Wichtiger Schritt für die städtische Abfallwirtschaft

v.l. Gesamtpersonalratsvorsitzender Thomas Wünsch, Umweltreferent Reiner Erben, Persobalratsvorsitzender Claus Höcherl und OB Dr. Kurt Gribl freuen sich mit den Mitarbeitern über das neue mitarbeiterfreundliche Depot. Foto Blöchl
 
Hunderte von Tonnen Streugut warten auf den Winter. Foto Blöchl
Augsburg: Depot Nordwest |



Wertstoff- und Servicepunkt Nord – West eröffnet.


Die Fahrzeuge stehen in Reih und Glied im Depot. In einer Halle türmen sich Tausende Tonnen von Salz zur Anwendung bei Eis und Schnee im kommenden Winter. Es wirkt alles neu und modern. In einer großen Halle stehen orangefarbene Container in einer Reihe. Die Neuordnung der städtischen Abfallwirtschaft unter dem Dach des städtischen Eigenbetriebs AWS (Abfallwirtschafts- und Stadtreinigungsbetrieb) ist wieder einen wichtigen Schritt vorangekommen. Im Jahr 1994 schon hatte der Stadtrat den Grundsatzbeschluss gefasst, den Betrieb neu zu ordnen und aus den damals bestehenden 9 Straßenreinigungsdepots in einer Endstufe auf 3 moderne Depots mit vielfachen Funktionen zusammenzufassen. Damit sollte der Betrieb besser und wirtschaftlicher aufgestellt werden, Auch Konflikte mit Anwohnern die bei den alten Depot, die teilweise mitten in Wohngebieten lagen, sollten dadurch minimiert werden. Den Anfang machte das Servicezentrum in der Johannes-Haag Straße für das Stadtzentrum und den Nordosten, ihm folgt jetzt das Servicezentrum Nordwest am Holzweg 32. In 2 Jahren soll dann in Haunstetten mit dem 3. Schwerpunkt die Neuordnung abgeschlossen sein. Wer z.B das alte Depot Nord am Nordfriedhof noch kennt, kann sich die immense Verbesserung sowohl für die Mitarbeiter als auch die Bürgerinnen und Bürger als Nutzer gut vorstellen. Positiverweise ergibt sich nun durch den Neubau die Möglichkeit auf dem alten Gelände Wohnungen zu bauen, wie der anwesende Chef der städtischen WBG Marc – Dominik Hoppe erzählte.

Gute Bedingungen für Bürger und Mitarbeiter.


Insgesamt hat die Stadt fast 10 Millionen Euro in den neuen Hof investiert. Was dabei in gut 1 ½ Jahren Bauzeit auf 11 000 qm entstanden ist, beeindruckte die zahlreichen Besucher bei der offiziellen Eröffnung. Bei Rundgang war beim Leiter des AWS, Georg Holder, durchaus Stolz zu erkennen. Neben modernen Büros und Sitzungsräumen gibt es auch einen kleinen Ruheraum und einen Ergonomieraum, in dem Mitarbeiter etwas für ihre Gesundheit tun können. Eine geräumige Kantine zum Selbstkochen gehört genauso dazu wie die entsprechende Sanitäreinrichtungen. Auch Personalratsvorsitzender Claus Höcherl zeigte sich äußerst zufrieden, „weil hier die Mitarbeiter genauso im Mittelpunkt standen wie andere Aspekte“
Ausreichende Abstellflächen für die Fahrzeuge, die Konzentration der Werkstätten auf einen Standort und die überdachte Salzhalle bedeuten ebenfalls eine effektivere und kostengünstigere Arbeit als bisher. OB Dr. Kurt Gribl betonte in seiner Eröffnungsrede, dass bei der Planung und Umsetzung auch die Belange der Mitarbeiter – insgesamt arbeiten ca. 45 Mitarbeiter dort, zusätzlich hat eine Gruppe aus dem Amt für Grünordnung einen neuen Standort erhalten – genauso intensiv bedacht wurden wie wirtschaftliche Belange. Auch ökologische Gesichtspunkte wie z.B. eine intensive Wasserwiederaufbereitung schonen nicht nur die Umwelt, sie sind auch wirtschaftlich sinnvoll. Durch den Neubau können viele Kosten gesenkt werden, die Konkurrenzfähigkeit des AWS mit privaten Unternehmen auf dem heiß umkämpften Markt mit Abfällen wird ebenfalls verbessert. Er wies auch darauf hin, dass die Sauberkeit einer Stadt ein wichtiger Standortfaktor und auch ein wichtiger „Wohlfühlfaktor“ für die Bürgerinnen und Bürger darstellt. Deshalb auch das eindeutige Bekenntnis Gribl‘s zum kommunalen Betrieb, der Ordnung und Sauberkeit sicherstellen soll.


Mit Wertstoffen wird gut Geld verdient.


Neben der Stadtreinigung ist die Sammlung von Wertstoffen das zweite wichtige Aufgabengebiet am neuen Standort. Es ist nicht einfach Müll der in einer Stadt anfällt. Es ist ja mittlerweile beinahe eine Wissenschaft geworden, was, wo und wie gesammelt und recycelt wird. In jedem ordentlichen Haushalt gibt es diverse Behältnisse zur Trennung des anfallenden Mülls. Für ausländische Besucher ist das manchmal eher amüsant, manche halten es für eine typisch deutschen Spleen oder eine überzogene ökologische Korrektheit. Das mag bei manchen eine Rolle spielen. Der wirtschaftlich und ökologisch sinnvolle Umgang mit Abfällen – in Deutschland fielen 2014 ca. 400 Millionen Tonnen an - ist mittlerweile eine hochkomplexe und international vernetzte Aufgabe. Insgesamt geht es um die Schonung von Ressourcen und nicht zuletzt auch um sehr viel Geld. Daran will natürlich auch der städtische Eigenbetrieb partizipieren. In den Servicepunkten können die Menschen ihre Abfälle kostenlos abliefern, sie werden fachmännisch sortiert und teilweise auch bearbeitet und dann weiter verkauft. Mittlerweile eine wichtige Einnahmequelle für das kommunale Unternehmen. Schon am ersten Anlieferungstag wurde der Servicepunkt gut angenommen. Die Anlieferung ist von Dienstag bis Samstag von 8 - 12 und von 13 – 15 Uhr, Am Donnerstag bis 18 Uhr möglich. Am Montag sind die Wertstoffsammelpunkte geschlossen.
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