Eine Sportlandschaft im Umbruch

ein schöner Plan wie es an der Kapellenschule aussehen konnte weckt Fantasien aber auch Skepsis. (Foto: Stadt Augsburg)
 
Dirk Wurm links im Hintergrund bei Gespräch in Oberhausen. Foto Blöchl
 
nicht gerade einladend ist der Bolzplatz am Holzweg im Bärenkeller. Von einer generationenübergreifenden Spiellandschaft ist er meilenweit entfernt. Foto Blöchl

Sportgespräche in den Stadtteilen mit vielen Ideen und manchen Konflikten.

Mit dem neuen Sport- und Bäderentwicklungsplan soll die Sportlandschaft der Stadt auf eine vollkommen neue Grundlage gestellt werden. Das vom Stadtrat beschlossene Konzept geht nun in die Umsetzungsphase. Bei vielen Gesprächen in den Stadtteilen wird er präsentiert, die konkreten Vorschläge für die einzelnen Bereiche zur Diskussion gestellt und die Vorschläge der örtlichen Akteure mit einbezogen. Daraus soll dann eine sogenannte „Prioritätenliste“ erstellt und dem Stadtrat Ende des Jahres zur Beschlussfassung vorgelegt werden. denn alle Wünsche und Vorstellungen werden sich wohl nicht realisieren lassen. Sportreferent Dirk Wurm (SPD) stellte, unterstützt von einer Riege von Mitarbeitern aus den Ämtern der Stadt, die Pläne und Vorschläge bei insgesamt 8 Sportgesprächen vor und zur Diskussion. Das Entwicklungskonzept war von einer Projektgruppe im Auftrag der Stadt entwickelt worden, an der hochkarätige Fachleute verschiedener Fachrichtungen an Universitäten aber auch andere Fachleute beteiligt waren.


Schulen rücken beim Sport in den Mittelpunkt.


Eine gewisse Symbolik hatten bereits die Örtlichkeiten, an denen die Sportgespräche stattfanden. Man träf sich nicht bei Sportvereinen sondern in Schulen, so im Drei-Auen- Bildungshaus in Oberhausen, in der Schule in Kriegshaber und in der Westparkschule in Pfersee. Weil eines der Ziele des Plans ist, die Verzahnung von Schulsport. Vereinssport und verein sngebundenem Freizeitsport zu verbessern. Die Öffnung der Schulgelände für andere sportliche Aktivitäten aber auch eine Umgestaltung der Möglichkeiten für den Schulsport ist ein zentrales Anliegen. Die Kapellenschule aus Oberhausen war dabei das Modellbeispiel, an dem exemplarisch die Möglichkeiten der Umgestaltung von eher tristen Schulhöfen zu „Erlebnisflächen“ dargestellt wurden. Manche Schulleitung seufzte bei der Vorstellung der Pläne, „wie schön wäre das wenn es das geben würde!“. Auch für die Hans-Adlhoch-Schule in Pfersee gibt es dieses Gestaltungsprojekt, das viel Zuspruch aber auch manche Skepsis erntete. Anschaulich wurde das in Oberhausen. Auf dem Gelände des Bildungshauses spielen Jugendliche während des Sportgespräches auf einem eigentlich abgesperrten Platz Fußball, sie waren wohl über den Zaun geklettert. Fragen wie Aufsichtspflicht, Haftung und der jetzt schon bestehende Mangel an Personal ließen manche Teilnehmer an der Realisierbarkeit der Vorhaben zweifeln.

Vereine sollen mehr kooperieren.

Im Bereich Bärenkeller - Oberhausen – Kriegshaber befinden sich zwischen B 17, Kobelweg und Holzweg neben dem Bärenkellerbad 5 Sportvereine mit einem teilweise identischen Sportangebot. Wurm betonte ausdrücklich, dass die Stadt „die Fusion von Vereinen nicht befördern will!“ Eer sprach sich aber dafür aus, die Dominanzsportart Fußball, die aber ebenfalls „Probleme im Nachwuchsbereich hat“, stärker zu konzentrieren und so das Angebot für andere, im Trend liegende Sportarten wie Inlinehockey oder Beachsportarten zu erweitern. In Oberhausen steht konkret die Umsiedlung der DJK – West auf ein Gelände am Meierweg bevor. Dort soll ein neues großes Sportzentrum für den Stadttell entstehen.. Schon bestehende Angebote des Stadtjugendrings und der TSV 1871 sollen dann dort verbunden und auch für den Freizeitsport zugänglich gemacht werden.
In Pfersee gab es nach Aussagen von Sportamtsleiter Robert Zenner eine intensive Diskussion über fehlende Fußballplätze und die Qualität des bestehenden Annagens. Insbesondere der TSV Pfersee beklagte, dass aufgrund der schlechten Qualität möglicherweise Jugendliche abgewiesen werden müssten. Die Forderung nach cer Errichtung von Kunstrasenplätzen war überall ein wichtiges Thema aus den Sportvereinen, Referent Dirk wurm konnte dafür aber wenig Hoffnung machen. Er sah die Stadt nicht als verantwortlich, sondern verwies auf die Zuständigkeit der Vereine und Sportverbände.

Freizeitangebote sollen verstärkt werden.

Gegensätzliche Trends bestimmen laut Verfassern des Plans die sportlichen Aktivitäten der Bevölkerung. Der Vereinssport kränkelt an einigen Stellen aufgrund des mangels an Übungsleitern und Trainern, auch die Mitgliederzahlen gehen teils drastisch zurück. Gleichzeitig werden aber teilweise viele Sportflächen nur in kurzen Zeitintervallen genutzt. In zunehmender Maße organisieren sich die Menschen selbst, wollen keinem Verein mehr beitreten. Ob das Hobbyfußballmannschaften sind, die sich auf Bolzplätzen treffen, Menschen die sich in Parks zu Gymnastikübungen treffen oder Individualisten die für sich ihren Sport ausüben wollen – der Trend zum vereinsungebundenen Sport hat erheblich zugenommen. Freie Flächen stehen hier aber nicht in ausreichendem Umfang zur Verfügung. Und auch die Schulsportanlagen sind derzeit meist nicht zugänglich. Lösungen sollen nach Wurm in unterschiedlicher Form gefunden werden. So ist als Beispiel daran gedacht, einen Bolzplatz am Holzweg mit einer gegenüberliegenden Fläche am Amselweg zu einem „multifunktionalen generationsübergreifenden Bewegungsraum“ zu entwickeln. Der Bau von überdachten Hartplätzen an geeigneten Stellen im den Stadtvierteln soll ebenfalls als zusätzliches Angebot geschaffen werden. In allen Bereichen ist auch ein großes Defizit an Angeboten für Jugendliche festzustellen.

Nicht zuletzt forderte der Sportreferent die Vereine dazu auf, Flächen für den Freizeitsport zu zur Verfügung zu stellen. Er sah das auch als Möglichkeit für die Vereine, ihr Angebot besser bekannt zu machen und so auch attraktiver zu werden. Ähnlich wie im Schulbereich ergaben sich auch hier sehr schnell Fragen nach der personellen Leistbarkeit durch die Vereine, die ja jetzt schon Personalmangel beklagen. Auch Konflikte zwischen den Sporttreibenden und den Anwohnern wurden thematisiert,

Das Interesse an der Diskussion bei allen drei Treffen war unterschiedlich groß, es dominierten die Vertreter von Vereine und Institutionen. Vorschläge aus der Bürgerschaft selbst waren eher Mangelware, die Weiterentwicklung des Sportangebotes in seine unterschiedlichen Facetten aber unumstritten. Die spannende Aufgabe wird es nun für den Stadtrat sein, aus der Fülle von Vorschlägen die entsprechende Reihenfolge in der sog. „Prioritätenliste“ zu beschließen, Dass das nicht einfach werden wird, dämmerte so manchen der anwesenden Stadträte „Das kann auch zu eine Hauen und Stechen zwischen den Stadtteilen und innerhalb der Fraktionen kommen!“ sprach ein altgedienter Stadtrat seine Befürchtungen aus. Man kann nur hoffen, dass er nicht recht bekommt!
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