So klingen die vier Elemente: Lab30-Festival findet zum 15. Mal statt

"Fjadarheidi": Der Künstler Konrad Korabiewski entführt seine Zuschauer mit Fotomontagen, Elektronik und analogen Aufnahmen nach Island. Foto: Takeshi Moro

Augsburg - "Feuer, Wasser, Erde, Luft: Medienkunst ganz in ihrem Element" lautet das Motto des diesjährigen Lab30-Festivals. Bereits zum 15. Mal findet die Veranstaltung heuer von Donnerstag, 27. Oktober, bis Sonntag, 30. Oktober, statt. Die interaktive Kunstlabor-Ausstellung im Kulturhaus Abraxas zeigt 15 Exponate von Künstlern aus Europa, Korea, Japan und Kanada. Darüber hinaus ist ein Live- und Workshop-Programm im Abraxas-Theater, in einem Märchenzelt im Außenbereich, in der Innenstadt und in der Kirche St. Thaddäus geplant.

Eingeläutet wird das Festival am Donnerstag um 19.30 Uhr von der niederländischen Gruppe "Optical machines", die mit umgebauten Plattenspielern, neu konstruierten Lampen, Kameras und analogen Synthesizern ein Spektakel mit live generierten Lichtbildern präsentiert. Mit einer Mischung aus E-Gitarren, Flöten und Kinderspielzeug improvisiert am Donnerstag um 21 Uhr auch die Spanierin Eli Gras. Ein psychedelisches Erlebnis verspricht der Kanadier Maotik um 23 Uhr: Mikro-Rythmen werden in eine geometrische Bildsprache umgearbeitet, die ein besonderes Klang- und Bilderlebnis erzeugen soll. Am Freitag, um 20.15 Uhr, füllen Marius Müller und Tom Simonetti mit ihrem Programm "Hangonauten" die St. Thaddäus Kirche mit Melodien aus dem Percussion-Instrument "integral Hang". Am letzten Festivalabend, am Samstag, um 21 Uhr, entführt Konrad Korabiewski mit "Fjardarheidi" seine Zuschauer ins "White-Out" nach Island. Selbst gebaute Elektronik, analoge Aufnahmen, Feedback-Systeme und monochrome Zwei-Kanal-Fotomontagen von Anna Fritz.

Feuer, Wasser, Luft

Viele Künstler konzentrieren sich bei ihren Auftritten ganz auf die vier Elemente. So zeigen Matthias Fischer und Eric Zwang-Eriksson am Donnerstag ab 20.30 Uhr jede Stunde mit "Feuer hoch zwei" eine elektro-akustische Performance rund ums Lagerfeuer. Die japanische Klangkünstlerin Tomoko Sauvage dagegen arbeitet in ihrem Programm "Waterbowls" am Freitag, 21.15 Uhr, und am Samstag, 19.30 Uhr, mit dem Element Wasser. Mit Porzellanschalen, die mit Wasser gefüllt und mit Mikrofonen ausgestattet sind, erzeugt sie durch Tropfen, Wellen und Blasen verschiedene Töne. Das Thema Luft steht bei Sabina Ahns Auftritt "Breath" am Freitag, um 20.45 und 22 Uhr, im Mittelpunkt. Mit ihrem Atem bringt sie nicht nur Glühlampen zum Leuchten, sondern erweckt auch eine Apparatur aus alten Telefonhörern und Computer-Metallrahmen zum Leben.

Auch außerhalb des Kulturhaus Abraxas präsentiert das Lab30 Kunst: Der Linzer Künstler Reinhard Gupfinger hat im Rahmen des Residency-Programmes "Welcome in der Friedensstadt" acht Augsburger Religionsgemeinschaften besucht, ihre Gebete und Konzerte aufgezeichnet und die Aufnahmen in Reliefs umgearbeitet. Die Arbeiten unter dem Titel "Silent House of Prayer" sind in der Galerie Beate Berndt am Fischertor zu sehen.

Klänge in Schubladen

15 verschiedene Exponate bekommen die Besucher des Kulturhauses Abraxas in der Ausstellung zu sehen. Los geht es schon im Foyer mit dem "Curtain (white". Aus einem drei Meter langen Vorhang aus Kopfhörern dringt weißes Rauschen. Kommt man der Installation näher, erinnern die Geräusche plötzlich an natürliche Geräusche wie Wind, Regen oder Wellen. Ebenfalls im Foyer können jeweils zwei Personen mit Hilfe der Mitmach-Installation "Kardiometron" über ihren Herzschlag miteinander in Kontakt treten. Der Herzschlag wird über Puls-Sensoren auf Metronome übertragen und als Pendelschlag wiedergegeben. Besucher haben außerdem die Möglichkeit, ins ganze Festival hinein zu hören: In allen Ausstellungsräumen, Fluren und im Außenbereich sind Mikrofone installiert. Wer sich ans Mischpult begibt, kann sich das ganze Festival auf einmal, aber auch einzelne Kanäle separat anhören. In der Großen Halle zeigen Yoonji Kim und Youngjik Jung einen Schrank mit unterschiedlichen Fächern. Öffnet man eine Schublade, so eröffnet sich ein Klangkosmos aus Tonfolgen und Naturgeräuschen und eine Vielfalt an Kompositionsmöglichkeiten.

Wer selbst Instrumente bauen will, kann einen der beiden Workshops nutzen, die im Rahmen des Festivals angeboten werden: Am Samstag, um 14.30 Uhr, besteht die Möglichkeit, mit Stefan Roszak Donnertrommeln, Schlauchtrompeten und Saiteninstrumente zu bauen. Elektronische Instrumente aus ausrangierten Materialien können Interessierte am Samstag und Sonntag, jeweils um 15 Uhr, mit der Künstlerin Eli Gras herstellen.
Karten gibt es im Kulturhaus Abraxas, im Kulturamt sowie an der Tages- und Abendkasse zu kaufen. Weitere Informationen finden Interessierte online unter www.lab30.de. (
Von Kristin Deibl)
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