entstehen.

Langsam nehmen sie Gestalt an, die Lärmschutzwände entlang der Bahnlinie nach Ulm. Vom Stadtrand beim Bärenkeller bis weit nach Oberhausen hinein werden derzeit die Wände errichtet, die den Lärm der vorbeirauschenden Züge abhalten sollen.. Beim Ortstermin mit Stadtrat Peter Schwab (CSU) ist der Baufortschritt gut zu erkennen. Auf der Südseite ist die Wand fast fertig gestellt, auf der nördlichen Seite ist sie noch nicht ganz so weit. Die farbliche Gestaltung soll etwas den Horizont widerspiegeln, der natürlich den Menschen in den Häusern an der Schutzeinrichtung teilweise verloren gehen wird.

Nicht alle sind erfreut über die „Verbesserung“.

Wie wir auch im Gespräch mit Passanten erfahren, sind nicht alle begeistert von der Neuerung. Manche hätten lieber weiter den freien Blick über die Gleise gehabt, die vorbeifahrenden Züge finden sie weniger störend als der Blick auf die stählerne Wand. Andere, insbesondere auf der südlichen Seite sehen durchaus den Schutz vor der ständigen Lärmkulisse der dicht befahrenen Bahnstrecke. Da in den nächsten Jahren mit einem weiter steigenden Aufkommen zu rechnen ist, würde auch die Lärmbelastung weiter zu nehmen.. „Bei einem derartigen Projekt wird man nicht alle gleich befriedigen können!“ meint dazu der Kommunalpolitiker.
Sorgen bereiten allen Anwohnern die zu erwartenden „Verschönerungen“ am Bauobjekt. Sie stellt natürlich eine Fläche dar, die alle Graffiti – Künstler und vor allem jene, „die sich nur dafür halten“ anlocken wird, sind Anwohner überzeugt. Das Material, mi dem die Wand beschichtet ist, soll zwar leicht zu reinigen sein, ob das aber immer so bleiben wird und ob die Bahn die immensen Kosten tragen wird, wird durchaus in Frage gestellt. Peter Schwab ist skeptisch, ob es verhindert werden kann, dass dort Schmierereien angebracht werden. Er ist selbst Polizist und weiß wovon er spricht. „Ja mei, Efeu wächst schnell!“ meint trocken ein Gesprächspartner, dabei lässt er durchaus offen, was diese Aussage im Zusammenhang mir der Lärmschutzwand bedeuten soll.

Eventuell 3. Gleis in Aussicht.

Díe Planungen der Bahn sind darauf ausgerichtet, die Strecke möglicherweise dreispurig für einen regionalen S – Bahn – Verkehr auszubauen. Dann, träumt Schwab ein wenig, könnte ja der Bahnhaltepunkt Bärenkeller wieder in Betrieb genommen werden. Von 1940 bis Anfang der 90 er Jahre des letzen Jahrhunderts hatte es diese Haltstelle gegeben, dann wurde sie eingestellt. Bevor das aber passiert werden noch viele, viele Züge am Augsburger Stadtteil vorbeirauschen, sieht der Stadtrat die Situation ziemlich realistisch.
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