Feuerwehr Oberhausen feiert 40 Jahre Neugründung

diese Mal nicht beim Einsatz sondern beim Feiern auf dem Plärrer. Foto Blöchl
 
Das offizielle Banner. Foto Blöchl
„Gott zur Ehr’ – dem Nächsten zur Wehr.“ Auch wenn der alte Wahlspruch aller Feuerwehren in der Wortwahl etwas antiquiert wirkt, das Anliegen, das dahinter steckt, ist moderner als viele denken. Heute spricht man von bürgerschaftlichem Engagement, früher hieß das etwas einfacher und profaner: Nachbarschaftshilfe. Brände waren in früheren Zeiten meist verheerender als heute. Holzbauweise, schlechte Wasserversorgung und Brandschutz weitgehend ein Fremdwort – daraus entstanden die urkundlich erwähnten großen Stadtbrände, die viele Orte heimsuchten.
Aus Selbsthilfe gründeten sich vor allem im 19. Jahrhundert landesweit die Freiwilligen Feuerwehren; meist nicht ganz freiwillig, sondern auf Druck der Obrigkeit. In Oberhausen wurde 1864 das erste Feuerwehrhaus gebaut, der 1. September 1865 gilt als offizieller Gründungstag der Wehr. In diesem Jahr feiert sie das 40. Jubiläum ihrer Neugründung. Wie es dazu kam, dazu später mehr.
Denn schon zuvor vollbrachte die Wehr Heldentaten, wie in der offiziellen Festschrift zu lesen ist. Als es bei Ökonom Michael Mayr brannte, konnte dank ihr „Schlimmeres verhindert werden“. Nach einer Explosion in der Blaugasfabrik nahe des Gaskessels 1906 wurden zwölf Oberhauser Wehrleute gar offiziell für ihren Einsatz belobigt. Im Jahr der Eingemeindung nach Augsburg 1911 verfügte die FFW Oberhausen über 207 Feuerwehrleute bei 8113 Einwohnern. Die Eingliederung in die Feuerwehr Augsburg verlief ohne größere Probleme.
Die Geschichte der Feuerwehr endete nach dem Zweiten Weltkrieg, als die Amerikaner alle Feuerwehren auflösten.
In Augsburg übernahm die Berufsfeuerwehr den Brandschutz. Die konnte aber schon bald nicht mehr alles abdecken. So versuchte man ab den 70er Jahren die Tradition der Freiwilligen Feuerwehren aufleben zu lassen. In Oberhausen war es am 1. Juli 1976 so weit.
44 Personen fanden sich damals zur Neugründung zusammen. Die Entwicklung verlief nicht unkompliziert. Die auch früher schon problematische Finanzlage der Stadt erschwerte die Anschaffung von Geräten und Ausstattung sowie den Neu- und Erweiterungsbau des Feuerwehrhauses. Heute ist die Wehr in Oberhausen wie die anderen Freiwilligen Feuerwehren in Augsburg ein integraler Bestandteil des Brand- und Katastrophenschutzes in Augsburg.
Auf dem Plärrer feierte der Verein nun die Wiedergründung vor 40 Jahren. Auch Feuerwehrleute der benachbarten Wehren erwiesen den Oberhauser Kameraden die Ehre. Der derzeitige Kommandant Florian Geiger und der Vorsitzende des Vereins, Rainer Mayer, schilderten den derzeitigen Stand der Institutionen.

Viel Lob auf dem Festakt zur Wiedergründung

Über 130 Einsätze im Jahr stellen für eine rein freiwillige Organisation eine Herausforderung dar. Die reine Brandbekämpfung ist heute jedoch eher die Ausnahme. Technische Unterstützung bei Unfällen oder Katastrophenhilfe, etwa bei Hochwassern, stehen im Vordergrund. Auch kleine Dinge, wie die Rettung einer Katze, beschäftigen manchmal die Feuerwehrleute.
Eine andere Aufgabe beschäftigt die Wehren weit mehr: die Nachwuchsfrage. Waren früher die Organisationen ein Treffpunkt für Geselligkeit und gemeinsame Unternehmungen, stehen sie heute zunehmend in Konkurrenz zu vielfältigsten Freizeitangeboten jeder Art. Durch die Gründung einer Jugendfeuerwehr vor 25 Jahren und einer Kinderfeuerwehr „Zwerglöscher“ wird versucht, dem entgegenzuwirken und Nachwuchs zu rekrutieren.
Oberbürgermeister Kurt Gribl, früher selbst Feuerwehrkommandant im Nachbarstadtteil Kriegshaber, hob die Bedeutung der FFW im Rahmen der Daseinsvorsorge der Stadt Augsburg hervor. Als wichtiger Bestandteil der Stadtteilkultur ist sie ein Zeichen, „dass man selbst etwas beiträgt damit alles funktioniert“.
Stadtrat Dieter Benkhardt lieferte ein praktisches Beispiel für die Tatkräftigkeit der Truppe. Vor Jahren wurde ein Brand in seinem Gartenhaus „schnell und professionell“ gelöscht – und später der Durst der fleißigen Helfer.
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