Kommt die Goggeles-Brücke wieder?

Ob hier wieder eine Brücke über die Wertach entstehen wird bezweifeln Manche. Foto Blöchl
 
Schon 2009 hat die Bürgeraktion Pfersee diesen Vorschlag für einen Neubau gemacht. (Foto: Bürgeraktion)

Die Goggelesbrücke war mehr als eine Flussüberquerung. Noch immer haben Politik und Initiativen einen Neubau nicht aufgegeben. Die Chancen darauf stehen jedoch eher schlecht.

Für manche Nicht-Pferseer ist die ganze Diskussion manchmal unverständlich. Doch mindestens für die alteingesessenen Einwohner des Stadtteils war sie mehr als nur ein Weg über die Wertach; die Goggelesbrücke gehörte einfach zum Bild Pfersees dazu. Durch ein Hochwasser im Jahr 2005 wurde das Wehr jedoch schwer beschädigt, die darauf stehende Brücke musste abgerissen werden.

Die Verbindung zwischen Hessenbach- und Holzbachstraße war damit nur noch über die Ackermann- oder die Luitpoldbrücke möglich. Reste der geschichtsträchtigen Holzbrücke stehen heute im Zoo am Seehundbecken. Der Name „Goggelesbrücke“ entstand im Übrigen wegen des kleinen Wetterhahns auf dem Dach des alten Schleusenhäuschens.

Diskussion um Neubau hat wieder zugenommen


Eine kleine Ironie des Schicksals war es ja, dass der Stadtrat in einem heiß umstrittenen Beschluss bereits 2004 den Abriss des Wehrs und einen Ersatzbau, der 2006 kommen sollte, beschlossen hatte. Das Hochwasser kam den Plänen zuvor. Der „natürliche“ Abbruch warf alle Vorhaben über den Haufen. Richtig verstummt ist die Diskussion über einen Neubau allerdings bis heute nicht.

Seit der Debatte um die Trassenführung der neuen Straßenbahnlinie 5 und den damit notwendigen Neubau der Ackermannbrücke hat die Diskussion wieder Fahrt aufgenommen. Quer über alle Parteigrenzen hinweg erstreckt sich die Forderung, die Brücke für Fußgänger und Radfahrer wieder zu errichten. Von der Bürgeraktion Pfersee bis hin zu SPD, CSU und Grünen aus dem Stadtteil reicht das Ja zur Goggelesbrücke.

So schreibt die CSU Pfersee in einer Pressemitteilung: „Radfahrer aus Pfersee mit Ziel Oberhausen müssen einen großen Umweg in Kauf nehmen und sind gezwungen, entlang der stark belasteten Ackermannstraße zu fahren. Auch für Fußgänger aus Pfersee-Nord verlängert sich der Weg zu einer künftigen Haltestelle der Linie 5 in der Holzbachstraße um etwa 300 Meter.“

In einer Bürgerversammlung wurde dem Stadtrat aufgegeben, sich innerhalb von drei Monaten mit dem Thema zu befassen. Die CSU wünscht sich, dass bis spätestens Ende 2020 ein kostengünstiges Ersatzbauwerk an der Stelle der früheren Goggelesbrücke errichtet wird. Das soll unabhängig vom künftigen Trassenverlauf der Straßenbahnlinie 5 und davon, ob diese Brücke förderfähig ist oder nicht, erfolgen.

Bürgeraktion sieht bewusste Verhinderung


Etwas anders und wenig optimistisch wird die Situation von der Bürgeraktion Pfersee gesehen. Auf Nachfrage schreibt deren Vorsitzender Dietmar Egger durchaus ironisch: „Die Goggelesbrücke wird nie gebaut, denn mit was sollte man künftig die Pferseer beschäftigen?“ Es sei noch gar nicht so lange her, „dass das Tiefbauamt für einen Neubau einer Goggelesbrücke als Stahlkonstruktion Kosten von rund 800 000 Euro im Bauausschuss präsentierte“, erinnert sich Egger. Dieser Ansatz sei von Baureferent Gerd Merkle freihändig auf 1,2 Millionen Euro erhöht worden, „um das Bauwerk auch mit einem Mindestanflug von Ästhetik versehen zu können“, berichtet Egger.

Auf der jüngsten Bürgerversammlung seien jedoch Kosten von 2,5 Millionen Euro gehandelt worden, „was die Stadtwerke flugs vermelden ließ: von der Regierung als nicht bezuschussungsfähig im Zuge des Neubaus der Linie 5 klassifiziert“, schimpft Egger.

Stadtwerke-Pressesprecher Jürgen Fergg kann die von Egger genannten Zahlen jedoch „nicht nachvollziehen“. Ohnehin seien die Stadtwerke nicht für den Bau von Fußgänger- und Fahrradbrücken zuständig. Laut Fergg haben die Stadtwerke „bei der ursprünglichen Trassierung der Linie 5 über die Hessenbachstraße jedoch vorgeschlagen, die Goggelesbrücke zu bauen, um das Wohngebiet der nördlichen Rosenaustraße fußläufig besser an die Straßenbahnlinie anzubinden“. Dies sei allerdings immer mit der Voraussetzung geschehen, „dass sie im Rahmen des Linienneubaus förderfähig ist“.

Ob förderfähig oder nicht, spiele zudem laut Fergg keine Rolle mehr, weil sich der Stadtrat für die Trasse der Linie 5 über die Holzbachstraße entschieden hat: „Damit ist die nördliche Rosenaustraße direkt an die Straßenbahnlinie angebunden. Die Goggelesbrücke hat damit mit dem Bau der Straßenbahnlinie 5 nichts mehr zu tun.“
Die Vorsitzende der SPD Pfersee, Angela Steinecker, sieht das anders: „Wir bleiben bei unserer Forderung nach einer Fußgängerbrücke an der Stelle der früheren Goggelesbrücke. Sie wird nun als Zulauf für die Fahrgäste aus der Hessenbachstraße zu der neu zu errichtenden Haltestelle im Bereich der Fischerstuben gebraucht.“
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Sebastian Summer aus Aystetten | 12.01.2017 | 17:33  
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