Ein neues Kulturquartier für Augsburgs Nordwesten

Der Plan des Geländes. Foto. Plan Stadtwerke, Bearbeitung Hans Blöchl.
 
über dieser Decke im alten Kesselhaus sol ein Ballettsaal entstehen. Foto Blöchl
Augsburg: Gaswerk |

Gaswerk soll nach Umbau auch als Stadtteilzentrum fungieren.


Um das alte Gaswerk in Oberhausen gibt es seit Jahren viele Diskussionen. Klar ist, die Stadtwerke und auch die Stadt möchten das teils denkmalgeschützte Industrieensemble einer neuen Nutzung zuführen. Auch durch die Beispiele der „Grenzenlos-Festivals“ und des leider verregneten Kulturevents „Asche zu Farbgut“ im vergangenen Jahr wurde spür- und erlebbar welchen Flair das Gelände ausstrahlt und welche Möglichkeiten es für Künstler und Besucher bietet. Die weitere Nutzung scheint ebenfalls weitgehend geklärt zu sein. Künstler vor allem aus dem Kulturpark – West sollen auf freiwilliger Basis „umgesiedelt“ werden und im Gaswerk eine neue Heimat finden.

Der Betrieb soll dort dann im Gegensatz zur jetzigen Situation nicht auf privater Basis sondern durch die Stadt mit dafür angestellten Kräften erfolgen. Ein nicht unumstrittenes Vorhaben. Von dem manche Auguren unken, dass das noch nicht lange nicht feststünde, gehen die Stadtwerke davon aus, dass der Umzug wie geplant 2019 stattfinden wird. Man wird sehen.

Neben der Heimat möglichst vieler Künstler soll das Quartier als neues kulturelles und soziales Zentrum für die angrenzenden Stadtteile Kriegshaber, Oberhausen und Bärenkeller entwickelt werden. Dazu gehören neben den Angeboten aus der Kunstszene Clubs und Kneipen, Konzerträume und Galerien die hier entstehen sollen. Auch das Gaswerksmuseum wird weiterhin hier seine Heimat haben, das kleine Oberhauser Heimatmuseum könnte ein adäquates Ambiente finden.

26 Millionen für Kunst und Stadtteilkultur


Die Rück- und Umbaumaßnahmen sind jedenfalls schon im vollen Gange. Stadtwerkesprecher Jürgen Fergg und Projektbauleiter Hans Koch erläutern beim Rundgang die derzeitigen und geplanten Baumaßnahmen. Insgesamt werden sich die Ausgaben auf geplant 26 Millionen belaufen, die von den Stadtwerken aufzubringen sind. Es ist wirklich beeindruckend, was sich auf dem Gelände in den nächsten Jahren verändern wird. Im alten Kesselhaus ist praktisch der Innenraum vollkommen entkernt worden. Hier werden in Zukunft ein Restaurant, die Brechtbühne und unter dem Dach ein großer Ballettsaal entstehen. Noch kann man sich das nicht vorstellen, der Charme dieser Lösung speist sich aus der Erinnerung der Konzerte und Events in den Vorjahren.
Hinter dem Kesselhaus (Plan Nr. 1) wird gerade das Gebäude errichtet, in dem dasTheater bis zum Abschluss der Renovierung des großen Hauses am Kennedyplatz ein Ausweichquartier für Technik, Werkstätten etc. finden wird. Die Kubatur des Gebäudes wird sich im selben Rahmen bewegen wie das Kesselhaus, eine architektonisch ansprechende Lösung mit einem Übergang zwischen den beiden Gebäuden ist angedacht. Hinter dem Gebäude in Richtung der dortigen großen Öltanks wird anstelle einer hohen, sicherheitstechnisch erforderlichen hohen Mauer ein Parkhaus in selber Höhe für Besucher und Beschäftigte zur Verfügung stehen. Bereits im Herbst 2018 sollen in diesem Bereich die ersten Events und Aufführungen anstehen, ein ehrgeiziges Ziel.

In der Mitte des Areals (Plan Nr. 2) werden die Räume für die Künstlerszene errichtet, die dann zu erschwinglichen Preisen vermietet werden sollen. Noch ist dort nicht allzu viel zu sehen, trotzdem gehen die beiden Planer der Stadtwerke optimistisch davon aus, dass der vorgesehene Einzug im Jahr 2019 erfolgen kann. Bis dahin wird es sicher noch viel Diskussionsbedarf gehen, das Klima zwischen Stadt und Kunstszene, insbesondere Kulturpark West ist sicher noch verbesserungsfähig.

Kreative Lösungen für die alten Gaskessel


Auch der große Gasbehälter (Plan Nr.3), der Blickfang des gesamten Geländes, wird weiterhin für alle möglichen kulturellen Vorhaben zur Verfügung stehen und entsprechend gestaltet werden. Ein interessantes Unterfangen, das Einiges an technischem und architektonischem Ideenreichtum fordert, ist die Idee, die beiden Teleskopbehälter (Plan Nr. 4) nicht wie ursprünglich geplant, abzureißen sondern in diese Gebäude zur Nutzung als Büros, Ateliers etc. zu bauen. Wie insgesamt das gesamte Gelände wird dieser Bereich sicherlich eine große Herausforderung für Planer und Ausführende.

Das gesamte Gelände wird von den Stadtwerken entwickelt und dann zum größten Teil an die an die Stadt weitervermietet, die dann für Betrieb und Vermarktung zuständig sein soll. In einem kleine Teil südlich des Kesselhauses soll dann unter der Führung der Stadtwerke ein Areal entstehen, das gewerblich für Start-Ups aus dem IT – Bereich oder für Unternehmen der Kreativwirtschaft zur Verfügung gestellt wird (Plan Nr.5) und zu marktüblichen Mietpreisen kommerziell vermarktet werden soll.

Das alte Gaswerk liefert wieder Energie


Die vorgesehen Mischung von Theater, wenn auch nur vorübergehend, freier Kunst- und Kreativszene und innovativer neuer Unternehmen kann und soll einen spannenden gegenseitigen Austausch ermöglichen, gemeinsame Ideen und Projekte befördern. So würde das alte Gaswerk wieder Energie für die Stadt und vor allem die angrenzenden Stadtteile liefern. Energie die nicht brennt oder Maschinen betreibt, aber Menschen zu kreativen Leistungen für die Stadt antreibt. Ein lohnenswertes Ziel.
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