Hier beginnt der Ernst des Lebens

     

Drei Schulen gibt es im Stadtteil und eine neues Schul-Konzept wurde vorgestellt.

Von Marion Buk Kluger

Luana, das bedeutet auf hawaiianisch „glücklich“, „zufrieden“. Die Vereinsmitglieder von eigenaktiv e.V., einem bunten Mix aus motivierten PädagogInnen, ErzieherInnen und Eltern, die sich im Laufe des Jahres 2015 zusammengefunden haben, wünschen sich unter diesem Namen eine Schule als einen Ort, an dem dieser Name Programm ist.
Diese freie, demokratische, inklusive Schule soll im September 2018 im Raum Augsburg eröffnet werden und soll Kindern und Jugendlichen zwischen 5 und 19 Jahren offen stehen. Sie ist als Ganztagsschule angedacht. Kernelement von Luana ist die regelmäßig tagende Schulversammlung. Geplant ist ein Start mit circa 35 Kindern und Jugendlichen. Langsam soll die Schule bis auf eine Größe von circa 100 Kindern und Jugendlichen wachsen. Kürzlich wurde dieses Schulkonzept auch in Pfersee vorgestellt. Man darf gespannt sein, wie und wo in Augsburg sich dieses Konzept verwirklichen lässt.

Die Liroschule

Mit der evangelischen Lichtenstein-Rother-Volksschule Augsburg gibt es im Stadtteil Pfersee bereits eine Schule in freier Trägerschaft.Das Schulkonzept wird von der „Schulgemeinde“ getragen. Zu ihr gehören Lehrkräfte, Kinder, Eltern, Kirchengemeinden und andere Einrichtungen, die sich am Schulleben beteiligen. Das besondere evangelische Profil zeigt sich in der Ausgestaltung des Schullebens in Form von Gebet, Andacht, Gottesdienst, Fest und Feier des kirchlichen Jahreskreises. Zum anderen kann durch verschiedene Aktionen der christliche Auftrag zur Nächstenliebe auch außerhalb der Schulgemeinde verwirklicht werden.
Eine evangelisch geprägte Glaubensgrundlage der Lehrkräfte und der weiteren erziehenden Personen trägt zur Ausrichtung und Atmosphäre der Schule bei. Es wird vorausgesetzt, dass die Eltern das christliche Konzept der Schule akzeptieren und sich aktiv am Schulleben beteiligen.

Ausgehend von der Pädagogik Peter Petersens (JenaPlanSchule) prägen den Unterricht vielfältige methodisch-didaktische Formen, wie offener Unterricht, Freie Arbeit, Arbeit mit dem Wochenplan und jahrgangsübergreifende Angebote. Dazu gehört auch die thematische Ausgestaltung des Morgenkreises sowie der gemeinsame Wochenbeginn und der von der gesamten Schule zusammen gefeierte Wochenabschluss.

Leitsätze für Schulleben und Unterrichtsgeschehen

1. „Es gilt also, die Kinder auch weitherzig zu machen, Situationen bereitzuhalten, in denen sie sich öffnen, sich erschließen, sich den Sachen und Menschen zuwenden zu können.“ (I. Lichtenstein-Rother, Grundschule – Der pädagogische Raum für Grundlegung der Bildung)
2. „Du sollst Gott, deinen Herrn, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele, von allen Kräften und von ganzem Gemüte und deinen Nächsten wie dich selbst.“ (Lukas 10, 27)
3. „Nicht darin besteht die Liebe, dass wir Gott geliebt haben, sondern dass er uns geliebt und seinen Sohn als Sühne für unsere Sünden gesandt hat.“ (1. Joh. 4, 10)

Die Namensgeberin

Ilse Lichtenstein-Rother (geb. 1917 in Wilsdruff/Sachsen, gest. 1991 in Augsburg) ist eine bekannte Grundschulpädagogin der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Sie hat sich besonders für den Anfangsunterricht und den Sachunterricht engagiert.
Nach der Volksschullehrerausbildung in Dresden wurde sie anschließend Zirkuslehrerin beim Zirkus Belli und ab 1946 Leiterin einer Tagesstätte für Kinder und Jugendliche mit sozialen Defiziten. 1948 übernahm sie die Dozentur für Praktische Pädagogik an der Pädagogischen Hochschule Celle, wo sie als Lehrerin einer Beispielklasse wirkte und sich besonders intensiv mit Arbeitsmitteln beschäftigte. 1957 wurde sie als Professorin für Schulpädagogik an der PH Bielefeld berufen. In dieser Zeit erprobte sie in enger Verbindung mit Schulen ihre Vorschläge zum Anfangsunterricht. Fachbezeichnungen wie Sachunterricht und Weltkunde hat sie in dieser Zeit schon deutlich vertreten. Sie arbeitete maßgeblich an den neuen niedersächsischen Richtlinien für Volksschulen mit und entwickelte sehr früh in ihren Schriften wie auch in den Richtlinien Niedersachsens die Fachbezeichnung Sachunterricht. Von 1964–1973 wirkte sie als Professorin für Schulpädagogik an der PH Westfalen-Lippe, Abt. Münster. In dieser Zeit wurde das bekannte Buch zum Schulanfang mehrfach aufgelegt. Sie entwickelte sich in ihren Vorschlägen für den Unterricht von der damals dominierenden Heimatkunde hin zur Sachkunde. Von 1973–1986 war sie Inhaberin des Lehrstuhls Pädagogik mit Schwerpunkt Grundschuldidaktik an der Universität Augsburg und verfasste in dieser Zeit auf der Basis ihrer anthropologischen Orientierung richtungweisende Schriften zur grundlegenden Bildung, sie gab zahlreiche Lehrwerke heraus. Auch nach der 1986 erfolgten Emeritierung hat sie weiterhin die pädagogische Debatte beeinflusst und eine an der Schulwirklichkeit orientierte schulpädagogische Theoriebildung vertreten.
(Quelle: aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie)

Staatliche Schulen in Pfersee

1. Die Hans-Adlhoch-Grund- und Mittelschule in der Hans-Adlhoch-Straße 34. Im Schuljahr 2016/2017 gab es dort an der Grundschule 13 Klassen mit 280 Schülern und an der Mittelschule 10 Klassen mit 170 Schülern.Die im Herzen des Stadtteils Pfersee gelegene Schule wird derzeit (2016–2019) grundlegend saniert und modernisiert. Und zwar werden mit einer Gesamtinvestition von 8,9 Mio. Euro die nachhaltige Sanierung des Schulgebäudes, die Einrichtung einer Mensa mit Nebenräumen für die Mittagsversorgung, die barrierefreie Erschließung des Schulgebäudes durch einen neuen Aufzug, der Umbau der alten Sporthalle im Haupthaus zu einer Pausenhalle für multifunktionale, schulische Nutzungen, die Umsetzung der Anforderungen an Brandschutz und Sicherheit sowie die Neukonzeption und Sanierung der Außenflächen verwirklicht.

Sabine Stahl-Schnitzler ist die Rektorin an der Hans-Adlhoch-Grund- und Mittelschule, die im Jahr 2016 ihr 100-jähriges Bestehen feiern konnte. Am 26. März 1946 wurde die bisherige Adalbertschule in Pfersee durch Beschluss des Beirates der Stadt Augsburg in Hans-Adlhoch-Schule umbenannt, ebenso die Adalbertstraße in die Hans-Adlhoch-Straße.
Namensgeber ist seit 70 Jahren der Arbeitersekretär und Stadtrat Hans Adlhoch , der wegen seines Widerstands gegen die Nationalsozialisten ins KZ Dachau
gebracht wurde und 1945 an den Folgen dieses KZ-Aufenthalts und eines Todesmarsches starb. des Schulgebäudes, die 2. Die Westpark-Grundschule am Grasiger Weg 8. Im Schuljahr 2016/2017 waren es hier 20 Klassen mit 430 Schülern. Die Westpark-Grundschule wird aktuell erweitert, hier haben in den Sommerferien die Bauarbeiten begonnen.

Seit 2011 gibt es im Stadtteil Pfersee diese Grundschule. Schulleiterin Jutta Schoft setzte von Beginn an auf Ganztagsklassen. Mit Erfolg: Die Westpark-Schule wurde 2014 innovativste Grundschule im Regierungsbezirk Schwaben.Alle Klassenzimmer befinden sich im 1. Stockwerk. Das Erdgeschoss beherbergt die Aula, eine Leseinsel, einen Meditations- und Ruheraum, einen Computerraum, Räume für Werken, Textiles Gestalten und Musik. Die „Transitionszone“ verbindet die Grundschule mit der Kindertagesstätte. Ein großes Außenfreigelände mit Wiesenflächen und Sportplatz gehört selbstverständlich auch dazu.


Die Klassenräume einer Jahrgangsstufe gruppieren sich um eine „Lerninsel“. Es wird auch klassen- und jahrgangsübergreifend gearbeitet, was durch die offene Architektur problemlos möglich ist. Je nach Lernsituation kommen die Kinder in der Lerninsel zusammen, um gemeinsam zu lernen oder etwas zu erarbeiten. Sie können sich aber auch in ihre Klassen zurückziehen, wenn die Lehrerin das für sinnvoller erachtet. Für jede Lerninsel steht ein Whiteboard zur Verfügung. Viel Glas sorgt für Transparenz. Die Kinder lernen mit Wochenplänen auf unterschiedlichen Kompetenzniveaus. Gearbeitet wird mit handlungsorientierten offenen Lern- und Unterrichtsformen.

Nach dem Essen findet jeweils die Studierzeit statt: Begleitet durch zwei Lehrerinnen, erledigen die Schülerinnen und Schüler die Hausaufgaben oder werden in kleinen Lerngruppen intensiv gefördert. Außerdem gibt es ein „Partnersystem“: Die Kinder helfen sich gegenseitig, wenn jemand beispielsweise durch Krankheit etwas versäumt hat.
An vier Tagen dauert der Ganztagsunterricht bis 16 Uhr, freitags bis 13 Uhr. Der Hort im Bildungshaus bietet bei Bedarf eine zusätzliche Betreuung bis 17 Uhr. Die Schülerinnen und Schüler der Ganztagsklassen können ihren Tagesablauf mitgestalten und ihre individuellen Fähigkeiten und Vorlieben zum Beispiel in Projekten einbringen.
Für den Nachmittag stehen zahlreiche Arbeitsgemeinschaften zur Auswahl: So gibt es unter anderem „Umweltbildung“, „Gestalten mit Draht, Speckstein oder Mosaik“, „Gitarre“, „Pfersee erleben“, „Orientalische Tänze“, eine Golf- und eine Badminton-AG.

Besonderheiten der Mittelschule

• Schulprofil Inklusion
• M-Kurse, Jahrgangsstufe  5 + 6
• Vertiefte Berufsorientierung
• Projekt Jobpate und Projekt Berufseinstiegsbegleiter zur Unterstützung der Berufsorientierung
• Jugendsozialarbeit
• Programm eigenverantwortliches Denken und Handeln (Trainingsraum)
• Schülerfirma Soziales und Übungsfirma Schülercafé
• Arbeitsgemeinschaften  Catering und Jahresbericht
• 1 x jährlich informelle Veranstaltung zu aktuellen Themen durch Elternbeirat
• Gesunde Pause

Besonderheiten der Grundschule

• Vorkurs
• Deutschförderunterricht
• 1 x jährlich informelle Veranstaltung zu aktuellen Themen durch Elternbeirat
• Gesunde Pause
• Schulfruchtprogramm
• Lernentwicklungsgespräche statt Zwischenzeugnis in den Jahrgangsstufen 1–3
• Arbeitsgemeinschaften Bücherei, Experimentieren, Kinderkochen
• Jugendsozialarbeit
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