Ein wahres Kulturquartier

Gerald Fiebig (links) und Carl Ricé gestalten den Poesiebrunch. Foto Blöchl
Der Umbau der sogenannten „Konversionsflächen“ des ehemaligen amerikanischen Kasernengeländes hat in den vergangenen Jahren der kulturellen Szene im Stadtteil einen starken Auftrieb gegeben. Im ehemaligen Offizierskasino hat das Abraxas als städtisches Kinder- und Jugendkulturzentrum seine Heimat gefunden. Daneben und drumherum haben im Kulturpark-West viele Künstler aus den unterschiedlichsten Genres, aber auch Firmen aus dem Bereich der Kreativwirtschaft ihr Zuhause gefunden. Die Kantine zieht mit ihren Konzerten ein spezielles Publikum an, das Junge Theater hat in der eigenen Spielstätte speziell Kinder- und Jugendtheater auf dem Programm, das Märchenzelt und das Reese-Theater bieten ebenfalls eine breite Palette von Stücken an. Aber auch andere freie Theatergruppen nutzen die Bühne im städtischen Abraxas. Und im interkulturellen Garten lässt sich gut beobachten, wie unterschiedlich Gartenkultur funktioniert.

Auch wenn die Wirkung in den Stadtteil selbst dennoch ausbaufähig ist, die Außenwirkung der Einrichtungen in die städtische Gesellschaft und darüber hinaus ist enorm. Vor kurzem gingen die Kinder- und Jugendtheaterwochen zu Ende – ein großer Erfolg für die beteiligten Gruppen. Zum ersten Mal hatten sich das Theater Augsburg, die Schaubühne, das Moussong-Figurentheater, das Junge Theater, das Klexs-Theater, das Faks-Theater und das Märchenzelt zu einem gemeinsamen Projekt im Abraxas zusammengefunden. Die Aufführungen fanden große und überörtliche Aufmerksamkeit. Mittlerweile hat auch der Poesiebrunch im Abraxas seine Heimat gefunden. Die Idee entstand im Mehrgenerationentreff Pfersee, der Erzählkünstler Carl Ricé leitet den monatlichen Treff, der nun in Kriegshaber angedockt hat. Dort treffen sich jeden zweiten Sonntag Literaturinteressierte zu Gesprächen, Lesungen und Diskussionen.

Zukunft ungewiss


Ob und wie es mit dem Kulturpark-West weitergehen wird ist indes derzeit nicht absehbar. Die ursprünglichen Planungen, das Gelände für die Kulturszene zu nutzen sehen ein Ende 2017 vor. Vorgesehen ist, in diesem Bereich Wohnungen zu bauen. Ein Umzug auf das Gelände des ehemaligen städtischen Gaswerks in Oberhausen ist angedacht, bei den Mietern in Kriegshaber regt sich Widerstand gegen diese Pläne. Sie möchten natürlich ihren Kulturpark erhalten. Auf jeden Fall bestehen bleiben wird das „Abraxas“. Im Gespräch erläutert Leiter Gerald Fiebig, dass er gerne noch stärker in den Stadtteil hineinwirken will und hofft, dass auch Künstler aus Kriegshaber die Einrichtung nutzen werden.
Im Zuge der 100-jährigen Eingemeindung gibt es derzeit eine Ausstellung zum Thema „Von der Garnison zur Konversion“ über die Entwicklung Kriegshabers zu sehen. Öffnungszeiten der Ausstellung: Montag und Mittwoch von 17 bis 24 Uhr, an den anderen Tagen von 14 bis 24 Uhr.
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