Trügerische Idylle im Grünen.

Von der Ferne sehen die Unterkünfte zwar nicht gerade modern aus, die Lage zumindest ist aber ansprechend. Foto: Hans Blöchl
Augsburg: Äußere Uferstraße |


Oberhauser Obdachlosenunterkunft in miserablem Zustand.

Ein wunderbarer Frühsommermorgen, die Sonne scheint angenehm, viel Grün überall, die Vögel zwitschern. Hier wo früher das „Fischerholz“, eine Siedlung von Sinti- und Roma- Familien und auch Obdachlose mit in Augsburg zweifelhaftem Ruf lag, ist es ruhig, beinahe idyllisch. Hier, südlich des Klärwerks in der Äußeren Uferstraße die sich dann bis zur Wertachbrücke durch Oberhausen zieht, erfährt der Eindruck bei näherer Betrachtung doch eine erhebliche Eintrübung. Überall ist Müll und Schutt zu sehen, teilweise überdeckt das frühlingshafte Grün, die Hinterlassenschaften rücksichtsloser Zeitgenossen. Von der alten Siedlung sind nur noch 3 Häuser geblieben. Bei näherem Hinsehen in einem erbarmungswürdigen Zustand. Die Stadt Augsburg besitzt insgesamt 78 Wohnungen und 90 Schlafplätze für obdachlose Menschen in Übergangswohnheimen. Hier in Oberhausen gibt es Insgesamt 20 Wohnungen für die Unterbringung von obdachlosen Familien. Beim Besuch waren aber nicht alle Wohnungen belegt.
Schon von außen ist erkennbar, dass der bauliche Zustand inakzeptabel ist. Für SPD-Stadtrat Dieter Benkard, der das Quartier seit seiner Kindheit kennt, sind das „unzumutbare Wohnverhältnisse“. Benkard berichtet: „ Die Wohnungen sind mit Schimmel und Ungeziefer befallen. Wohnungen stehen teilweise leer, da sie nicht mehr bewohnbar sind. Hier muss dringend Abhilfe geschaffen werden“. Schon vor einigen Jahren hat sich der SPD-Stadtrat über den baulichen Zustand der Wohnanlage beschwert. Außer einem Außenanstrich der Häuser sei aber laut Benkard nichts passiert. Die Entfernung von Müll und Unrat, der nicht von den Bewohnern stamme, ist ebenfalls vorrangig, damit „Die Menschen nicht wie auf der Müllhalde leben“.


Obdachlosigkeit wird steigen – Neubau gefordert.

Aufgrund der Bevölkerungsentwicklung und der explodierenden Mietpreise rechnet die SPD – Stadtratsfraktion mit einem weiteren Anstieg der Obdachlosigkeit. Deshalb ist eine Schließung der Anlage, wie sie vor Jahren diskutiert wurde, „nicht vertretbar!“. Begehrlichkeiten auf das Grundstück in seiner durchaus ruhigen Lage im Grünen kann man sich in der heutigen Zeit durchaus vorstellen. Deshalb fordert die SPD einen Neubau einer größeren Wohnanlage mit einfachen aber sauberen und modernen Wohnungen. „Der notwendige Platz ist vorhanden“ , betont Stadtrat Benkard. Nach der Fertigstellung des Neubaus müsse dann auch das Grundstück ansprechend gestaltet werden. Vor allem für die Kinder sollte dann ein Umfeld entstehen, das ihre Entwicklung fördert und den Familien die Chance bietet, auch wieder in „normale“ Wohnungen zurückzukehren. Einen entsprechenden Antrag haben Benkard und sein Kollege Ulrich Wagner nun über die SPD – Stadtratsfraktion in den Stadtrat eingebracht.
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