We love you – Ein junger Augsburger Musiker schreibt ein eigenes Musical

Ein Teil des Ensembles (v.l. Ana Stankovic, Korbinian Kramer, Moritz Gawert und Amelie Seeger) (Foto: Jana Gruszeninks/Goran Cecavac)
 
(Foto: Ines Flögel)
Augsburg: Kradhalle |

Wie kommt man darauf ein komplettes Musical zu schreiben und zu arrangieren? Ist das nicht unglaublich viel Aufwand? Ja – das ist es. Doch der junge Augsburger Musiker Florian Hartz hat sich davon nicht abhalten lassen. Nun wird sein Musical „We love you“, inszeniert und gespielt vom theter ensemble, am 14. Dezember endlich uraufgeführt.

Ein Funk-Musical in Roadmovie-Manier über Risiko, Freundschaft und den Weg zum Glück.



„Herzlich Willkommen im Babylon, dem größten Hotel am Platz“, so begrüßt Mrs. Stark die beiden Protagonisten, als sie in Saint´s Ville, einer Vergnügungsstadt mit Kasinos, Bars und jeder Menge Verführungen, ankommen. Zwei Brüder, der eine Anwalt und frisch geschieden, der andere das Gegenteil. Im Spielerparadies Saint‘s Ville wollen sie in einer turbulenten Nacht ihr Leben auf Vordermann bringen. Doch während der niedergeschlagene Linus einem Guru auf den Leim geht und sich Veith mit der Bardame verschwört, landet der große Gewinn am Ende ganz woanders.

Das Musical „We love you“ entstand als Warum-Nicht-Idee des jungen Augsburger Bassisten Florian Hartz. Der Student der Musikhochschule Mannheim machte in der Jazz- und Popszene bereits in verschiedenen Bands und im Augsburger Jazz Club auf sich aufmerksam und steht in dem Musical als Bassist und musikalischer Leiter selbst auf der Bühne.


Wie er auf die Idee kam, ein Musical zu schreiben und wovon er sich inspirieren ließ, erzählte Florianz Hartz in einem Interview.

Wie kommt man darauf, selbst ein Musical zu schreiben?

Als Songwriter faszinierte mich schon immer die Möglichkeit, Sprache und Musik zu kombinieren und dadurch beiden Komponenten eine größere Aussagekraft zu verleihen. Außerdem liebe ich Schauspiel, Oper und natürlich auch Musicals. Schuld daran, dass sich das alles in dem großen Projekt „We love you“ kumulierte, waren schließlich zwei Faktoren: Mein Mathematik-Studium und meine Tante. Denn während man als Mathematik-Student im ersten Semester sehr viel zu tun hat, kamen dann auch die Semester-Ferien und damit plötzlich viel freie Zeit auf mich zu. Diese nutzte ich, um mich mit vielen Menschen auszutauschen und so saßen meine Tante und ich eines Abends zusammen. Wir unterhielten uns über meine freie Zeit, bis sie mit der Idee um die Ecke kam: „Dann schreib doch ein Musical.“ Und genau das tat ich.

Woher kamen die Inhalte des Musicals? Was hat dich inspiriert?

Auf der einen Seite meine eigene Lebenssituation zu der Zeit vor drei Jahren, als ich „We love you“ schrieb. Nachdem ich ein Semester studiert hatte und so die Schulzeit klar hinter mir lag, sah ich mich mit einigen Fragen konfrontiert: Wie finanziere ich mein Leben? Wie werde ich glücklich? Gibt es einen Glauben, der mir weiterhilft? Welche Menschen bereichern mich? Und auch, wenn ich die Antworten darauf erst nach der Fertigstellung des Buchs gefunden habe, so war die Arbeit an „We love you“ definitiv ein Schritt, der mir dabei geholfen hat. Auf der anderen Seite verarbeite ich aber auch viele Bilder und Klischees aus der Popkultur und insbesondere aus anderen Musicals.

Was bedeutet Musik für dich?

Musik ist für mich Energie pur. Die Energie zwischen Publikum und Sänger, die Energie zwischen den Musikern, die Lebensenergie, die mich antreibt. Und damit wird sie für mich zum Synonym für Lebensfreude. Ich kann mir nichts Schöneres vorstellen, als am Bass zu sitzen, einen einzigen Ton anzuschlagen und die Vibration des Instruments am ganzen Körper zu spüren. Und dieses Gefühl der absoluten Entspannung und Ausgeglichenheit möchte ich mit möglichst vielen Menschen teilen. Das ist der Grund, warum ich Songs schreibe und live auftrete: Wenn ich auch nur einem einzigen Zuhörer einen kleinen Einblick in diese Welt vermitteln kann, hat sich der Abend schon gelohnt.

Was erwartet die Zuschauer an diesem Abend?

Kurz gesagt: Zwei Stunden bester Unterhaltung. Unsere achtköpfige Live Band wird 25 mitreißende Songs performen, die von Funk á la James Brown über Rock bis hin zu emotionalen Pop-Balladen reichen. Getragen wird die Musik aber selbstverständlich auch von den Sängern und Darstellern des theter ensembles, die dem Ganzen durch Choreographien in Broadway-Manier noch eine ansprechende visuelle Komponente verleihen. Die grandiose Inszenierung von Verena Gawert und Iris Schmidt schafft es dabei spielerisch, die gesamte Kradhalle inklusive Zuschauerraum zu bespielen. Und ich bin mir sicher, dass uns am Ende des Abends jeder Gast mit einem Lied auf den Lippen verlassen wird.

Vielen Dank für das Interview!

Das theter ensemble zeigt "We love you" am 14. Dezember in der Kradhalle.


Unter der Regie von Verena Gawert und Iris Schmidt bringen die achtköpfige Jazz-Funk-Band „The Love Affair Orchestra“, 15 theter Schauspieler und ein zehnköpfiges Team hinter den Kulissen die bisher aufwendigste und ein bisschen wahnsinnige theter-Produktion auf die Bühne. Die Premiere und Uraufführung findet am 14. Dezember um 19.30 Uhr in der Kradhalle im Kulturpark West statt. Weitere Vorstellungstermine sind am 15. und 16. Dezember jeweils um 19.30 Uhr. Karten: 17 € / 10 € (erm.) www.theter.de/karten oder per E-Mail reservieren an karten@theter.de
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.