Moschee in Oberhausen vor der Fertigstellung

Der kleine Turm an der Ostecke soll ein Minarett symbolisieren. Darum hatte es im Vorfeld Diskussionen gegeben. Ein Muezzin wird aber nicht vom Turm beten. Foto Blöchl
Es ist ruhig geworden um die Moschee in der Donauwörther Straße in Oberhausen. War das Bauvorhaben der muslimischen Gemeinde anfangs sehr umstritten, gibt es nun zumindest keine öffentliche Diskussion mehr. Der Rohbau ist weit fortgeschritten, auch der kleine Turm, der ein Minarett symbolisieren soll, ist weitgehend fertig.

Im Inneren erkennt man die beiden getrennten Gebetsräume für Frauen und Männer, zusätzlich gibt es einen kleinen Konferenzraum und ein Büro. Nach Aussagen der beiden Gemeindemitglieder Ahmad Naseer und Saqib Mahmood, die durch den Rohbau führen, wird der Bau auch ausschließlich als Gotteshaus genutzt werden Es ist nicht daran gedacht, irgendwelche Feiern oder Feste darin abzuhalten.

Fast eine halbe Million Euro wurde aus Eigenmitteln der Gemeinde und der Dachorganisation sowie mit Eigenleistungen der Mitglieder aufgebracht. Die Fertigstellung ist für Februar vorgesehen, im März soll dann die feierliche Eröffnung mit geladenen Gästen auch aus der Stadtgesellschaft erfolgen. Dazu wird das geistliche Oberhaupt der „Ahmadiyya Muslim Jamat“, der fünfte Kalif Hadhrat Mirza Ahmad atba nach Augsburg kommen. Ein Höhepunkt in der noch jungen Geschichte der Gemeinde.
Ahmadiyya ist in der Bewertung nicht unumstritten, es gibt auch kritische Stimmen, die vor allem einen gewissen Alleinvertretungsanspruch der Organisation kritisieren. Sie selbst vertritt, eigenen Angaben zufolge, einen toleranten Umgang zwischen allen Religionen.

Die Glaubensrichtung entstand vor circa 130 Jahren in Pakistan und Indien. Sie wird von anderen Muslimen als abtrünnig betrachtet. Ihre Anhänger werden in vielen Ländern verfolgt. Derzeit hat die Gemeinde nach eigenen Angaben rund 100 Millionen Anhänger, Tendenz angeblich sehr stark steigend.
Ahmadiyya sieht sich als islamische Reformbewegung, ihr Gründer Mirza Ghulam Ahmad sah sich als Prophet, Messias, und Mahdi und die dann folgenden gewählten Führer haben sich in der Nachfolge auch von Jesus Christus betrachtet. Ihre Religion sei die logische Entwicklung in einer Abfolge verschiedenster Religionen. Mittlerweile ist der fünfte Kalif das Oberhaupt der Glaubensgemeinschaft.

In Deutschland ist die Gruppe als Religionsgemeinschaft anerkannt. In Augsburg hat sie etwa 120 Mitglieder, die mit Ausnahme zweier Deutscher und eines arabischen Gläubigen alle aus Pakistan stammen. Neben der Moschee in Oberhausen sind auch die Schaffung von Bildungseinrichtungen und Kindertagesstätten geplant.
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